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Weißrussland verbietet Tor und andere Werkzeuge zur Anonymisierung

Images mixed by Tetyana Lokot.

Bildbearbeitung von Tetyana Lokot

Weißrussland will landesweit den Zugang zu Anonymisierern im Internet, u. a. auch zum bekannten Netzwerk Tor, sperren. Das weißrussische Ministerium für Kommunikation und Information hat ein neues Dekret erlassen, das regelt, wie Internetprovider auf Anforderung der Regierung den Zugriff auf bestimmte Internet-Ressourcen einschränken sollen. Einige dieser Einschränkungen beziehen sich direkt auf Anonymisierer.

Государственная инспекция при выявлении интернет-ресурсов, средств обеспечения анонимности (прокси-серверы, анонимные сети типа Tor и другие), позволяющих пользователям интернет-услуг получать доступ к интернет-ресурсам, идентификаторы которых включены в список ограниченного доступа, добавляет в список ограниченного доступа идентификаторы этих интернет-ресурсов, средств обеспечения анонимности.

Die staatliche Inspektion wird die Identifizierer von Internet-Ressourcen und Anonymisierern (Proxy-Servern, Netzwerken zur Anonymisierung wie Tor), die Internetnutzern den Zugriff auf Online-Ressourcen mit eingeschränkt zugänglichen Identifizierern erlauben, ebenfalls als eingeschränkt zugänglich listen.

Anonymiserungs-Netzwerke werden typischerweise genutzt, um die staatliche Internet-Zensur zu umgehen, und um auf Online-Ressourcen zugreifen zu können, die in Weißrussland verboten sind, wie z. B. viele oppositionelle Webseiten. 

Tor-Statistiken besagen, dass täglich 6000 bis 8000 Weißrussinnen und Weißrussen das Netzwerk direkt nutzen und dass noch mehr über sogenannte Bridges auf Tor zugreifen. Um einen Zugriff auf das Netzwerk zu verhindern, wird die Regierung dem Anti-Zensur-Aktivisten Anton Nesterov zufolge wahrscheinlich versuchen, die sogenannten Guard Nodes (Eintrittsknoten) zu sperren, die ersten Knoten also, über die sich ein Nutzer mit dem Netzwerk verbindet, um von dort aus verschlüsselte Informationen weiterzuleiten. “Sie könnten einfach torproject.org sperren und es dabei belassen, aber in Wahrheit meinen sie das Sperren von Knoten, wenn sie über ein Verbot von Tor sprechen”, sagt Nesterov.

Russland zieht ein Verbot von VPN-Netzwerken und Anonymisierungs-Netzwerken ebenfalls in Erwägung. Anfang Februar hatte Leonid Levin, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Informationspolitik und Kommunikation, vorgeschlagen, den Zugriff auf Tools zur Anonymisierung und zur Umgehung von Zensur, wie z. B. Tor, VPN-Netzwerke und Proxy-Server, einzuschränken.

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