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Ein Rückblick auf unsere Geschichten über Lateinamerika im Jahr 2015

Chris Goldberg Follow Havana Windows & Balconies

Fenster und Balkone in Havanna. Bild von Nutzer Chris Goldberg auf Flickr, veröffentlicht unter Creative Common Lizenz.

2015 ist das Jahr, bei dem sich das Verschwinden der Studenten aus Ayotzinapa in Mexiko jährt. Im selben Jahr gab es unter anderem Wahlen in Argentinien, Venezuela und Guatemala. Die USA und Kuba erneuerten ihre diplomatischen Beziehungen zueinander und der uruguayische Schrifststeller Eduardo Galeano schloss seine Augen für immer.

In den vergangenen 12 Monaten berichteten wir über diese und andere Geschichten auf Global Voices. Nun, wo das Jahr 2016 gerade begonnen hat, schauen wir doch noch einmal auf das vergangene Jahr.

Fangen wir mit den Studenten aus Ayotzinapa, Mexiko an; ein Jahr nach ihrem Verschwinden am 26. September 2014. Unsere Autorin Elizabeth teilte uns ihre Gedanken zu dieser Tragödie mit, somit hatten es Unklarheit und Straffreiheit ziemlich schwer sich durchzusetzen. Es gibt noch immer keine heiße Spur von den Studenten — der Fall bleibt weiterhin eine dunkle Nacht, die niemals enden will.

A partir del 26 de septiembre de 2014 Ayotzinapa dejó de ser un lugar, para convertirse más bien en una idea, un símbolo. (…)

Desde hace trescientos sesenta y cinco días 26 de septiembre quiere decir desaparición forzada…”

Am 26. September 2014 hörte Ayotzinapa auf ein Ort zu sein, und wurde zu einer Idee, einem Symbol. […]

Vor 375 Tagen kam es zu dem gewaltsamen Verschwinden. […]

Elaine Díaz erzählte uns, wie nach 54 Jahren die US-Flaggen und die Kuba-Flaggen seit langem wieder auf den jeweiligen Botschaften in den zwei Ländern wehen. Am 14. August 2015 bejubelt US-Staatssekretär John Kerry das Ereignis in Havanna.

Con el restablecimiento de relaciones diplomáticas plenas, estamos presenciando una nueva era en Cuba. Aunque las diferencias políticas persisten, por primera vez en mi vida no hay un enemigo específico al que debemos combatir a toda costa.

Mit der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen erleben wir nun eine neue Ära in Kuba. Obwohl weiterhin politische Differenzen bestehen bleiben, gibt es zum ersten Mal in meinem Leben keinen konkreten Feind, gegen den wir um jeden Preis kämpfen müssen.

Renata Avila hielt uns zum “Frühling” in Guatemala auf dem Laufenden, als hunderte Bürger auf die Straße gingen, um friedlich den Rücktritt des Präsidenten Otto Pérez Molina einzufordern (und schließlich auch zu erreichen). Dies passierte, als ein massiver Korruptionsring namens “La Linea” während der Präsidentschaft bekannt wurde, bei dem hohe Beamte Geschäfte mit Importeuren fallen ließen, um Zölle zu umgehen. Der Skandal hatte zuvor zum Sturz von Vize-Präsidentin Roxana Baldetti geführt.

Estudiantes universitarios, campesinos, familias, grupos indígenas, artistas, ciudades, pueblos, hospitales y más se están uniendo rápidamente a los llamados exigiendo la renuncia del presidente Otto Pérez Molina.

La etiqueta #RenunciaYA le ha dado lugar a #YoNoTengoPresidente.”

Studenten der Universität, Bauern, Familien, einheimische Völker, Künstler, große Städte, kleine Städte, Krankenhäuser und viele mehr fordern Präsident Otto Pérez Molina zu einem schnellen Rücktritt auf.

