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IRANISCHES KINO #2: 14 zensierte Filme aus dem Iran (seit 2007)

Maadare Qalb Atomi (Mother of a Atomic Heart). Image from film publicity.

Maadare Qalb Atomi (Atomherzmutter) wurde ohne offizielle Erklärung aus den Kinos verbannt. Das Foto stammt aus dem Publikationsmaterial des Films.

Dies ist der zweite Teil eines ursprünglich auf iranhumanrights.org erschienenen Beitrags und wird hier in Zusammenarbeit mit der Plattform “The International Campaign for Human Rights in Iran” erneut veröffentlicht. Lest auch den ersten Teil des Beitrags auf Global Voices.

Auch unter dem amtierenden Präsidenten Hassan Rouhani zensiert der Iran weiterhin Filme, trotz wiederholter Aussagen des Präsidenten selbst, in denen er sich für mehr kulturelle Freiheit in der Islamischen Republik ausspricht.

“Rastakhiz” ist der aktuellste Zugang auf der Liste des verbotenen Kinos. Der Film wurde im Juli 2015 vom Ministerium für Kultur und Islamische Führung aus den Kinos verbannt, unter direkten Anweisungen Rouhanis.

Die Organisation “The International Campaign for Human Rights in Iran” hat im Folgenden einen Bericht über insgesamt 14 Filme zusammengestellt, die im Iran seit 2007 zensiert wurden. Auch weitere Filme dürften der Zensur zum Opfer gefallen sein, ihre Macher blieben jedoch stumm in der Hoffnung, doch noch eine Vorführerlaubnis zu erhalten.

RASTAKHIZ (Hussein, der Nein sagte), Regisseur: Ahmad Reza Darvish

Director Ahmad Reza Darvish directed the epic religious tale of the Ashura revolt. Despite abiding by many of Iran's religious ethics to make the film, conservative religious elements eventually called for its ban. Image from the Art Director, published for reuse.

Der Regisseur Ahmad Reza Darvish verfilmte die epische religiöse Saga der Aschura-Revolte. Man hielt sich zwar beim Dreh des Films an die vielen religiösen Moralgesetze des Iran, doch trotzdem forderten konservativ-religiöse Parteien die Zensur. Foto mit freundlicher Genehmigung des Art Directors.

Rastakhiz” (Hussein, der Nein sagte) war erstmals am 15. Juli 2015 in den Kinos zu sehen, wurde aber nur Stunden nach seiner Veröffentlichung aufgrund der Kritik konservativ-religiöser Amtsträger und der Proteste prominenter religiöser Persönlichkeiten vor dem Ministerium für Kultur und Islamische Führung, verbannt.

“Rastakhiz” ist ein religiös motivierter Spielfilm, der im Iran des 7. Jahrhunderts spielt und die Geschichte der sogenannten Aschura-Revolte erzählt. Hussein, der Enkel des Propheten Mohammed und dritter Imam im schiitischen Islam, kämpfte gegen den herrschenden Kalifen und starb in einer Schlacht in der Nähe von Karbala. Einige der religiösen Führer nahmen Anstoß an der Darstellung des Onkels von Imam Hussein – Abolfazl al-Abbas. Nach Auffassung einiger schiitisch-islamischer Rechtsgelehrter im Iran ist es verboten, die Gesichter des Imams und seiner Familienmitglieder zu zeigen.

Der Regisseur Ahmad Reza Darvish erhielt viel Lob und Auszeichnungen für “Rastakhiz” während des internationalen Film Festivals Fajr 2015. Die Kritik aus dem religiösen Lager war dennoch so schwerwiegend, dass er sich dazu gezwungen sah, 40 Minuten des Films zu schneiden, um die Sittenrichter aus dem Ministerium für Kultur und Islamische Führung zufriedenzustellen. Trotzdem waren einige religiöse Führer immer noch nicht zufrieden und zwangen das Ministerium letztlich dazu, die Vorführgenehmigung zurückzuziehen.

“Soweit ich das als Regisseur mitbekommen habe, wurde dieser Film unter Einhaltung der Ansichten unserer religiösen Führer gedreht. Während der Entwicklungsphase, als wir die Erlaubnis für die Produktion erhielten, genauso, wie während des Drehs selbst,” teilte Darvish der offiziellen iranischen Studenten-Nachrichtenagentur ISNA mit. “Sogar noch vor der öffentlichen Vorführung, während noch Änderungen am Film vorgenommen wurden, waren Vertreter der ehrenvollen religiösen Anführer amwesend, einige von ihnen lobten sogar die Filmemacher.”

