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Der Momentum bringende Vorschlag der Marshallinseln zu Kohlenstoffemissionen in der Schifffahrt

A large cargo ship full of shipping containers sailing into port. Photo: stockarch.com

Ein großer Stückgutfrachter, voll geladen mit Containern, beim Ansteuern eines Hafens. Foto: stockarch.com. CC BY 3.0

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag, der für 350.org geschrieben wurde, eine Organisation, die eine globale Klimaschutzbewegung aufbaut. Die Wiederveröffentlichung geschieht im Rahmen eines Abkommens mit Global Voices zur gemeinsamen Nutzung von Inhalten. Wenn nicht anders angegeben, führen die Links im Artikel zu englischen Webseiten.

Wenn diese Woche in London die Internationale Seeschifffahrt-Organisation (IMO) konferiert, werden sie sich einen Vorschlag ansehen, der von der Republik der Marshallinseln eingereicht wurde. In diesem Vorschlag wird dazu aufgerufen, ein verbindliches Ziel für die Reduzierung der Emissionen in der Schifffahrt festzulegen. Der Vorschlag sorgte zu einem kritischen Zeitpunkt für Bewegung.

Die Marshallinseln befindet sich in einer bizarren Lage: Einerseits existiert hier das größte Schiffsregister der Welt. Gleichzeitig ist das Gebiet ernsthaft gefährdet, wenn dem ungehinderten Ausstoß von Emissionen gesetzlich nichts entgegengesetzt wird. Außenminister Tony de Brum betonte dies in einer Erklärung wie folgt:

We are an island nation and shipping is one of our lifelines. At the same time, carbon emissions, including those from shipping, pose an existential threat to our people and our country.

Wir sind ein Inselstaat und die Schifffahrt ist eine unserer Haupteinnahmequellen. Gleichzeitig stellen die Kohlenstoffemissionen, einschließlich die der Schifffahrt, für unser Land und unsere Bevölkerung eine existenzielle Bedrohung dar.

Seit 1990 haben die Emissionen der Schifffahrt um rund 70 Prozent zugenommen. Und 2012 machten sie sogar 2,7 Prozent aller globalen CO2-Emissionen aus. Würde man symbolisch Ländernamen in einer CO2-Emissionstabelle auflisten, um diese Situation aus zu drücken, so würde der Transport zu Wasser einen Platz zwischen Japan und Deutschland erhalten. Doch wird der Ausstoß dieser Schadstoffe seitens der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen (KRK) nicht sanktioniert. Und es besteht die Aussicht, dass die Emissionen in den kommenden Jahrzehnten rapide weiter zunehmen werden, sollte nichts dagegen getan werden. Man hat es der IMO überlassen, hier etwas zu bewegen, doch Fortschritte kommen nur langsam: Die Infografik unten zeigt dies deutlich. Sie wurde von Transport & Environment (Transport und Umwelt) erstellt, einem Dachverband, der europäische Organisationen vertritt, die sich mit Fragen der Umwelt und Nachhaltigkeit befassen.

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IMO und Klimaaktion: Von woher weht der Wind? Quelle: Transport & Environment

Sollte der Vorschlag der Marshallinseln diese Woche von der IMO angenommen werden, so würde dies einen wichtigen Durchbruch bedeuten bei der Reduzierung von Schadstoffemissionen der Schifffahrt. Auch würde es für erheblich Momentum sorgen, was die Vorbereitungen des Klimagipfels der Vereinten Nationen in Paris betrifft.

UPDATE am 14. Mai 2015: Die IMO hat einen Vorschlag der Marshallinseln am 13. Mai auf Eis gelegt, nachdem es misslungen war, genügend Unterstützung dafür bei den Mitgliedsstaaten zu bekommen.

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