Wir übersetzen die Beiträge von Global Voices in viele Sprachen, damit die Bürgermedien aus aller Welt für alle zugänglich werden.

Erfahre mehr zu Lingua-Übersetzungen  »

Die Iranerin Newsha Tavakolian gewinnt den prestigeträchtigen Prinz-Claus-Preis für ihre “mutige Fotografie”

Portrait of Newsha Tavakolian taken for the Prince Claus Fund by Frank van Beek. Image provided by the Prince Claus Fund and used with permission.

Portrait von Newsha Tavakolian aufgenommen für die Prinz-Claus-Stiftung von Frank van Beek. Bild aus der Prinz-Claus-Stiftung mit Genehmigung verwendet.

Tori Egherman hat sich an der Übersetzung dieses Beitrags ins Englische beteiligt.

Newsha Tavakolian, die als eine der ersten professionellen Fotografinnen des Iran gilt, ist Anfang des Monats als Gewinnerin des holländischen Prinz-Claus-Preises für 2015 angekündigt worden.

Der Preis zeichnet außerordentliche Leistungen im Bereich Kultur und Entwicklung aus. In einer Presseerklärung erklärte die Prinz-Claus-Stiftung die Auswahl von Tavakolian mit ihrer “mutigen Reportage politischer Ereignisse sowie einfühlsamen Portraits und bewegenden Serien zu Themen wie der Unsicherheit der jugendlichen Mittelklasse, kurdische Kämpferinnen oder die Auswirkungen von Sanktionen auf das Leben von Individuen”, die “junge Fotografen im ganzen Mittleren Osten inspirieren”.

Ihre Arbeit wurde im Time Magazine, im National Geographic, Le Figaro, Colors, The New York Times, Der Spiegel sowie in der erstrangigen iranischen Frauenzeitung Zan veröffentlicht. Ihre neue Fotoreportage in der New York Times über das alltägliche und von Sanktionen beeinflusste Leben von Iranern in Teheran mit dem Titel “Stress und Hoffnung in Teheran” hat im Anbetracht des historischen und umstrittenen Nuklearabkommens zwischen dem Iran und den P5+1 Staaten (China, Frankreich, Russland, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Deutschland, Anm. d. Üb.) viel Zugkraft erlangt.

A photo essay by Tavakolian on ordinary lives affected by sanctions in Iran. Screenshot New York Times spread.

Ein Fotoessay von Tavakolian über das von Sanktionen beeinflusste tägliche Leben im Iran. Screenshot von The New York Times spread.

Ihr Ehemann ist Thomas Erdbrink, ein Holländer und der Direktor des Teheraner Büros der New York Times. In einem Artikel mit dem Titel “Sie ist nicht ‘die Frau': Newsha Tavakolian musste für jeden Schritt kämpfen” in der holländischen Tageszeitung de Volkskrant  vom 5. September 2015, beschreibt er ihr journalistisches Ethos, ihre Leidenschaft und Integrität:

In haar eigen land werd haar persaccreditatie haar twee keer afgenomen door de autoriteiten. De laatste keer dat ze niet kon werken, lag ze maanden depressief op de bank. Boos, op alles en iedereen. Ze voelde zich nutteloos.

Uit protest begon ze een project in onze slaapkamer. Het werd een studio waarin ze portretten maakte van haar generatiegenoten, net als zij boos en depressief. Ze noemde het werk Look. Newsha wilde de wereld laten zien dat Iran anders is dan iedereen denkt, en de Iraniërs laten zien hoe depressief ze waren geworden…
Dat succes maakte haar nog vastberadener. In 2014 gaf een Franse bankier haar een prijs van 50 duizend euro voor een project met jonge Iraniërs. Maar toen hij het ‘De verloren generatie’ wilde noemen en persoonlijk haar foto's ging bewerken, pikte ze dat niet. Ze gaf het geld terug.