Nach Angaben des Sprechers aus dem Ministerium für Kultur und Islamische Führung – Hossein Noushabadi – wird “Rastakhiz solange zensiert bleiben, bis die Probleme gelöst sind. Auf jeden Fall wird der Film in den Kinos gezeigt, wir hoffen jedoch, dass der angesehene Regisseur und Produzent mit uns zusammen an der schnellen Lösung des Problems arbeiten wird.” Es ist unklar, ob Darvish erneuten Veränderungen zustimmen wird.

KHANEH DOKHTAR (Das Haus des Mädchens), Regisseur: Shahram Shah-Hosseini

Image from Khooneh Dokhtar (The Girl's House), a film banned for being against "traditional and family values" by hardliners. Image from ICHRI.

Bilder aus dem Film Khooneh Dokhtar (Das Haus des Mädchens), der zensiert wurde, da er sich gegen “traditionelle Werte und Familienwerte” richtet. Foto von ICHRI.

“Das Haus des Mädchens” (2014) des Regisseurs Shahram Shah-Hosseini wurde von Parviz Shahbazi geschrieben und handelt von den Problemen iranischer Frauen. Der Film erzählt die Geschichte zweier Universitätsstudentinnen, die das Geheimnis um den Mord einer ihrer Kommilitoninnen zu lösen versuchen.

Die konservativen Medien haben den Film aufgrund mangelnder “traditioneller Werte und Familienwerte” stark kritisiert und trotz mehrerer Überarbeitungen wurde noch immer keine öffentliche Vorführerlaubnis erteilt.

“Das Haus des Mädchens” wurde nur während des Film Festivals Fajr 2015 gezeigt. Danach wurde er aus ultrakonservativen religiösen Kreisen massiv angegriffen, woraufhin sich die Abteilung für kulturelle Angelegenheiten der Gemeinde Teheran gegen seine Ausstrahlung in Kinos unter seiner Führung stellte.

Das staatliche Medienkonglomerat IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) berichtete, dass “nahezu alle Zuschauer” den Film für unmoralisch halten würden und die konservative Nachrichtenagentur Fars News Agency beschrieb den Film als einen Versuch, religiöse Muslime zu dämonisieren und ausländischen Festivaljuroren zu gefallen. Der Regisseur Shah-Hosseini hat diese Kritik zurückgewiesen. “Ich lehne jegliche Anschuldigungen ab, die behaupten, der Film sei gegen die islamische Moral im Iran,” sagte er der ISNA Nachrichtenagentur.

MEHMOUNIYE KAMI (Kamis Party) und MAADARE QALBE ATOMI (Atomherzmutter), Regisseur: Ali Ahmadzadeh

kami

Werbematerial für dem Film Kamis Party.

Ali Ahmadzadeh hat im Laufe seiner jungen Karriere als Regisseur zwei Filme gedreht, die beide noch auf eine Vorführgenehmigung warten. Sein erster Film, “Kamis Party” handelt von einer Gruppe Jugendlicher auf Reisen und wurde abgelehnt, weil sich die Schauspielerinnen nach Meinung der Behörden nicht anständig verhüllten.

“Atomherzmutter”, Ahmadzadehs neuester Film, schaffte es ebenfalls nicht in die Kinos, ohne dass es dazu eine offizielle Erklärung gab. Aber sein Titel hat Spekulationen angeheizt, der Grund könnten Anspielungen auf das Atomprogramm des Iran sein. Trotz der Probleme in seinem Heimatland, wurden Ahmadzadehs Filme im Ausland gut aufgenommen. “Kamis Party” gewann den Preis “Bester Film” im Rahmen des 3. Festivals Iranischer Filme in Prag und “Atomherzmutter” wurde am Berliner Filmfestival gezeigt.

Ein Mitglied des Produktionsteams von “Atomherzmutter” erzählte der Organisation “The International Campaign for Human Rights in Iran”, dass die Gutachter keine Erklärung abgegeben hätten, warum der Film zensiert wurde. “Normalerweise hat der Film nach Zensur und Überarbeitung eine Chance auf eine Vorführgenehmigung, die Überwacher besprechen das mit dem Regisseur. Aber es gibt einige Filme mit fundamentalen Problemen im Bezug auf Handlung, Drehbuch, sowie Produktion und in so einem Fall bemühen sich die Gutachter gar nicht erst um eine Besprechung,” fügt er hinzu.

