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Äthiopien: Polizei beantragt mehr Zeit für Ermittlungen zu den Zone 9-Bloggern

Letzten Mittwoch wurden die äthiopischen Blogger Atnaf Berahane, Zelalem Kibret und Natnael Feleke (alle Mitglieder des Bloggerkollektivs Zone 9) und die Journalisten Asmamaw Hailegeorgis, Tesfalem Waldyes und Edom Kassaye das erste Mal seit ihrer Inhaftierung am 25. April einem Gericht in Addis Ababa vorgeführt. Bei der kurzen Anhörung beantragte die Polizei mehr Zeit für ihre Ermittlungen.
 
Scene outside Addis Ababa court. Photo published with permission.

Zelalem und Tesfalem werden aus dem Gericht in Addis Ababa geführt. Foto mit Genehmigung veröffentlicht.

Laut ihrer Anwälte stehen den Gefangenen Anklagen bevor, die mit der Unterstützung durch ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und dem “Aufruf zur Gewalt über soziale Medien” zu tun haben.

Die sechs Männer und Frauen, zusammen mit den Bloggern Befeqadu Hailu, Abel Wabela und Mahlet Fantahun – ebenfalls Mitglieder des Bloggerkollektivs Zone 9 – wurden Ende April festgenommen und befinden sich seitdem in Haft. Alle sind einflussreiche Autoren, die über politische und soziale Themen in Äthiopien schreiben und haben eine aktive Rolle dabei gespielt, politische Debatten und Proteste im Internet zu organisieren.
 

Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, obwohl Diplomaten und andere vielfach versucht hatten, teilnehmen zu können. Laut Freunden der Global Voices Gemeinschaft, die sich vor Ort befanden, war es Schaulustigen vor dem Gerichtsgebäude verboten worden, die Gefangenen anzusprechen. Unterstützer, die vor dem Gericht warteten, winkten den Inhaftierten und sie lächelten zurück. Sie konnten nicht zurückwinken, da ihnen Handschellen angelegt worden waren.

Es spielten sich hoch emotionale Szenen ab: Freunde und Familien weinten und Natnael sah sehr niedergeschlagen aus. Man hat ihn weinen gesehen, als er in und aus dem Gericht geführt wurde. Man befürchtet, dass sie gefoltert worden sein, aber mit der Ausnahme von Natnael wirkte die Gruppe stark und lebensmutig.

Der Fall wurde auf den 17. Mai vertagt.

 

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