‘Mijn integriteit is niet te koop’, schreef ze in een open brief die duizenden keren werd gedeeld op Facebook. Uiteindelijk werd de bankier door zijn eigen jury buitenspel gezet en Newsha's project werd precies zo uitgevoerd als zij wilde.

In ihrem eigenen Land ist ihr die Presseakkreditierung zweimalig von den Behörden entzogen worden. Das letzte Mal, als sie nicht arbeiten konnte, hat sie lange Monate deprimiert auf dem Sofa verbracht. Wütend auf alles und jeden. Sie hat sich wertlos gefühlt.

Aus Protest hat sie mit einem Projekt in unserem Schlafzimmer angefangen. Es wurde zu einem Studio, in dem sie Portraits ihrer Generation machte, die genauso wütend und deprimiert waren wie sie. Sie hat es “Blick” genannt. Newsha wollte, dass die Welt sieht, dass der Iran anders ist als das, was sie denken, und sie wollte, dass die Iraner sehen wie deprimiert sie geworden war…

Dieser Erfolg machte sie entschlossener. 2014 vergab ihr ein französischer Banker einen Preis im Wert von 50.000 Euro für ein Projekt über junge Iraner. Aber sie war nicht mit seiner Entscheidung einverstanden, es “Die verlorene Generation” zu nennen und alle Fotos persönlich zu editieren. Sie gab das Geld zurück.

“Meine Integrität steht nicht zum Verkauf”, schrieb sie in einem offenen Brief, der tausende Male auf Facebook geteilt wurde. Am Ende war der Banker von seiner eigenen Jury überstimmt und Newshas Projekt ging genauso vorwärts wie sie es sich vorgestellt hatte.

Zu Tavakolians Anstrengungen, die Hürden für eine weibliche Fotojournalistin im Iran zu überspringen, erklärte Erdbrink:

Iemand vertelde haar over een nieuwe krant, Zan (Vrouw). Newsha smeekte om een baantje als fotografe, maar mocht er alleen als telefoniste aan de slag. Op een dag, toen alle mannelijke fotografen de deur uit waren, was er een spoedklus voor de voorpagina. ‘Ga jij dan in godsnaam maar’, zei de hoofdredactrice.

Die dag stuurde ze vanaf de redactie een fax naar haar vader: ‘Ik heb nu een echte baan met salaris. Ik ga mijn eigen auto kopen en op vakantie naar de Kaspische zee.’

Maar voor vakantie had ze geen tijd, toen niet en nu ook niet.

In plaats daarvan kwam ze als enige vrouw een voetbalstadion vol mannen binnen door over een muur te klimmen. Toen de mannelijke hoofdredacteur haar foto van een demonstratie voor meer vrouwenrechten niet op de voorpagina wilde zetten, maakte ze zo'n ruzie met hem dat ze werd ontslagen – een week later werd ze weer aangenomen.

In 1999, toen woedende studenten zes dagen lang in de straten van Teheran vochten voor meer vrijheid, sliep ze een week tussen de barricades. Ze klom in bomen om foto's te nemen, haar mannelijke collega's kunnen nog levendig vertellen hoe verontwaardigd ze waren dat een jong meisje veel betere beelden had dan zij.

Sie hörte von einer neuen Zeitung: Zan (Frau). Newsha hat um einen Job als Fotografin gebettelt, aber es gab nur eine offene Stelle an der Rezeption. Eines Tages, als alle Fotografen außer Haus waren, wurde dringend ein Bild für die Titelseite gebraucht. “Machen Sie es, um Gottes Willen,” sagte der Chefredakteur.

An diesem Tag schickte sie ein Fax an ihren Vater: “Ich habe einen richtigen Job mit einem festen Gehalt. Ich werde mir ein eigenes Auto kaufen und Urlaub am Kaspischen Meer machen.” Aber sie hatte keine Zeit für Urlaub, weder damals noch heute.

Newsha kletterete über eine Mauer und war die einzige Frau in einem Fußballstadium voller Männer. Als der männliche Chefredakteur ihr Foto einer Frauenrechtsdemonstration nicht veröffentlichen wollte, diskutierte sie so vehement mit ihm, dass sie gefeuert und eine Woche später wieder eingestellt wurde.