ASABANI NISTAM (Ich bin nicht wütend), Regisseur: Reza Dormishian

Asabani Nista. Promotional film photo.

Asabani Nista. Promotionsmaterial des Films.

“Ich bin nicht wütend” hatte seine Premiere auf dem internationalen Film Festival Fajr 2014, nachdem der Regisseur Reza Dormishian zugestimmt hatte, 17 Minuten des Films zu schneiden, darunter auch die finale Szene. Zur gleichen Zeit wurde der Film auch auf dem Berliner Film Festival gezeigt, dort aber mit der Abschlussszene.

“Ich bin nicht wütend” wurde durchgehend von den Festivalbesuchern gelobt, die Reaktion der konservativen Mitglieder des Parlaments, der staatlichen Medien, sowie konservativer Organisationen mit Einfluss jedoch war genau das Gegenteil. Diese Reaktionen zwangen die offiziellen Behörden dazu, Sondervorführungen des Films zu verbieten und eine Pressetour zu Promotionszwecken abzusagen.

Dormishians Film handelt von einem Studenten, der wegen seiner politischen Aktivitäten und seiner Aggressionsprobleme der Universität verwiesen wird. Den konservativen Kritikern missfällt besonders eine Szene, in der die turbulenten Geschehnisse nach den Wahlen 2009 in einem positiven Licht gezeigt werden.

Trotz seiner Beliebtheit beim Publikum des Film Festivals Fajr wurde “Ich bin nicht wütend” von der Nominierungsliste des Festivals gestrichen, um sicherzugehen, dass er keine Preise erhielt. Obwohl der Hauptdarsteller Navid Mohammadzadeh zuvor für den Preis als “Bester Schauspieler” nominiert war. Während der Preisverleihung selbst wurde diese Nachricht auf Wunsch des Regisseurs vorgelesen: “Aus Respekt vor der Integrität des iranischen Kinos und um den Frieden zu bewahren, geben wir unsere Preise ab und hoffen auf bessere Tage.”

BOLOOKE NOH KHOROOJIE DO (Block 9, Ausgang 2), Regisseur: Alireza Amini

Das internationale Film Festival Fajr 2014 weigerte sich den Film “Block 9, Ausgang 2″ des Regisseurs Alireza Amini zu zeigen, da die Organisatoren fanden, er sei zu “bitter”. Trotzdem wurde er auf einer Reihe ausländischer Film Festivals gezeigt und gewann erst kürzlich in den Kategorien “Bester Film” und “Bester Schauspieler” beim Kimera Film Festival in Italien.

ASHGHALHAYE DOOSTDASHTANI (Hübscher Müll), Regisseur: Mohsen Amiryoussefi

Ashghalhaye Doosta

Ashghalhaye Doostashtani. Promotionsmaterial des Films.

“Hübscher Müll” bekam im Jahr 2012, noch unter der Präsidentschaft Ahmadinejads, keine öffentliche Vorführgenehmigung. Der Regisseur Amiryoussefi ist auch heute immer noch nicht in der Lage, seinen dritten Film in den Kinos zu zeigen, da die Gutachter unglücklich über eine Szene sind, in der es um die viel diskutierten Präsidentschaftswahlen 2009 geht.

Der Film beginnt mit einer Gruppe Demonstranten, die gegen das Ergebnis der Wahlen protestieren. Sie flüchten vor den Sicherheitsbeamten und verstecken sich im Haus einer alten Frau. Dort diskutieren sie über und kritisieren, was sich die letzten 30 Jahre ereignet hat.

“Trotz der Hartnäckigkeit des Regisseurs und einiger Politiker bekam dieser Film keine Vorführgenehmigung und es gibt auch weiterhin keine Pläne, ihn zu zeigen,” sagte der Sprecher des Ministeriums für Kultur und Islamische Führung, Hossein Noushabadi, im November 2014.

KHERS (Der Bär), Regisseur: Khosro Masumi

Khers. Promotional film image.

Werbematerial des Films Khers.

