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Wie sich ein traditionelles afrikanisches Spiel über die Kontinente ausbreitete

Waali Mali

Waali, traditionelles Spiel in Mali. Verwendung des Fotos mit Genehmigung von Boukary

7032 Kilometer liegen zwischen Bamako, Hauptstadt von Mali, und Antananarivo, Hauptstadt von Madagaskar. Dennoch bestehen zwischen den beiden Ländern seit Jahrhunderten enge Verbindungen.

Dies ist trotz der großen Entfernung nicht erstaunlich: Beide Länder (sowie ihre Nachbarstaaten) wurden von Bantu besiedelt, was gewisse kulturelle Gemeinsamkeiten erklärt.

Carte des migrations bantoues en Afrique via  Mark Dingemasse CC-BY-2.5

Karte der Wanderungen der Bantu in Afrika. Bild via Mark Dingemasse CC-BY-2.5

Von diesen Wanderungen größerer Gruppen und der kulturellen Durchmischung auf dem afrikanischen Kontinent zeugt ein überliefertes Strategiespiel, das Dorfbewohner in der Sahelzone ebenso wie Fischer an der Straße von Mosambik begeistert. Waali wird traditionell in Mali gespielt. Wenngleich man es in einigen Dörfern noch antreffen kann, ist es aus dem Land fast verschwunden. Das Foto am Anfang zeigt ein aus einem Gemisch aus Lehm und Stroh hergestelltes Spiel, es kann jedoch auch aus Holz sein. Das Spiel Waali war ursprünglich Königen und ihren Freunden vorbehalten und wurde später in der breiten Bevölkerung eingeführt.

Lova Rakotomalala, Language Editor der französischen Ausgabe von Global Voices, weist auf die große Ähnlichkeit mit einem madagassischen Spiel namens Katra hin. Dieses Spiel kam auf, als eine Welle von Einwanderern der Bantu im 17. Jahrhundert die Küsten Madagaskars erreichte. Lova schreibt auf Twitter:

Ressemblance fascinante entre le Waali, jeu Malien http://wp.me/p4FZv7-g1 et le Katra, jeu à Madagascar.

Faszinierende Ähnlichkeit zwischen dem malischen Spiel Waali http://wp.me/p4FZv7-g1 und dem Spiel Katra in Madagaskar.

Katra, jeu traditionnel à Madagascar - domaine public

Das traditionelle madagassische Spiel Katra. Public Domain

Andere Internetnutzer haben auf das geteilte Foto reagiert und von zahlreichen Varianten in ihren Ländern erzählt.

Nene Ba, eine Freundin aus Dakar, weist auf ein ähnliches Spiel im Senegal hin:

 Chez nous, ça s’appelle le Wourè.

Bei uns heißt das Wourè.

Mina Harker teilt ein Bild von einem ähnlichen Spiel, das unter dem Namen Awalé bekannt ist:

Je l’ai acheté en France en 2002 dans une boutique qui faisait de l’artisanat africain. La vendeuse m'a dit que celui que j’ai arrive de la Côte d’Ivoire.

Ich habe es 2002 in einem Laden für afrikanische Handwerksprodukte in Frankreich gekauft. Die Verkäuferin sagte, mein Spiel komme von der Elfenbeinküste.

Mina teilt außerdem einen Link zu einer französischen Seite, auf der die Herkunft des Spiels und seine Regeln erklärt werden:

Le but du jeu est de récolter un maximum de graines. Il se pratique à 2 joueurs qui se font face avec devant eux 6 trous. S'il y a d'autres trous, ils servent à engranger les prises. On dépose 4 graines dans chaque trou

Ziel ist es, so viele Samen wie möglich zu “ernten”. Die zwei Spieler sitzen einander gegenüber und haben jeder sechs Mulden vor sich. Wenn es noch mehr Mulden gibt, dienen diese zur Aufbewahrung der Ausbeute. In jede Mulde werden vier Samenkörner gelegt.

Sie erzählt außerdem noch von einer in Frankreich existierenden Variante:

En France, on faisait ça dans la terre à 24 trous. quand j’ai trouvé l’Awalé en 12 trous,  j’ai pas hésité a le prendre, pratique à transporter pour jouer. En revanche, je ne connais pas le nom du jeu. On faisait les trous dans la terre on mettait des cailloux et on jouait. Apparemment ce jeu se joue aussi au Brésil.

In Frankreich gräbt man 24 Mulden in die Erde. Als ich Awalé mit zwölf Mulden gefunden habe, habe ich es gleich mitgenommen, weil man es gut unterwegs spielen kann. Ich kenne den Namen des Spiels jedoch nicht. Man gräbt Mulden in die Erde, legt Steinchen hinein und spielt. Offenbar ist das Spiel auch in Brasilien bekannt.

Sy Sye hat zusätzliche Informationen über das Spiel für uns:

Ce jeu existe dans beaucoup de pays, moi je l’ai connu au Ghana où il s’appele Oware. Cet article dit que le jeu est censé être d’origine Akan, soit du Ghana et/ou de la Côte d’ivoire, et qu’il est répandu un peu partout en Afrique. On peut aussi noter l’apparente similarité des noms de ce jeu, ce qui rend bien vraisemblable une origine commune.

Dieses Spiel gibt es in vielen Ländern. Ich habe es in Ghana kennengelernt, wo es Oware heißt. Im Artikel steht, das Spiel gehe auf die Akan zurück und komme aus Ghana und/oder von der Elfenbeinküste. Es soll überall in Afrika verbreitet sein. Auffällig ist auch, dass die Namen für das Spiel ähnlich klingen, was einen gemeinsamen Ursprung sehr wahrscheinlich macht.

Die Namen der Varianten dieses Spiels lauten also: Oware (Ghana), Ayò (Yoruba), Awalé (Elfenbeinküste), Wari (Mali), Ouril oder Uril (Kap Verde), Warri (Karibik), Wali (Dagbani), Adji (Ewe), Nchọ (Igbo), Woure (Senegal) und Awélé (Ga).

Kennt ihr noch mehr Varianten dieses Spiels? Dann teilt sie mit uns auf Twitter (@fasokan ou @globalvoices)  oder in den Kommentaren.

Dieser Artikel wurde ursprünglich in französischer Sprache auf dem Blog des Projekts Quand le village se réveille von Rising Voices veröffentlicht und mit dem Einverständnis der Mitglieder überarbeitet und hier erneut veröffentlicht.

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