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Kurz vor ihrem Tod gab die libanesische Studentin Sara Khatib einen beeindruckenden TEDx Talk über ihren Kampf gegen den Krebs

Sara Khatib at TEDxLAU (Source: Humans of LAU)

Sara Khatib bei TEDxLAU. Foto von Humans of LAU. Mit Nutzungserlaubnis.

Der Krebstod einer Studentin der Libanesisch-Amerikanischen Universität (LAU) am 5. September hat über das Internet eine Welle der Trauer ausgelöst.

Die zweiundzwanzigjährige Sara Khatib war im vierten Jahr ihres Pharmaziestudiums an der LAU.  Noch zwei Wochen vor ihrem Tod gab sie einen TEDxLAU Talk mit dem Thema “vier Erkenntnisse, die ich beim Kampf gegen den Krebs gewonnen habe”. In ihrem Talk sprach sie über ihre Geschichte, wie sie sich als Person durch den Krebs bestimmen ließ und wie sie es schaffte, die Macht über sich wieder zurückzuerlangen, um die Krankheit zu meistern. 

Mitten im Talk bekam sie stehende Ovationen für ihren Mut, ihre Ängste vor dem Krebs zu überwinden, sie sagte:

I chose not to be Sara Khatib, the cancer patient and amputee, but to continue being Sara Khatib, the fourth-year pharmacy student who is clumsy, loves Nutella, and just happens to have cancer and a missing arm.

Ich habe mich dazu entschlossen, nicht die Krebspatientin und Armamputierte Sara Khatib zu sein, sondern weiterhin die Sara Khatib, die eine Pharmaziestudentin im vierten Jahr ist, die tollpatschig ist, die Nutella liebt und die eben zufällig Krebs hat und deswegen einen Arm verlor.

In einer öffentlichen Erklärung, drückte die LAU die Trauer über den Tod ihrer Studentin Khatib,mit den folgenden Worten aus:

She turned a bright face to the world and decided to enjoy life no matter what it brought on. That was Sara Khatib’s gift to all those who knew her, and she will remain an inspiration to many, long after her passing on.

Sie sah der Welt mit einem strahlenden Gesicht entgegen und entschied das Leben zu genießen, egal, was es bringen würde. Das ist das Geschenk von Sara Khatib an alle, die sie kannten. Noch lange nach ihrem Tod wird sie so für viele eine Inspiration bleiben.

Noura Andrea Nassar von Humans of LAU, die über den TEDxLAU Talk berichtete, hat Sara so in Erinnerung:

I woke up this morning to terrible news: Sara El Khatib, a speaker at TEDxLAU's event on August 23, had passed away. I met Sara at TEDxLAU a couple of weeks ago. She was a fighter, an inspiration and a very a kind person. I am sure that those of you who knew her or at least saw her Talk agree.

Heute Morgen traf mich eine schreckliche Nachricht: Sara El Khatib, eine Rednerin der TEDxLAU Veranstaltung vom 23. August, ist verstorben. Ich habe Sara vor ein paar Wochen bei dem TEDxLAU Talk kennengelernt. Sie war eine Kämpferin, eine sehr liebenswerte Person und sie war eine wahre Inspiration. Ich bin mir sicher, dass all diejenigen dem zustimmen, die sie kannten oder wenigstens ihren letzten Talk gesehen haben.

Kareem Zreik, ein Student der Amerikanischen Universität Beirut (AUB), stimmt ihr zu und erinnert sich an folgende Geschichte, die er mit Sara Khatib erlebt hat:

I remember meeting her outside the audition room for the first time. Had no idea who she was. She was looking around, I think unsure which door to open or whether she could (possibly because an audition was taking place inside). I just smiled at her and said, pardon me are you here for TEDxLAU? She of course nodded and smiled, and I gestured toward the door and leaned forward to open it for her. Again, I had no idea who she was. The position she standing in concealed any evidence of previous surgical history. Yet, in that brief moment, and at the risk of sounding melodramatic, one could tell that she was a very special human being with a great deal of love and kindness inside her. She was the sort of person who if you spent even a minute talking to her, you'd feel at ease and happy. And again, my first interaction with her was prior to knowing anything about her, or even being able to recognize any signs of who she is (since I knew we had an individual who was to audition that day with a particular story). She was right after all. She isn't her disease. She's, simply, Sara. And I am glad that this is the person I got to know, however briefly and fleetingly.

