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Ein Crowdsourcing-Projekt kartografiert den Amazonas

Image taken from the project's website.

Bild stammt von der Webseite des Projekts.

Falls nicht anders angegeben, führen die Links im nachfolgenden Text zu englischsprachigen Seiten.

Mit einer Fläche von 5,5 Millionen km2 (ca. 1,4 Milliarden Morgen), die sich über acht Länder erstreckt (Brasilien, Peru, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Guayana und Surinam), ist der Amazonas sowohl gewaltig als auch enorm wichtig. Ein Großteil seiner Flora und Fauna ist derzeit durch Abholzung und exzessive Landwirtschaft bedroht. Und die Ausbeutung des Flusses durch nicht-erneuerbare und so genannte erneuerbare, “Ressourcen beschaffende” Industrien verschlimmert die Situation noch zusätzlich.

In abgelegenen Regionen wie dem Amazonas sind Land- und Navigationskarten buchstäblich lebenswichtig. Und hier setzt Mapazonia an: Ein “offenes Projekt, um das Gebiet des Amazonas für die OpenStreetMap zu kartografieren.” Lange Flüsse, unwegsames Gelände, dichte Vegetation, hohe Temperaturen – die bis auf 43°C (109°F) klettern können – und noch viele andere faszinierende Härtetests hält der Amazonas bereit: Sich hier zu bewegen, kann extrem schwierig sein.

Mapazonia beschreibt genau diese Herausforderungen auf seiner Webseite:

El proyecto nace como iniciativa de la comunidad latinoamericana de OpenStreetMap con el objetivo de llevar adelante mapeos colaborativos sobre terrenos y problemáticas comunes a la región.

Das Projekt ist durch eine Initiative der lateinamerikanischen OpenStreetMap Gemeinschaft entstanden. Ziel ist es, in gemeinsamer Arbeit das Land und typische Probleme der Region auf Karten zu verzeichnen.

Mapazonia erklärt weiter:

Nuestro principal objetivo es mejorar el mapa con las geometrías de todos los ríos y carreteras.

Unser Hauptziel ist es, die Karten zu verbessern mit der Geometrie aller Flüsse und Straßen.

Mapazonia beteiligt sich an der OpenStreetMap, einem Gemeinschaftsprojekt zur Erstellung einer offen zugänglichen und editierbaren Karte der gesamten Welt. Zur Zeit arbeitet das Projekt an drei solcher Crowdsourcing-Abschnitte der Kartografie: Für das Sub-Becken des Acre Flusses (zu 81% fertig), das Xingu Flussbecken in Brasilien (zu 53% fertig) sowie für diverse Flussbecken in Kolumbien (zu 99% fertig).  

Global Voices sprach mit Marco Antonio Frías, einem Mitglied von OpenStreetMap und des bolivianischen Mapazonia Projekts. Die Initiative wurde Anfang Oktober 2014 gestartet, sagt dieser. Während der zweiten regionalen OpenData Konferenz AbreLatAm und ConDatos, in Mexico City. Es war das erste Treffen der OpenStreetMap-Gruppen aus Kolumbien, Mexiko, Brasilien, Bolivien, Nicaragua, Chile und Argentinien. Während des Treffens wurde seitens der Aktivisten speziell auch dieses Thema besprochen: “Aktivitäten als Reaktion bei humanitären Notfällen nach Naturkatastrophen wie Überflutungen, Erdbeben oder Bränden.”

Später, während der Achten Jahresversammlung “State of The Map” OpenStreetMap” (Status der Karte), die Anfang November 2014 in Buenos Aires stattfand, besprach die Gruppe das Kartografieren des Flusses, der Straßen und der Gewässer, aus denen das Amazonasgebiet besteht. 

Das Projekt sollte dezentralisiert organisiert sein. Es sollte auf eine vielseitige, selbstorganisierte, offene und partizipative Gemeinschaft an Beitragenden weltweit zählen können. Die Kommunikation der Freiwilligen miteinander geschieht via Mailinglisten und IRC Chats. Und es gibt einen offiziellen Twitter Account, auf dem Neuigkeiten verbreitet und erreichte Meilensteine gefeiert werden. Das Gemeinschaftsprojekt ist vollkommen offen zugänglich für jeden: Wer immer willens ist, kann an der Kartierung eines Teils unseres Planeten mit arbeiten. Niemand wird ausgeschlossen aufgrund von Sprache, Staatszugehörigkeit, Ort, Bildungsgrad oder was auch immer. Und das Projekt bemüht sich konstant, die Zahl der Beitragenden zu vergrößern. 

nmnn

Karte des Xingu Flussbeckens in Brasilien. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Mapazonia Projekts.

Mapazonia verwendet das offene Tool Task Manager, das vom HOT Projekt entwickelt wurde und geleitet wird. Diese Software vereinfacht eine dezentralisierte Koordination von Kartografie-Arbeitsschritten.

Möchten Sie das Projekt kontaktieren, so gibt es hierfür diesen Twitter-Account. Auch hat das Projekt ein eigenes WIki, über das Aufgaben und Ressourcen koordiniert werden. Mehr Information gibt es in diesem Blogeintrag.

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