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Attentat auf schiitische Moschee in Kuwait: 24 Tote

Bloodstained Shia cleric survives the suicide attack on the mosque in #Kuwait, tweets @Hayder_alKhoei

“Dieser blutbefleckte schiitische Geistliche hat das Selbstmordattentat auf die Moschee in #Kuwait überlebt”, twittert @Hayder_alKhoei

Mindestens 27 Menschen wurden getötet und eine große Anzahl weiterer Menschen verletzt, als sich heute ein Selbstmordattentäter aus den Reihen der IS in der Imam-al-Sadeq Moschee in Kuwait in die Luft sprengte. In den sozialen Netzwerken bekennt sich die Terrorgruppe IS zu dem Attentat auf die Schia Moschee. Es ist das Vierte in einer Reihe von Attentaten auf Schia Moscheen in den Golfstaaten in den letzten Monaten.

Letzten Monat bekannte sich die IS zu zwei ähnlichen Angriffen auf schiitische Moscheen im benachbarten Saudi-Arabien, dem Zentrum des Wahhabismus, einer fundamentalistischen Interpretation des Islam. Die Wahhabisten sehen ihre Religion sei die “offizielle Interpretation des sunnitischen Islam”. Am 22. März riss ein Selbstmordattentäter 23 Menschen in den Tot und verwundete 201 weitere, als er sich in der Imam Ali Moschee in Al-Qadih, in der östlichen Provinz Qatif in Saudi Arabien, in die Luft sprengte. Am darauf folgenden Freitag, dem 31. Mai wurden durch ein Selbstmordattentat drei Menschen getötet. Ein saudischer Ableger der IS – Walayat Najd – bekannte sich zum Anschlag. Weitere 10 Menschen erlitten Verletzungen, als sich ein Selbstmordattentäter vor der schiitischen Moschee im nahe gelegenen Dammam in die Luft sprengte.

Im November letzten Jahres starben acht Menschen während einer religiösen Feierlichkeit in Al Ahsa, ebenfalls in der östlichen Provinz gelegen, bei einem Angriff auf ein schiitisches Gemeindezentrum durch bewaffnete Männer.

Weitere (englischsprachige) Informationen gibt es beim Global Voices Checkdesk: Selbstmordattentat auf eine Moschee in Kuwait

Jetzt ist auch Kuwait unter den Opfern des IS-Terrors, entfesselt gegen die Anhänger des schitischen Islam. Die Terrorgruppe IS ist ein Ableger der Al Qaeda und kontrolliert mittlerweile die Hälfte Syriens und große Teile des Irak.

Die Nachricht über das Attentat verbreitete sich schnell über die sozialen Netzwerke und es wurden anschauliche Bilder der Opfer und der Schäden an der Moschee geteilt.

Dieses Video wird fleißig in den Sozialen Netzwerken geteilt, man sieht darin die Nachwehen des Attentats:

Video aus dem Inneren der Imam al-Sadiq Moschee #Kuwait

Hier eine Auswahl an Fotos aus dem Inneren der Moschee. Einige davon zeigen auch die Toten und Verletzten des Angriffs:

Mehrere Tote bei Angriff auf eine Moschee in #Kuwait – mehr Informationen unter dem Hashtag #تفجير_مسجد_الصوابر

Die IS bekannte sich zu dem Angriff, ebenfalls in den sozialen Netzwerken:

Die #IS “Wilayat Najd” hat eine formale Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Verantwortung für das Attentat auf die Moschee in #Kuwait übernimmt.

Auch die Netzbürger äußern ihre Meinungen in den sozialen Netzwerken. Sie geben ihrem Schock über die Angriffe Ausdruck, vor allem darüber, dass das Attentat während des Ramadan – des heiligen Fastenmonats im Islam – verübt wurde.

Nasra Buashwan aus Bahrain twittert:

Ich verliere noch den Verstand. Jemand hat tatsächlich geglaubt, betende Menschen in einem Gotteshaus während eines Freitags im Ramadan zu töten, sei eine gute Idee.