“Der Bär” (2011) erzählt die Geschichte eines Kriegsgefangenen, der nach vielen Jahren in Gefangenschaft nach Hause zurückkehrt, wo er herausfinden muss, dass seine Frau wieder geheiratet hat. Trotz der einiger Überarbeitungen wurde der Film noch immer nicht für die Öffentlichkeit freigegeben.

“Der Film hat keine Grenzen überschritten. Wir haben einige Änderungen für das Fajr-Festival vorgenommen,” erzählte der Regisseur Khosro Masumi der Zeitung Aftab am 30. November 2014. “Trotz unserer Bemühungen wird der Film immer noch zensiert und es ist unklar, warum. Das ist auch unangenehm für den Produzenten, der in den Film investiert hat. Ich habe aber immer noch die Hoffnung, dass “Der Bär” gezeigt werden wird.”

GOZARESHE YEK JASHN (Der Bericht eines Festes), Regisseur: Ebrahim Hatamikia

Gozareshe Yek Jashn. Image from Borna News, published for reuse.

Gozareshe Yek Jashn. Foto mit freundlicher Genehmigung von Borna News.

“Der Bericht eines Festes” wurde während seiner ersten Ausstrahlung am Filmfestival Fajr 2011 gleich für mehrere Preise nominiert. Der Film verfolgt die Ereignisse in einer Partneragentur, geleitet von einer Frau, die von der Polizei belästigt wird. Kritiker beschuldigen den Regisseur Hatamikia die wahre Botschaft des Films, eine Unterstützung für die Anzweifler der Echtheit der Wahlergebnisse 2009, zu verstecken.

In einer noch nie dagewesenen Geste kaufte die staatliche Filmorganisation die Rechte des Films auf und deckte damit Hatamikias Produktionskosten. Diese bevorzugte Handlung erhielt bisher noch keiner der zensierten Filme. Hatamikia hat den Status des Films nicht kommentiert.

“Das Ministerium für Kultur und Islamische Führung hat die Rechte zu diesem Film und nicht vor, ihn zu zeigen,” so der Sprecher des Ministeriums, Hossein Noushabadi.

KHIABANHAYE ARAM (Ruhige Straßen), Regisseur: Kamal Tabrizi

Khiabanhaye Aram. Promotional film image.

Werbematerial des Films Khiabanhaye Aram.

Die Hauptfigur in “Ruhige Straßen” ist ein Reporter, der sich plötzlich in Geschehnissen, ähnlich zu jenen nach den Wahlen 2009, wiederfindet. Es überrascht daher nicht, dass dieser Film bis jetzt noch nicht in den Kinos gezeigt wurde.

“Ich war mir ziemlich sicher, dass der Film verboten werden würde, weil die offiziellen Behörden intolerant sind. Es gibt gewisse Empfindlichkeiten um diesen Film und nach dem was sie uns mitgeteilt haben, wird der Film zum jetzigen Zeitpunkt nicht gezeigt werden, da er irgendwie mit den Ereignissen 2009 verbunden ist,” lässt der Regisseur Kamal Tabrizi im August 2013 gegenüber der Borna Nachrichtenagentur vernehmen.

PARINAAZ, Regisseur: Bahram Bahramian

Parinaaz. Promotional film image.

Werbematerial des Films Parinaaz.

Bahram Bahramians zweiter Film handelt von einem kleinen Mädchen, dass nach dem Tod seiner Eltern von Verwandten aufgezogen wird. Die Hauptfigur, gespielt von Fatemeh Motamed-Aria, ist eine traditionelle, Tschador (Ganzkörpermantel) tragende Frau.

“Diese Frau ist sehr religiös. Sie leidet unter tiefen, persönlichen Problemen, die wiederum Probleme im eigenen Haushalt verursachen. Obwohl sich diese Probleme am Ende des Films lösen, meinten die Kinobehörden, dass eine Frau im Tschador niemals unter moralischen oder psychologischen Problemen leidend gezeigt werden solle,” erklärte der Produzent des Films, Abdolhamid Najibi, in einem Interview aus dem Juli 2014.

Nach der Wahl des Präsidenten Rouhani und den Einzug neuer Beamter, verantwortlich für die Filmindustrie, wurde für “Parinaaz” eine Vorführgenehmigung ausgestellt, der Film wurde bisher jedoch immer noch nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.

