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Netzbürger-Report: Chinas Zensur legt sich vor dem 25. Jahrestag des Tian'anmen mit Google sowie mit Anbietern von Chat-Anwendungen an

Image upload by Shekhar_Sahu on Flickr, CC NC-ND-2.0

Foto hochgelanden durch Shekhar_Sahu via Flickr, CC NC-ND-2.0

Lisa Ferguson, Alex Laverty, Bojan Perkov, Sarah Myers und Sahar Habib Ghazi haben zu dieser Reportage beigetragen.

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.

Der Netzbürger-Report von Global Voices Advocacy ist eine internationale Momentaufnahme von Herausforderungen, Siegen und neuen Trends im weltweiten Internetrecht. In dieser Woche beginnt der Report in China,wo bereits Tage vor dem 25. Jubiläum des Massakers auf dem Platz des himmlischen Friedens die Regierung den Zugang zu allen verschlüsselten und unverschlüsselten Diensten von Google im ganzen Land blockiert hat. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass es in Chinas Krieg gegen “Internetgerüchte” eine neue Frontlinie geben werden, nämlich gegen Chat-Anwendungen. Die Regierung plane, den von Tencent [de] angebotenen Instant Messenger WeChat und ähnliche Anwendungen monatelang zu sperren

Bislang ist unklar geblieben, ob die Sperrung von Google nur vorübergehend ist. Jedenfalls gingen am vergangenen Wochenende in China die Besucherzahlen des Internetgiganten schlagartig um 50 Prozent zurück. GreatFire.org, das Portal zur Beobachtung chinesischer Zensurbehörden, hat diese Aktion als die “schärfste Zensur aller Zeiten” bezeichnet. Dieser Service zeigt auch Wege auf, wie Google seinen Programmiercode frisieren und Links bereitstellen könnte, damit die Nutzer trotz Blockade einen Weg finden, der sie zu Google führt.

Die Regierung Chinas verbietet jede Form der Diskussion, egal ob außerhalb oder innerhalb des Internets, die sich mit der Studentenrevolte auf dem Tian'anmen-Platz befasst; in der jüngeren Geschichte Pekings eines der blutigsten Ereignisse [de]. Die Schätzungen der Opferzahlen des 4. Juni 1989 reichen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend. 

Meinungsfreiheit: Russlands verschärfte Regulierung von Online-Zahlungssystemen

In Russland wird bald eine neue Gesetzgebung wirksam, die anonyme Geldtransaktionen im Internet auf Organisationen begrenzt. Zwischen Privatpersonen werden diese Onlinetransaktionen dann verboten sein. Das entsprechende Gesetz wird als Teil der verschärften Zensur des RuNet [Global Voices Bericht auf Englisch] im Sommer in Kraft treten.

Drangsalierung: Mitgründer von The Pirate Bay in Schweden inhaftiert

Einem Blogbeitrag von Cory Doctorow zufolge ist Peter Sunde wegen einer gegen ihn verhängten Freiheitsstrafe von acht Monaten ins Gefängnis gegangen. Seine Inhaftierung folgte auf eine Reihe von Einsprüchen gegen seine Verurteilung wegen des Betreibens der populären Torrentseite [de]. 

Überwachung: Die NSA ist hinter euren Ebenbildern her 

Nach einem Bericht der New York Times sammelt die National Security Agency (NSA) Millionen von Gesichtsfotos aus abgefangenen Emails, den sozialen Netzwerken, Textnachrichten, sowie aus anderen Formen der digitalen Kommunikation. Die Fotos würden in hoch entwickelten Softwareprogrammen zur Gesichtserkennung verwendet. Dadurch sei es der NSA möglich, Beiträge nachzuverfolgen und neue Formen der Überwachung zu nutzen.

Internetbranche: EU-Bürger können von Google verlangen, ihre Daten aus den Suchergebnissen zu löschen

Als Reaktion auf ein Urteil des EU-Gerichtshofs, das ein Recht “vergessen zu werden” einräumt, stellte Google ein Formular ins Internet. Damit kann beantragt werden, persönliche Daten aus den Suchergebnissen zu entfernen.

Internet: Clevere Hacker aus dem Iran haben die Integrität von US Computern verletzt

In einem Bericht von iSightPartners, einem Unternehmen für Computersicherheit, wird behauptet, dass in den USA durch gezielte Datenspionage 2.000 Computer technisch kompromittiert worden sind. Diese Aktion, die einer Gruppe aus dem Iran zugerechnet wird, sei durch gefälschte Facebook-Nutzerkonten über einen Zeitraum von drei Jahren gelaufen. Obwohl iranische Hacker bisher nicht für besondere technische Fähigkeiten bekannt gewesen sind, lässt deren Aktion namens Newscaster iSightPartners vermuten, dass deren Potenzial höher entwickelt ist als ursprünglich angenommen wurde. 

Coole Sachen: LOL wird 25

Wer sich eine Welt ohne Lolcats [de ] nicht vorstellen kann, hat an diesem Jubiläum seine Freude: Das Acronym LOL ist am 8. Mai 25 Jahre alt geworden. Die Abkürzung tauchte nach allgemeiner Auffassung zuallererst in einem Newsletter von FidoNet auf, zwischen einem Artikel über neue Software [beispielsweise für ein albernes Atomkriegspiel] und über UFOs. In diesem Artikel des Guardian steht alles drin, was man schon immer über die Geschichte des LOL wissen wollte. 

Es war noch nie so schnell, zum Mond und wieder zurück zu kommen. Die NASA und das MIT sind gerade dabei, entsprechende Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Es geht um Testergebnisse über Laserstrahlen, die Informationen bis zum Mond übermitteln können. Das TIME Magazine hat über die dabei erreichte Rekordgeschwindigkeit beim Hoch- und Herunterladen berichtet.

Veröffentlichungen und Studien

Status der Internetfreiheit in Ostafrika, 2014, Zusammenarbeit in der internationalen Politik der Informations- und Kommunikationstechnologien in Ost- und Südafrika (CIPESA) 
Internettrends des Jahres 2014 von Mary Meeker
Sucht nach Plünderung des Internets: Recherchen über die Rolle der Internetsucht bei digitaler Piraterie von Jordana Navarro und anderen.

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