Andere sagen, dass dies die natürliche Antwort darauf sei, dass Staaten gegenüber dem wachsenden Sektierertum, dass von den Kanzeln in den Moscheen und im Lehrplan der Schulen dieser Region aus verbreitet wird, beide Augen zudrücken.

Maitham aus Bahrain merkt an:

Ich sehe, einige von euch sind tatsächlich überrascht. Wenn man Jahre damit zubringt, die Köpfe der Menschen mit Ideologien zu füllen, die besagen, dass Anhänger des schiitischen Islam Abtrünnige und Ungläubige sind, ist es nur eine Frage der Zeit bis jemand auf die Idee kommt sich selbst in die Luft zu jagen, um die Ungläubigen zu töten.

Die irakische Journalistin Mina Al Oraibi erklärt dazu:

Die Angriffe auf die schiitischen Moscheen der Golfstaaten ist ein Versuch, den Hass zu entfachen… Die Prediger, die zum Sektierertum anstiften sind genauso schuldig wie die Attentäter selbst.

Die Menschenrechtsaktivistin Maryam Al Khawajah aus Bahrain fügt hinzu:

Die Golfmonarchien scharren sich zusammen um ihr Beileid auszudrücken. Gleichzeitig erlauben sie aber weiterhin das #Sektierertum, welches für diese Attentate verantwortlich ist und brüten es oft sogar selbst aus.

Überraschenderweise wird Kuwait sogar beschuldigt, die Terrorgruppe IS aktiv zu fördern.
Der Staatssekretär der USA für Terrorismus und Finanzielle Aufklärung, David Cohen, beschuldigte Kuwait erst kürzlich, einige Aktivitäten der IS zu finanzieren:

a number of fundraisers operating in more permissive jurisdictions – particularly in Kuwait and Qatar – are soliciting donations to fund extremist insurgents, not to meet legitimate humanitarian needs. The recipients of these funds are often terrorist groups, including al-Qa’ida’s Syrian affiliate, al-Nusrah Front, and the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL), the group formerly known as al-Qa’ida in Iraq (AQI).

Einige Spendensammler, die in toleranteren Rechtssystemen operieren – vor allem in Kuwait und Qatar -, bitten tatsächlich um Spenden zur Finanzierung von extremistischen Rebellen, nicht aber für legitime humanitäre Bedürfnisse. Die Empfänger dieser Mittel sind oft Terrororganisationen, einschließlich Al Qaedas syrische Verbündete, die al-Nusra Front und die Terrorgruppe IS (ISIL – Islamischer Staat in Irak und der Levante), früher auch bekannt als Al Qaeda des Irak (AQI).

Cohen erklärt weiter:

Our ally Kuwait has become the epicenter of fundraising for terrorist groups in Syria. A number of Kuwaiti fundraisers exploit the charitable impulses of unwitting donors by soliciting humanitarian donations from both inside and outside the country, cloaking their efforts in humanitarian garb, but diverting those funds to extremist groups in Syria. Meanwhile, donors who already harbor sympathies for Syrian extremists have found in Kuwait fundraisers who openly advertise their ability to move funds to fighters in Syria.

Unser Verbündeter Kuwait wurde zum Epizentrum der Geldbeschaffung für die Terrororganisationen in Syrien. Mehrere kuwaitische Spendenorganisationen nützen die gemeinnützigen Impulse unwissender Spender aus, indem sie um humanitäre Spenden im In- und Ausland bitten. Sie betreiben ihre Bemühungen unter dem Deckmantel der Menschlichkeit, zweigen diese Spenden aber für die Terrorgruppen in Syrien ab. Unterdessen haben Spender, die bereits Sympathien zu den syrischen Extremisten entwickelt haben, Spendenorganisationen in Kuwait gefunden, die offen ihre Fähigkeiten anpreisen, den Kämpfern in Syrien finanzielle Mittel zukommen lassen zu können.

Lesetipps für weitere Informationen zu diesem Thema (auf Englisch):

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