Im Jahr 1999, als wütende Studenten für sechs Tage in den Straßen von Teheran für mehr Freiheit kämpften, schlief sie zwischen den Barrikaden. Sie kletterte auf Bäume, um Fotos zu machen. Ihre männlichen Kollegen können sich lebhaft daran erinnern, wie empört sie darüber waren, dass ein junges Mädchen bessere Bilder machte als sie selbst.

our man in tehran

Ein Screenshot von “Unser Mann in Teheran” in der New York Times mit Thomas Erdbrink und Newsha Tavakolian.

Newsha spielte auch in Erdbrinks Dokumentarreihe “Unser Mann in Teheran”, produziert vom holländischen Fernsehsender VPRO und gezeigt in der The New York Times, eine tragende Rolle.

Gefragt nach der Reaktion, lediglich als Erdbrinks Ehefrau Aufmerksamkeit zu erregen, beschrieb dieser ihren Unmut wie folgt:

Nadat mijn televisieserie over Iran was uitgekomen, hebben we maanden ruzie gehad. Sommige mensen in Nederland noemden haar ‘de vrouw van Onze man in Teheran’. Had ze daar al die jaren voor gevochten, om ‘de vrouw van’ te zijn?, verweet ze me.

Nachdem meine Reihe über den Iran erschienen war, haben wir monatelang gestritten. Manch einer in den Niederlanden nannte sie “die Frau von unserem Mann in Teheran”. Sie machte mir Vorwürfe und fragte mich, ob sie all diese Jahre dafür gekämpft habe, um “die Frau von” zu werden.

Portrait of an angry Kurdish woman in Northeastern Syria… #onassignment #Timemagazine

Ein Foto, gepostet von Newsha Tavakolian (@newshatavakolian) on

Nachdem sie vom Gewinn des mit 100.000 Euro dotierten Prinz-Claus-Preises gehört hatte, erklärte Tavakolian auf ihrer Facebookseite:

Unfortunately it is hard for me to enjoy this prize as much as I would like to, seeing the region where I work and live in flames and tens of thousands seeking refuge in faraway lands.

Leider fällt es mir schwer, mich über den Preis so zu freuen, wie ich es gerne tun würde, wenn ich sehe, dass die Region, in der ich arbeite und lebe in Flammen steht und Hunderttausende Zuflucht in weiter Ferne suchen.

Sie fragte nach Vorschlägen von Organisationen, denen sie spenden könnte und die “den Menschen auf gute und transparente Art helfen”. Sie widmete den Preis “allen Kollegen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um Geschichten von anderen zu erzählen, denen niemand zuhört.”

Tavakolian hat 15.000 Euro ihres Preisgeldes einer Hilfsorganisation für syrische und irakische Flüchtlingen zugewiesen, während 30.000 Euro ihres Preisgeldes bereits für mehrere Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen, die im Bereich unabhängige Fotografie, Kinderkrebshilfe und Naturschutz im Iran tätig sind, zur Seite gelegt wurde.

Zu ihrer Reaktion auf den Preis sagte Tavakolian des weiteren:

I am extremely humbled and overwhelmed to have been chosen as the winner of the 2015 principal Prince Claus award. I will never forget this day in my life.

Ich bin zutiefst gerührt und überwältigt, für den erstrangigen Prinz Claus Preis 2015 ausgewählt worden zu sein. Ich werde diesen Tag in meinem ganzen Leben nicht vergessen.

Unterhaltung beginnen

Für Autoren: Anmelden »

Richtlinien

  • Alle Kommentare werden moderiert. Sende nicht mehrmals den gleichen Kommentar, damit er nicht als Spam gelöscht wird.
  • Bitte geh respektvoll mit anderen um. Hass-Kommentare, Obszönes und persönliche Beleidigungen werden nicht freigeschaltet..