EEN YEK ROYA NIST (Dies ist kein Traum), Regisseur: Mahmoud Ghaffari

Een Yek Roya Nist. Promotional film image.

Werbematerial des Films Een Yek Roya Nist.

“Dies ist kein Traum” ist Mahmoud Ghaffaris erster Spielfilm und wurde 2010 gedreht. Darin geht es um ein junges Mädchen, das in der komplexen Beziehung eines Paares aufgerieben wird.

“'Dies ist kein Traum’ wurde an das Film Festival Fajr 2013 gesendet, doch nach der Vorführung vor dem Auswahlkomittee wurde mir gesagt, dass Änderungen nötig seien. Daran habe ich mich gehalten. Doch sogar nach den Veränderungen wurde er erneut zurückgewiesen,” so der Regisseur des Films, Mahmoud Ghaffari gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr am 7. Januar 2013.

KHANEYE PEDARI (Das Haus meiner Eltern), Regisseur: Kianoush Ayari

Khaneye Pedari. Promotional film image.

Werbematerial des Films Khaneye Pedari.

“Das Haus meiner Eltern” bekam 2014 eine Vorführgenehmigung, 5 Jahre nach seiner Entstehung. Aber nach nur 10 Vorführungen in einem Kino in Teheran wurde er von den Behörden erneut verboten.

Es gab viel Kritik für eine Szene, in der ein fanatischer Junge seine Schwester brutal mit einem Stein ermordet. Der erfahrene Regisseur Kianoush Ayari glaubt, dass das nicht der wahre Grund hinter der Zensur ist. “Die Szene, in der dem Jungen von seinem Vater befohlen wird, seine Schwester mit einen Stein zu erschlagen, dauert nur einige Sekunden. Das ist die einzige gewalttätige Szene, was nichts ist, im Vergleich zu Szenen in anderen Filmen, die ohne Probleme in den Kinos gezeigt werden. Das ist eindeutig eine Ausrede. Es sieht so aus als gäbe es noch andere Interpretationen, die zum Verbot geführt haben,” erzählt Ayari der Organisation “The International Campaign for Human Rights in Iran”. “Es wurde erwähnt, dass der Film die Tendenz zeigt, islamische Verhaltensweisen abzulehnen, aber ich stimme dem nicht zu. Diese Interpretation ist vollkommen falsch,” fügt er hinzu.

Der härteste Kritiker Ayaris ist das iranische Parlament. Einen Tag vor der nur kurzlebigen Vorführung von “Das Haus meiner Eltern” am 25. Dezember 2015 sagte Morteza Agha-Tehrani, ein Mitglied des Komitees für kulturelle Angelegenheiten, dass die Abgeordneten der Meinung waren, “Das Haus meiner Eltern” sei für öffentliche Vorführungen ungeeignet und daher die Genehmigung zurückgezogen haben.
“Es ist nicht richtig, die Geschichte unserer Nation mit fehlgeleiteten Ideen anzugreifen und unsere Vorväter der Diskrimination und Gewalt gegen Frauen [zu beschuldigen],” so Agha-Tehrani.

SAD SAL BEH EEN SALHA (Hundert Jahre wie diese), Regisseur: Saman Moghadam

Sad Sal Beh Een Salha. Promotional film image.

Werbematerial des Films Sad Sal Beh Een Salha.

Die Hauptfigur des Films “Hundert Jahre wie diese” (2007) von Saman Moghadam ist eine Frau namens Iran, die über einen Zeitraum von 30 Jahren in den verschiedenen Stadien ihres Lebens gezeigt wird. Zuerst verliert sie ihren Mann in der Revolution von 1979, dann ihren Sohn im Iran-Irak Krieg, sowie weitere Verwandte, die zu Opfern verschiedener politischer und gesellschaftlicher Aufstände wurden.

Die Anspielungen auf den menschlichen Preis der Revolution und des Establishments iranische Republik machten es den Behörden schwer, ihn für die Öffentlichkeit freizugeben. Aufgrund dessen wurde der Film nur während des Filmfestivals Fajr 2010 gezeigt.

“'Hundert Jahre wie diese’ hat unter der letzten Regierung eine Vorführerlaubnis erhalten, aber unter dieser Regierung gibt es keine Pläne für die Veröffentlichung,” so der Sprecher des Ministeriums für Kultur und Islamische Führung Hossein Noushabadi im November 2014.

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