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Fast 70 Prozent der jungen Iraner nutzen illegale Anti-Internetzensur-Tools

"God is with us. Are you filtering him too?" Photo by Cyrus Farivar via Flickr (CC BY-ND-SA 2.0)

“Gott ist bei uns. Willst du ihn auch zensieren?” Foto von Cyrus Farivar via Flickr (CC BY-ND-SA 2.0)

Laut einem Bericht des iranischen Ministeriums für Jugend und Sport, gab die Regierung bekannt, dass von 23,5 Millionen Jugendlichen die das Internet nutzen, 69,3 Prozent Anti-Internetzensur-Tools verwenden. Diese Technologien, wie zum Beispiel Proxies oder VPNs, also virtuelle private Netzwerke, die Zugang zum “globalen Internet” bieten.

Im Moment stoßen die Iraner oft auf eine Firewall, wenn sie versuchen auf Seiten zuzugreifen, die der Regierung oder den islamischen Idealen kritisch gegenüberstehen. Die Legalität dieser Tools wurde in dem Bericht nicht erwähnt. Laut der iranischen Liste der Computerverbrechen ist sowohl die Verbreitung als auch die Anleitung, wie man die Anti-Internetzensur-Tools benutzt, illegal. Die Missachtung dieser Gesetzte kann zu ernsten Strafen führen.

Die iranische Internetpolitik bleibt eine zusammenhangslose und widerspenstige Angelegenheit. Letzte Woche sagte Präsident Hassan Rouhani, dass Filter nie effektiv in einer Nation wie dem Iran wären; jedoch blockierte das Ministerium für Kultur und Islamische Beratung einige Tage später Nachrichtenseiten ohne die benötigten Lizenzen. Genauso widersprüchlich ist auch die Tatsache, dass Rouhani und andere Schlüsselpersonen seines Kabinetts einige der meist anerkannten Twitter- und Facebooknutzer des Landes sind, obwohl die Netzwerke für die gewöhnlichen iranischen Bürger gesperrt bleiben.

Einige behaupten die Internetpolitik sei einer der wenigen Bereiche in dem Rouhani's Rhetorik und Handlungen übereinstimmen und zeigen dabei auf kürzliche Verbesserungen in der mobilen und fixen Internet-Infrastruktur. Jedoch bleibt bei einem Bericht wie diesem auch das unsichere Gefühl unter den Nutzern zurück, dass der Iran noch weit entfernt von einem offenen Internet ist.

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