I've dealt with a lot of death, and so I wouldn't pretend to know what would be best for others in this tragedy. But what common thread with all the loss I have seen is to continue to make something positive and meaningful out of the person's life. And with Sara, if we do anything at all, I think it should be to remember her strength, her hope, her smile and most importantly her message. For those of us struggling with sickness or injury, and for our loved ones who have struggle along side us, let us take Sara's message to heart it and apply it.

We are not our disease. We may feel pain, but the suffering that can come with it is optional.

May this wonderful human being rest easy now. We are all grateful to have been touched by her mind and soul.

Ich erinnere mich, ich habe sie das erste Mal draußen vor dem Auditorium kennengelernt. Ich hatte keine Ahnung wer sie war. Sie hatte sich suchend umgesehen. Ich glaube, sie war unsicher, welche Tür sie öffnen sollte und ob sie das überhaupt durfte (wahrscheinlich, weil gerade eine Sprechprobe drinnen stattfand). Ich habe sie nur angelächelt und sagte: “Entschuldige bist du hier für TEDxLAU?” Sie nickte und lächelte mich an und ich habe auf die Tür gedeutet, mich vorgelehnt und sie für sie geöffnet. Um es nochmal zu betonen, ich hatte keine Ahnung, wer sie war. So wie sie da stand, konnte man keine Hinweise auf eine vorherige Operation erkennen. Dennoch, in nur diesem kurzen Moment, auch auf die Gefahr hin, dass es melodramatisch klingen mag: Man konnte spüren, dass sie ein ganz besonderer Mensch war, der viel Liebe und Güte in sich hatte. Sie war die Art Mensch, mit dem man nur eine Minute sprechen musste, um sich froh und ungezwungen zu fühlen. Noch ein Mal möchte ich hervorheben, unser erstes Zusammentreffen war, noch bevor ich irgendetwas über sie wusste. Ich konnte noch nicht einmal durch irgendwelche bestimmten körperlichen Anzeichen feststellen, wer sie war (da ich ja wusste, dass jemand zu einer Sprechprobe zu uns kommen würde, mit eben so einer Vorgeschichte). Und sie hatte Recht behalten. Sie wird nicht über ihre Krankheit definiert. Sie ist einfach nur Sara. Ich bin wirklich froh darüber, dass dies jene Person ist, die ich kennenlernen durfte, wenn auch nur kurz und flüchtig.

Ich musste schon mit vielen Todesfällen fertig werden, trotz alledem würde ich nie so tun, als wüsste ich Bescheid, was das Beste für andere wäre, bei solch einer Tragödie. Aber für all diese menschlichen Verluste, die ich je erlebt habe gilt: Man sollte aus dem vergangenen Leben des Verstorbenen weiterhin etwas Positives und Sinnvolles machen. Und so sollte es mit Sara sein, wenn wir schon was tun, sollten wir, denke ich, uns ihrer Kraft, ihrer Hoffnung, ihres Lächelns und vor allem aber ihrer Botschaft erinnern. Für all diejenigen von uns, die sich mit Krankheit oder Verletzung herumquälen und für unsere Angehörigen, denen wir bei ihren Leiden beistanden, nehmt Euch Saras Botschaft zu Herzen und wendet sie auch an.

Wir verkörpern nicht unsere Krankheit. Wir verspüren zwar Schmerzen, die Bereitschaft darunter zu leiden ist aber jedem selbst freigestellt.

Möge dieser wunderbare Mensch nun in Frieden ruhen. Wir alle sind dankbar, von ihrem Geist und ihrer Seele berührt worden zu sein. 

Im Libanon hatte Khatib eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Amputierungen gegründet. Um ihre Erinnerung in Ehren zu halten, haben Freunde, Kollegen und Verwandte entschieden, ihr Anliegen weiterzuführen.

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