Der Trend-Hashtag #RenunciaYA (#ResignNow) ist dem Hashtag  #YoNoTengoPresidente (“Ich erkenne den Präsidenten nicht”) gewichen.

Jimmy Morales, ein früherer TV-Comedian wurde dann zum neuen Präsidenten in Guatemala gewählt.

Eduardo Galeano, Autor von “Die offenen Adern Lateinamerikas” und der “Erinnerungen an das Feuer”-Triologie, verstarb am 13. April 2015 im Alter von 74 Jahren. Andrea Arzaba erinnert uns an sein Erbe:

In den 70igern wurde Galeano weltweit bekannt mit dem 1971 erschienenen Buch “Die offenen Adern Lateinamerikas”; das ist dasselbe Buch, dass Hugo Chávez Barack Obama schenkte, als sie sich 2009 das erste Mal trafen. Später kritisierte Galeano sein eigenes Buch, dass immer noch im Politikunterricht an Schulen in Latein-Amerika verwendet wird.

Wir erzählten von der ungewöhnlichen Übergabe der Präsidentschaft in Argentinien, bei der sogar der Twitter-Account des Präsidentenpalastes aufgrund der Differenzen zwischen der ausscheidendenen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und dem neuen Präsidenten Mauricio Macri bedroht wurde, und wir stellten Tamara Adrián vor, die erste Transgender-Abgeordnete, die jemals in Venezuela gewählt wurde.

Bezüglich Meinungsfreiheit, haben wir uns oft mit der Situation, die in Ecuador herrscht, beschäftigt. Beispielsweise von den Geschichten über Crudo Ecuador, dem gerade vom Netz gegangenen Social Media-Phänomen, dass humorvolle Meme veröffentlichte, was jedoch dem Präsidenten Rafael Correa deutlich missfiel. Und wir berichteten auch über zwei Bürger, die ins Gefängnis kamen; einer, weil er während eines Protests applaudiert hatte und der andere wegen Anprangerung für angebliche Vetternwirtschaft innerhalb der Regierung.

Aus Venezuela erläuterten wir, wie ein oder zwei Tweets auf Twitter dazu führten, sieben Menschen ohne kriminellen Hintergrund oder aktiver politischer Zugehörigkeit hinter Gitter zu bringen.

Wir berichteten von den Entwicklungen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Mexico und Chile, ebenso wie von den Bemühungen eines jungen Mexikaners, gegen Transphobie zu kämpfen; damals mit einem von ihm selbst gemachten Video zu dem Thema.

2015 war auch das Jahr des Copa América, dem wichtigsten Fußballturnier des Kontinents. Doch Gabriela García Calderón erzählte uns zum ersten Mal eine ganz andere Geschichte des Tuniers, nämlich die des Copa América der Indigenen Gemeinschaften. MIt Stimmen dafür und dagegen wurde das alternative Turnier am 16. Juli in Arica in Nordchile mit dem Ruf des afafán eingeläutet, einem Gesang, der eigentlich von dem Volk der Mapuchen für Krieg oder Feiern verwendet wird.

Die meistgelesenen Geschichten in den sozialen Netzwerken waren die sonderbaren Reaktionen der Mexikaner von den Anschlägen der Militanten-Gruppe ISIS, ebenso wie die Geschichte einer besonderen muslimischen Community in Kolumbien.

Nicht alle waren Sondermeldungen oder neuartige Entwicklungen, aber sie haben uns gleichermaßen bewegt.

Laura Vidal erzählte uns die unbeschwerte Geschichte von einem YouTube-Blogger aus Ecuador, der seinen Zuschauern erklärt, welche Vorteile es hat, als Latino im Ausland zu sein.

Patricia Carolina Saucedo Añez beschäftigte sich mit dem Thema historische Gedenken in der Ära des Web 2.0. Und Yessika Gonzalez führte uns durch die komplexen sozio-ökonomischen und kulturellen Ereignisse, die sich bei Begräbnisritualen für Kriminelle in Venezuela ereignen.

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