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Weltweite Reaktionen auf den Tod von Nobelpreisträger Gabriel García Márquez

Am 17. April 2014 erfuhr die Welt vom Tod des Schriftstellers Gabriel García Márquez. Die internationale Karriere des gebürtigen Kolumbianers begann, als ihm 1982 der Literaturnobelpreis verliehen wurde, speziell für sein Werk “Cien años de soledad” [Hundert Jahre Einsamkeit] und “für seine Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln”.

Internetnutzer zögerten nicht lange, ihre Gedanken und Gefühle über Twitter-Hashtags wie #GabrielGarciaMarquez, #GraciasGabo [Danke, Gabo], #DescansaEnPazGabo [Ruhe in Frieden, Gabo], #AdiosGabo [Auf Wiedersehen, Gabo], Macondo [fiktiver Handlungsort in “Hundert Jahre Einsamkeit”], Realismo Mágico [magischer Realismus] y Aracataca [García Márquez’ Geburtsort] auszudrücken. [Alle Twitter-Links sind mehrsprachig.]

Die Zeitschrift Revista Arcadia veröffentlichte eine multimediale Sonderausgabe [es] zum Leben und Werk des Schriftstellers und Journalisten. Die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo suchte mit einem Aufruf [es] nach Geschichten von Lesern, die ihn kannten.

Gabriel García Márquez by Arturo Espinosa en Flickr. Imagen bajo licencia CC by 2.0

Gabriel García Márquez von Arturo Espinosa auf Flickr. Bildverwendung unter der Lizenz CC by 2.0

Präsidentenerklärungen

Das Weiße Haus veröffentlichte dieses Zitat [en] des Präsidenten:

Con la muerte de Gabriel García Márquez el mundo pierde uno de sus escritores más visionarios y uno de los favoritos de mi juventud.

Mit Gabriel García Márquez’ Tod verliert die Welt einen der fantasievollsten Schriftsteller und einen meiner frühesten Lieblingsautoren.

In Brasilien erklärte die Präsidentin Dilma Rousseff:

Ich war voller Traurigkeit, als ich vom Tod des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez erfuhr.

Und der kolumbianische Präsident, Juan Manuel Santos, gab bekannt:

Tausend Jahre Einsamkeit und Traurigkeit angesichts des Todes des größten Kolumbianers aller Zeiten! Solidarität und Beileid für Gaba und seine Familie

Ecuadors Präsident Rafael Correa erinnerte an “Gabos” Liebe zu Lateinamerika:

El Gabo ist von uns gegangen. Wir werden Jahre der Einsamkeit haben. Aber seine Werke und seine Liebe zu “la Patria Grande” [politisches Konzept zur Einheit des südamerikanischen Kontinents] bleiben. Weiter bis zum Sieg, geliebter Gabo!

Aus Peru bestätigt Ollanta Humala:

Lateinamerika und die ganze Welt fühlen den Abschied von diesem Träumer. Ruhe in Frieden, Gabriel García Márquez, dort in Macondo.

In Venezuela veröffentlichte Nicolás Maduro ein Bild mit dem folgenden Text:

Er war ein wahrer und treuer Freund der Revolutionsführer, die die Würde von Bolívars und Martís Amerika emporhoben.

Die Gabriel García Márquez-Stiftung für den Neuen Iberoamerikanischen Journalismus [Fundación Gabriel García Márquez para el Nuevo Periodismo Iberoamericano, abgekürzt FNPI] [es] bedankte sich für alle Nachrichten.

Vielen Dank an alle für ihre Nachrichten. Wir werden Gabos Auftrag mit Ernsthaftigkeit und Hingabe erfüllen.

Für Twitternutzer Richie jedoch war die Berichterstattung über den Tod des sogenannten Autors der gelben Schmetterlinge nicht ausreichend:

García Márquez’ Tod erwischte die kolumbianischen Journalisten in den Ferien. Ein brillanter alter Mann bis zum Schluss.

Gina Eschebac rief dazu auf, darüber nachzudenken, warum García Márquez in Mexiko und nicht in Kolumbien starb, und erinnerte daran, dass er wegen des Verdachts, ein Kommunist zu sein, im Exil leben musste:

Warum verließ Gabo 1981 Kolumbien und stirbt im Exil?

Der Autor sei seiner Krankheit in diesem Land erlegen, wie Rubén Díaz Caviedes [es] in einem Beitrag des Magazins Jot Down anführt.

Lo último que se sabía sobre el estado de su salud era que los años le estaban venciendo por la cabeza y que tenía «conflictos de memoria», citando a su hermano pequeño. Sufría una demencia senil acelerada, según él, por el tratamiento contra el cáncer linfático que casi se lo llevó en 1999.

Das letzte, was man über seinen Gesundheitszustand wusste, war, dass das Alter seinen Geist angegriffen und er “Erinnerungsprobleme” gehabt habe, so sein jüngerer Bruder. Ihm zufolge litt García Márquez an einer fortschreitenden Altersdemenz durch die Behandlung des Lymphdrüsenkrebses, dem er 1999 fast erlag.

Der kolumbianische Literaturblog Macondo literario [es] kommentierte:

Un querido y agradecido adiós a Gabo por compartirnos tanto a través de sus letras.

Ein liebevolles und dankbares Lebewohl an Gabo dafür, durch seine Texte so viel mit uns geteilt zu haben.

Auf seinem Blog erinnert Juan que Duerme [John, der schläft] an die Rede des Nobelpreisträgers “La soledad de América Latina” [Die Einsamkeit Lateinamerikas]. Darin kritisierte García Márquez unter anderem den Eurozentrismus, mit dem die politischen Versuche Südamerikas bewertet würden, sich selbst von Armut und Ungerechtigkeit befreien zu wollen:

Abschließend präsentiert uns ein Artikel [es] des Wirtschaftsmagazins América Economía Extrakte zweier Geschichten, in denen der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro seine Anekdoten mit dem kolumbianischen Nobelpreisträger erzählt. Er erinnert daran, dass Gabriel García Márquez Zeit seines Lebens beschuldigt wurde, ein Kommunist zu sein. Zweifelsohne schmälerte nichts davon seinen Ruhm, aber er wurde zum meistgelesenen fremdsprachigen Autor in Russland. Sein Werk “El amor en los tiempos del cólera” [Die Liebe in Zeiten der Cholera] wurde sogar in Hollywood [en] verfilmt. Seine Werke dienten außerdem als Inspiration für mehrere Lieder [es].

Ein Blogbeitrag von C – Records [es] fasst zusammen:

Pablo Neruda dijo sobre la novela ‘Cien años de soledad’, que era “la mejor novela que se ha escrito en castellano después del Quijote”. Los índices numéricos como el que demuestran que los libros de García Márquez son los más vendidos de los que se hayan publicado en lengua española en toda la historia, exceptuando la Biblia.

Pablo Neruda sagte über den Roman ‘Hundert Jahre Einsamkeit’, das er “der beste Roman in kastilischer Sprache seit Don Quijote sei”. Statistiken zeigen, dass García Márquez’ Bücher die am meisten verkauften Publikationen der spanischen Literaturgeschichte sind, abgesehen von der Bibel.

Möge er in Frieden ruhen.

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