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Die Jugendlichen von Shipibo gehen den nächsten Schritt als digitale Journalisten

Update eines durch Rising Voices geförderten Projekts

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Teilnehmer des Workshops zeigen ihre Zertifikate nach Vollendung des Kurses.

Vom 9. bis zum 20. Februar hielt das Projekt Chariboan Joi aus Peru den ersten Workshop für digitalen Journalismus, welches eines der Hauptaktivitäten des Projekts ist. An dem Workshop nahmen zehn Jugendliche aus Shipibo teil, unter ihnen Gymnasiasten aus der Peruvian Amazonas Region aus den indigenen Gemeinschaften Nueva Betania, Nueva Palestina und Bethel. Das Ziel des Workshops war es, die Grundlagen des digitalen Bürgerjournalismus zu vermitteln, vor allem Audioberichterstattung durch Mobiltelefone.

Die Organisation für indigene Jugendliche der Ucayali Region (OJIRU) war verantwortlich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu begrüßen und den Tagesablauf vorzustellen. Da die Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahre alt sind, reisten viele mit ihren Eltern zu den Örtlichkeiten der Organisation Alianza Arkana, die sich in der Stadt Yarinacocha befindet, zwei Stunden flussabwärts gelegen von ihren Heimatdörfern.

Der Workshop startete mit einer Bestandsaufnahme von den Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Aufgrund der Resultate wurden die Aktivitäten geplant, um die Lücken der Teilnehmer im Verlauf des Workshops zu schließen. Es gab praktische Lektionen zu Werkzeugen zur Informationssuche im Internet und die Jugendlichen bekamen Hilfe, ihre Email- und Facebook-Konten zu erstellen. Von diesem Moment an wurden die Computer die unzertrennlichen Gefährten der Jugendlichen – auch in den Abendstunden konnte man sie kaum von den Geräten lösen. Vor allem nutzten sie die Computer, um sich über Unterhaltung und Sport zu informieren sowie um ihre Facebook-Profile zu aktualisieren. Es war sehr befriedigend zu sehen, wie die Jugendlichen die Angst vor Computern und den Internet überwinden konnten und sich langsam an die für sie neue Welt gewöhnten.

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Das Kennenlernen von Suchmaschinen

Eine der Aktivitäten des Workshops hatte außerdem einen journalistischen Schwerpunkt und sollte sich auf verschiedene Perspektiven bei der Berichterstattung konzentrieren. Wir kreierten eine Geschichte über Bürger, die angefahren wurden, da die Verkehrsampeln nicht funktionierten. Diese Geschichte verarbeiteten wir in Radiobeiträgen, aber mit unterschiedlichen Perspektiven. Eine Station wurde von der Lokalregierung finanziert, die für die Verkehrsampeln verantwortlich waren und Informationen verschleierten. Ein anderer Radiobeitrag kam von einer unabhängigen Radiostation, die alle Interessenten interviewte außer die Lokalregierung, die nicht mit dem Radiosender sprechen wollte. Danach analysierten wir regionale und nationale Nachrichten, um verborgene Interessen zu entdecken und so eine bestimmte Perspektive darzulegen. Die Jugendlichen wurden von passiven Zuschauern der Nachrichten zu kritischen Beobachtern ihrer Glaubwürdigkeit und Objektivität.

Ein weiterer Programmpunkt war die Simulation einer Radiostation inklusive der Atmosphäre und der Ausstattung. Die Jugendlichen selbst waren verantwortlich für das Programm, die Berichterstattung, für Interviews, Musik und Nachrichten. Sie besichtigten zudem die FM- und Online-Radiostation La Primerísima Pucallpa während des Nachrichtenprogramms FECONAU (Federation of Native Communities of Ucayali River and Tributaries), moderiert von dem Shipibo Journalisten Jorge Soria. Hier erlebten sie, wie ein Live-Programm betrieben wird und konnten auch live Interviews geben.

Eine der letzten Aufgaben war es mit Hilfe ihrer Mobiltelefone zu berichten. Aufgeteilt in Gruppen in Begleitung eines Mitglieds von OJIRU liefen sie in die Stadt um Bürger zu Themen wie Bildung, Umwelt und öffentliche Services zu befragen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zurück mit einem Interview, manche in der Sprache Shipibo und andere in Spanisch. Sie werden demnächst online zugänglich sein.

Der Workshop endete mit einer kurzen Abschlusszeremonie, wo alle Jugendlichen ein Teilnahmezertifikat erhielten. Alle Aktivitäten waren sehr intensiv und anstrengend, aber dafür sehr ermutigend, da es viele Reflexionen gab zu Themen wie die kulturelle Aufwertung der Shipibo-Gemeinschaft in der heutigen Zeit, die Politik des Staats, die ihre Rechte beeinflusst, die Umweltverschmutzung durch Industrie und die Ineffizienz der öffentlichen Dienstleistungen. Wir hoffen, dass der Workshop den Jugendlichen auch helfen wird, sich als Jugendliche, junge Erwachsene und als Individuen weiterzuentwickeln.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Zertifikaten.

Es gibt eine deutliche Kluft bei dem Zugang indigener Bevölkerungsgruppen zu formaler Bildung sowie zu Informationen und Fähigkeiten, mit Computern und Technologien umzugehen. Wir hoffen, dass wir diese Herausforderung mit mehr Kraft und Selbstbewusstsein unserer Jugendlichen begegnen konnten. Die Jugendlichen, die an dem Workshop teilnahmen, sind nun Mitglieder von Chariboan Joi (gegründet von OJIRU und Alianza Arkana) und müssen das Gelernte anwenden. Es wird sich zeigen, ob einige von ihnen in der nächsten Zeit Pressekorrespondenten werden.

Im nächsten Monat werden unsere Bemühungen sich auf das Redigieren von Audiomaterialien und wie man diese auf eine Webseite hochlädt sowie auf das Verfassen von Blogbeiträgen fokussieren.

Irake (Vielen Dank).

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