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Technologie: Hilft beim Lernen und bewahrt die Sprachen dieser Welt

Kenkyusha’s New Japanese-English Dictionary by Niko Kitsakis (CC-SA-3.0)

Kenkyushas neues Japanisch-Englisch Wörterbuch. Foto von Niko Kitsakis (CC-SA-3.0)

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.

Dieser Gastbeitrag ist von Allyson Eamer geschrieben worden, einer Hochschullehrerin für Soziolinguistik am Institut für Technologie der Universität von Ontario. Eine Fassung dieses Beitrags wurde zuerst im Blog Ethnos Project veröffentlicht.

Alle 10 bis 14 Tage stirbt eine der bedrohten Sprachen dieser Welt aus. In dem Kampf um ihren Erhalt arbeiten Vortragsredner, Wissenschaftler und IT-Spezialisten zusammen und erforschen, wie digitale Technologien zur Wiederbelebung einer Sprache eingesetzt werden können.  

Sprachen werden im Laufe der Zeit vom Aussterben bedroht, da ihre Sprecher allmählich dazu übergehen, eine Sprache mit größerer politischer und ökonomischer Bedeutung zu benutzen. Meistens kommt es wegen kolonialer und expansionistischer Interessen zu diesem Wandel. In derartigen Zusammenhängen werden indigene Völker, deren Kulturen und Landbesitz den Eroberern unterworfen. 

Bemerkenswerterweise agieren manche Akademiker völlig unbeirrt von einem Phänomen, das man als “linguistischen Darwinismus” oder auch als das “Überleben der am besten angepassten Sprache” bezeichnen könnte. Sie könnten argumentieren, ob es nicht sogar besser ist, wenn wir alle dieselbe Sprache sprechen?

Ich arbeite jetzt nicht heraus, auf welche Weise jede Sprache ein einzigartiges Weltbild beschreibt: Wie der Wortschatz einer Sprache die Wertvorstellungen der Leute ausdrückt, die sie sprechen. Wie empirisches Wissen in sprachwissenschaftlichen Kategorien enthalten ist und wie Kunst, Selbstdarstellung, Geschichte, Kultur, Volkswirtschaften und Identitäten untrennbar mit einer Sprache verbunden sind. Statt dessen fahre ich unter der Annahme fort, dass man, so wie ich selber, daran glaubt, dass der Verlust einer Sprache durchaus als tragisch empfunden wird und dass den indigenen Völker dieser Welt bereits viel zu viel davon weggenommen worden ist.

Miniature DNF Dictionary  by Tomasz Sienicki (CC-SA-3.0)

Kleines DNF Wörterbuch. Foto von Tomasz Sienicki (CC-SA-3.0)

Technologie kann Sprachlehrer und Inhalte über Zeit und Raum hinweg mit denen verbinden, die Sprachen lernen. Technologien können das gesprochene Wort aufzeichnen und dadurch eine gefährdete Sprache dokumentieren. Lehrpläne und Informationsquellen können einfach und schnell hergestellt und verbreitet werden. Gaming, cloudbasiertes Herunterladen und geeignete Apps fördern ein unabhängiges Lernen. Technologien können Lehrer und Schüler sowohl für einen Frontalunterricht als auch für ein dialogorientiertes Lernen miteinander verbinden.

Vordenker machen die beispiellose Leistungsfähigkeit moderner Technologien nutzbar, um Sprachen vor dem Untergang zu bewahren und vielleicht sogar, um in seltenen Fällen eine bedrohte Sprache wieder aufleben zu lassen.

Hier ist ein kurzer Überblick über einige Möglichkeiten, wie Technologien für derartige Bemühungen verwendet werden:

Europa

Nordamerika

  • Ein Selbstlernkurs auf CD-ROM ist für Navajo [de] entwickelt worden, die im Südwesten der Vereinigten Staaten gesprochen wird. 
  • Wer Cherokee [de] lernt, eine Sprache aus dem südlichen Zentrum der USA, kann in einer virtuellen Welt kommunizieren. 
  • Die Ojibwe aus Manitoba in Kanada nutzen eine Anwendung für iPhone, um ihre Sprache wiederzubeleben, ebenso wie die Winnebago im mittleren Westen der USA.

Afrika

  • In Kenia wurden für mündlich überlieferte Sprachen elektronische Datensammlungen entwickelt.
  • Antike Sagen sind in der indigenen Sprache von Mali aufgezeichnet worden.
  • Eine internetbasierte Sprachschule bietet einen Kurs in der gepfiffenen Sprache [Silbo, de] an, die auf Spaniens kanarischen Inseln überlebt hat.

Mittel- und Südamerika

Asien

Arktis

Naher Osten

Pazifischer Raum

Für weiterführende Informationen über Technologien, die zum Erlernen indigener Sprachen eingesetzt werden, sei die von Allyson Eamer kuratierte Webseite empfohlen. 

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