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Inoffizielle Hochzeit „ein kleiner Sieg“ für Schwule in Tadschikistan

LGBT flag (Wiki image)

LGBT [Abkürzung für “Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender”] Regenbogenfahne (Wiki-Bild)

Eine kleine, inoffizielle Hochzeit [ru] fand vor Kurzem in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe statt. Obwohl Hochzeiten in Tadschikistan nichts Ungewöhnliches sind, war diese Trauung doch ein bisschen anders: Beide Personen waren männlich. Die zwei jungen Männer, beide Mitte zwanzig, veranstalteten die Trauung, um zu verkünden, dass sie wie ein Paar zu leben beabsichtigen. Jedoch gibt es in Tadschikistan gegenüber sexuellen Minderheiten sehr wenig Toleranz [en] und keine legale Möglichkeit für Schwule zu heiraten.

Über Twitter feierte [ru] der Nutzer Gay Tajikistan das Ereignis:

Unser kleiner Sieg: Schwule feiern in Tadschikistan Hochzeit http://t.co/Svg7OQvAKS #Таджикистан #лгбт

Andere sozialer Medien Benutzer waren in weniger feierlicher Stimmung. Blogger Sarbaland reagierte [ru] darauf mit Empörung. Er bezeichnete die Männer als „Sodomiten” und gibt den westlichen Ländern die Schuld daran, weil sie die Homosexuellen in Tadschikistan „ermutigt“ haben:

Я никогда не думал что доживу до такого дня когда в нашей родине содомиты будут проводить свадьбы и будут еще другим об этом говорить. Я ошибался. Оказывается и мы таджики попали под влияние запада и его политики поощрения всякой дряни.

Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem Sodomiten Hochzeiten in unserem Land veranstalten und andere darüber informieren würden. Ich habe mich geirrt. Anscheinend sind auch wir Tadschiken unter den Einfluss des Westens gekommen, wo alle Arten von Unsinn unterstützt werden.

Danach meinte er [ru] dass Mitglieder der LGBT-Community [de] nicht zur tadschikischen Gesellschaft gehören und ausgewiesen werden sollten:

Это даже читать противно. Не могу понять как эти содомиты позволили себе в нашей мусульманском обществе так себя вести и даже проводить свадьбу. Не могу понять как их родители и родственники не остановили их. Если об этом написали журналисты значит многие об этом знают. 

Западные организации и посольства а также журналисты защищают содомитов. Многие наши граждане тоже подверглись их влиянию и теперь выступают за защиту этих нелюдей. Я думаю что нужно поднять вопрос с западными странами: если вам нужны такие люди и вы их защищаете, то забирайте себе. Пусть правительство даже деньгами поможет таким людям уезжать из Таджикистана навсегда. Им нет места в нашем обществе. Они не часть Таджикистана!

Dies zu lesen ekelt mich an. Ich verstehe überhaupt nicht, warum diese Sodomiten es wagen, sich so zu benehmen und so eine Hochzeit in unserer muslimischen Gesellschaft auszurichten. Ich verstehe nicht, warum ihre Eltern und Verwandten sie nicht davon abhalten. Wenn Journalisten schon darüber schreiben, dann wissen auch viele Menschen davon.

Westliche Organisationen, Botschaften und Journalisten schützen die Sodomiten. Viele unserer Bürger beteiligen sich ebenfalls und schützen auch diese Leute, die einfach keine Menschen sind. Ich denke, wie sollten den westlichen Länder sagen, dass wenn sie diese Art von Menschen gutheißen und schützen, dann sollten sie sie aufnehmen. Helft unserer Regierung dabei, dass diese Art von Menschen Tadschikistan für immer verlassen können. Sie gehören nicht zu unserer Gesellschaft und sie gehören nicht zu Tadschikistan!

Wie Global Voices Author Iskandar in Februar schrieb [en]:

Tajikistan, a conservative Central Asian nation where over 95 percent of people are Muslims, has been described as “hell for gays”. Social media is increasingly enabling members of the country's LGBT community to push back against homophobic attitudes.

Tadschikistan, ein konservatives Land in Zentralasien, wo mehr als 95 Prozent der Menschen muslimisch sind, wurde als „die Hölle für Schwule“ bezeichnet [en]. Soziale Medien geben der tadschikische LGBT-Community zunehmend die Möglichkeit, die homophobe Einstellung zu bekämpfen.[en]  

Die Reaktionen zu der Berichterstattung der Hochzeit bei Radio Ozodis waren überwiegend negativ, viele haben LGBT und „westliche Propaganda“ erwähnt. Es gab jedoch eine positive Reaktion [ru]:

Pozdravlyau so svadboy!!!!!!! jelau vsego samogo nailuchshego!!!!
eto ix sudba, ix jizn, kajdiy immet pravo jit kak on xochet! selyavi!

Herzlichen Glückwünsch zur Hochzeit!!! Ich wünsche euch alles Gute!! Das ist ihre Schicksal, ihr Leben und jeder hat das Recht zu leben wie er will! C'est la vie! So ist das Leben!

Alexander Sodiqov hat an diesem Artikel mitgearbeitet.

Diese Übersetzung wurde von Laurie Ross im Rahmen ihres Studiums am FTSK Germersheim für das Projekt „Global Voices“ angefertigt.

1 Kommentar

  • Ich denke es ist ein Weg in die richtige Richtung, wenn selbst in Ländern wie Tadschikistan, das als “Hölle für Schwule” bezeichnet wird, inzwischen Homosexualität öffentlich gelebt werden kann. Das in diversen, häufig muslimisch geprägten Ländern noch akuter Handlungsbedarf besteht, sollte auch jedem bewusst sein. Aber dieses Beispiel zeigt, das auch in diesen Ländern eine Entwicklung festzustellen ist und darauf kommt es an! Auch wir in Deutschland haben noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

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