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15 Menschen in Asir durch Angriff des IS auf eine Moschee der saudischen Sicherheitsbehörden getötet

Asirattack

Foto der Moschee nach den Angriffen. Screenshot des saudi-arabischen Nachrichtensenders Al Ekhbariya.

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Am Donnerstag kam es in Saudi Arabien zu einem weiteren Selbstmordattentat, dieses mal in einer Moschee des Hauptquartiers der Spezialeinheiten in Asir, im Südwesten Saudi Arabiens, bei dem 15 Menschen getötet und neun verletzt wurden. Der vom IS geplante Angriff wurde durch Abu Sinan Al Najdi ausgeführt.

Dies war der mittlerweile vierte Bombenangriff auf eine Moschee in Saudi Arabien, aber der erste auf eine nicht-Schia Moschee. Letztes Jahr im November wurden acht Menschen in der östlichen Provinz Al Ahsa getötet, als Bewaffnete ein Schia Gemeindezentrum angriffen. Der IS, ein Verbündeter der Al-Qaeda, bekannte sich zu zwei weiteren Attentaten in den östlichen Provinzen, eines in Qatif mit 21 Toten und ein zweites in Dammam, welches vier Menschen tötete. In Kuwait kamen im Juni bei einem weiteren Bombenangriff auf eine Schia Moschee 27 Menschen zu Tode und auch zu diesem Angriff bekannte sich der IS. Am 16. Juli wurden in Riyadh durch eine Autobombe ein Mann getötet und zwei Sicherheitsbeamten verletzt.

” [Das Attentat ereignete sich] während eine Gruppe der Spezialeinheit aus der Asir Region zusammen im Hauptquartier der Armee ihr Al-Duhur (Abendgebet) sprach,” berichtet die Saudische Presseagentur und zitiert damit den Sprecher des Innenministeriums.


Lese auch unsere Berichterstattung über den Angriff auf Global Voices Checkdesk (auf Englisch)

Das Attentat wurde im Hauptquartier der Spezialeinheiten in Asir verübt, nahe der jemenitischen Grenze. Der IS gab in einer Stellungnahme an, dass der Attentäter einen Sprengstoffgürtel trug. Die neu mit dem IS affilierte Terrorgruppe Al-Hijaz Provinz bekannte sich durch Stellungnahmen im Netz zu dem Attentat.

Nach dem Angriff im letzten Monat führten die saudischen Sicherheitskräfte eine landesweite Suche durch, die in der Verhaftung von über 400 Personen, angeblich mit Verbindungen zum IS, resultierte, so der Innenminister am 18. Juli.

In den sozialen Medien erregte die Nachricht von dem Attentat in Asir große Aufmerksamkeit:

Das Nachrichtenportal Alhadath KSA berichtete als erstes von dem Attentat und sagte dazu:

Ein Selbstmordattentäter jagt sich im Gebäude der Spezialeinheiten in Asir in die Luft. Einige der Sicherheitsbeamten wurden getötet, andere sind verletzt.

Aufnahmen aus dem Inneren der Moschee zeigen, wie saudische Sicherheitsbeamten die Stelle der Explosion untersuchen:

https://youtu.be/wn9ul2SYudc

Saad Alshahrani teilt eine Foto, welches den Prinzen von Asir, Faisal bin Khalid, beim Besuch der Moschee nach dem Angriff zeigt:

Prinz Faisal bin Khalid erreicht gerade den Ort des Geschehens nach dem schmerzlichen Ereignis.

Auf Twitter zeigen die Menschen Respekt für und Zusammenhalt mit den Opfern. Akl Albahli schreibt:

Wenn man gewalttätigen Extremismus in dummen sozialen Problemen sieht, erkennt man das Ausmaß der Gefahr, wenn sie ein Programm zur Auslöschung der Nation initiieren, welches die Extremisten als blindes Werkzeug benutzt.

Faeq Muneef reagiert auf die Tatsache, dass Menschen während des Betens getötet wurden:

Diese Terroristen werden regelrecht zu Experten, was das in die Luft jagen von betenden Menschen angeht, so als ob sie dazu von einer satanischen Religion bewegt würden, welche ihnen befiehlt, Moslems zu terrorisieren und die Menschen an ihren religiösen Pflichten zu hindern.

Der saudische Schriftsteller Abdulla Alami fügt hinzu:

Für eine Änderung in der Mentalität von Terroristen, die sich seit über 30 Jahren entwickelt hat, bedarf es mehr als nur die Weiterentwicklung von Lehrplänen (in Schulen), die Überwachung der Kanzel in den Moscheen und die Strafverfolgung der Täter.

Der Arbeitsminister Mufarrij Al-Haqbani versichert:

Wir halten zusammen gegen jeden, der dieses Land und seine Menschen beleidigt, egal ob Anführer, Sicherheitskräfte oder die Bevölkerung.

Der saudische, schiitische Geistliche Sayyed Hassan Al Nemer fügt hinzu:

Der schwarze Terrorismus vergießt von Dalalwa (eine Nachbarschaft in Ahsa, wo das erste Attentat stattfand) bis nach Qudaih (in Qatif) unschuldiges Blut, auch in Dammam und Qatif und letztendlich mit dem Angriff auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in Asir. Möge der Herr diese Nation und ihre Märtyrer segnen.

Der saudische Journalist Adhwan Alahmari fragt:

Vor dem Angriff auf die Moschee wurde vor 11 Jahren auch die Generaldirektion der Sicherheitsbehörde in Riyadh ins Visier genommen. Wurde über die daran beteiligten die Todestrafe verhängt? Oder wurden sie (vom Saudiarabischen Rehabilitationsprogramm) begleitet?

Al Marid meint, dass es der IS nun auf ganz Saudi Arabien abgesehen hat und nicht mehr nur auf einzelne Sekten (Anm.: religiösen Strömungen):

Nach diesem Angriff gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass nicht nur ein Teil der Gesellschaft angegriffen wir, sondern das Land als Ganzes mit allen seinen Sekten. Wacht auf!

Der saudische Schriftsteller Nabeel Almojil merkt an:

Wir haben es schon Millionen mal gesagt. Trocknet die Quellen des Terrorismus aus. Dazu braucht es keine Spionageoperationen, denn ihre Symbole und Quellen sind direkt unter uns.

Abschließend kommentiert der saudische Anwalt Khalid Abo Rashed:

Gestern wurden die Schias bombardiert, heute die Sunnis. Keiner ist immun, egal ob Zivilist oder Polizist. Letzten Endes ist die Nation das Ziel.

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