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Die französische Internetseite „Newsroum“ stellt Rumänien vor und klärt auf

NewsRoum

Das Banner von “Newsroum” – mit deren Erlaubnis

Alle Links in diesem Post führen zu französischsprachigen Artikeln.

Die Celsa, eine zur Pariser Sorbonne gehörige Schule für Kommunikations­wissenschaften und Journalismus hat in diesem Jahr eine Internetinitiative namens “Newsroum” (Wortspiel aus dem englischen Wort Newsroom und dem französischen Roumanie für Rumänien) vorangetrieben, welche der Verständigung zwischen Frankreich und Rumänien dienen soll. Der Ausgangspunkt des Projekts war klar: “In Frankreich stößt man mit dem Stichwort “Rumänien” vor allem auf Klischees, Verwechslungen und oft auch Unwissen.” Elf Tage lang waren 22 Journalismus-Studenten der Celsa deshalb in Rumänien, haben dort recherchiert, sich umgeschaut und nachgefragt, um das Land vor dem Hintergrund der Europawahl 2014 besser kennzulernen.
“Newsroum” ist in vier Rubriken aufgeteilt, welche den Lesern die Vielfalt des Landes mit Fotos, Audiomaterial, Videos oder längeren Erzählungen näher bringen sollen. Die Rubrik “Roumanopolis” berichtet über den rumänischen Alltag, “Made in Romania” deckt wirtschaftliche Aspekte ab, “Euromania” stellt Rumänien als Schmelztiegel, aber auch als Land der internen Grenzen dar und “Showroum” bietet Einblicke in die Kultur sowie weitere Denkanstöße.
Die jungen Journalisten sind von Bukarest aus in den Westen und Osten des Landes gereist, um gegen die derzeit vorherrschenden Vorstellungen von Rumänien anzukämpfen und das wahre Rumänien von heute zu entdecken.

Enfants du village - avec la permission du site

Kinder aus dem Dorf – mit Erlaubnis der Seite

Sie sind dabei bis an die Grenzen Osteuropas gefahren (“Voyage à Tiraspol, la cité interdite de l’empire russe” - “Reise nach Tiraspol – die verbotene Stadt des russischen Kaiserreichs”), sie haben die Grenzen innerhalb des Landes beleuchtet und viel über das komplexe Thema der Roma herausgefunden (“Rester ou partir, le choix impossible des Roms de Baia Mare” – “Bleiben oder gehen, die unmögliche Entscheidung der Roma von Baia Mare.”).

Sophie Gautier schreibt:

Les communautés roms ne parlent pas d’une même voix. À Craica, les habitants tiennent à leur campement de fortune, synonyme pour eux de liberté. Dans les logements sociaux d’Horea, certaines familles Roms ne pensent qu’à une chose : réunir l’argent nécessaire pour rejoindre la France.

Die Roma-Gemeinschaften sind sich untereinander nicht einig. In Craica klammern sich die Einwohner an ihr Lager und die mit ihm verbundene Freiheit. In den Sozialwohnungen in Horea denken die Menschen hingegen nur an eines: Das notwendige Geld für eine Auswanderung nach Frankreich zusammenzubekommen.

la cathédrale du Salut de la nation (crédit photo : Clémence Leleu)

Kathedrale der Erlösung des Volkes (Foto: Clémence Leleu)

Die Studenten erzählen vom Einfluss der allgegenwärtigen und  allmächtigen Kirche (“L'Eglise orthodoxe ne connaît pas la crise” – “Die orthodoxe Kirche kennt keine Krise”). Clémence Leleu erklärt:

L’Eglise intervient aussi sur les questions d’éducation. En 2006, elle a notamment réussi à faire supprimer la théorie évolutionniste des manuels de biologie. Sa capacité d’influence s’étend aussi à la politique.

Die Kirche mischt sich auch in Bildungsfragen ein. Im Jahr 2006 ist es ihr sogar gelungen, die Evolutionstheorie aus den Biologiebüchern zu vertreiben. Ihr Einfluss erstreckt sich bis in die Politik.

Die Studenten üben zudem offen Kritik an der Korruption (“Les médias roumains à la botte des hommes politiques” – “Die rumänischen Medien liegen der Politik zu Füßen”), berichten aber auch vom aktuellsten Kampf der Anwohner (“Pungesti, village rebelle contre le gaz de schiste” – “Das rebellische Dorf Pungesti gegen die Schiefergase” via Carole Blanchard):

Les conséquences écologiques liées à la fracturation hydraulique inquiètent les habitants. La méthode consiste à injecter à haute pression de l’eau et des produits chimiques pour libérer le gaz.

Die mit dem Fracking verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt beunruhigen die Leute. Die Methode besteht darin, Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in die Erde zu pumpen, um Gas freizusetzen.

Gheorghe Munteanu, 81 Jahre, fügt hinzu :

Je suis né ici et je mourrai ici. Je veux juste que l’eau reste claire et la terre pure pour mes enfants.

Ich bin hier geboren und ich werde hier auch sterben. Für meine Kinder möchte ich nur, dass das Wasser klar und die Erde sauber bleibt.

“Nous ne voulons pas de fracturation hydraulique”. (Crédit photo : Carole Blanchard)

“Wir wollen kein Fracking.” (Foto: Carole Blanchard)

Um ein anderes Gesicht Rumäniens in den Köpfen der Leser zu verankern, haben sie auch als Vermittler von Kunstinitiativen agiert und für die Schaffung von kreativen Räumen gesorgt: (“Showroum”: “La fabrique de Cluj qui fait renaître l’art contemporain” – “Die Fabrik von Cluj lässt die zeitgenössische Kunst wieder aufleben” oder “À Timisoara, trois théâtres pour promouvoir la culture européenne” – “Die drei Theater von Timișoara setzen sich für Förderung der europäischen Kultur ein.”).

Die Studenten wurden von RFI Rômania dazu eingeladen, ihr Projekt sowie ihr Fazit in der von Luca Niculescu moderierten Sendung “En français s’il vous plait” (“Auf Französisch, bitte”) vorzustellen. Ein wertvoller Beitrag für eine veränderte Sichtweise auf Rumänien.

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