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Ein Einschüchterungsversuch? Sri Lanka lässt Menschenrechtsaktivisten frei

Screenshot of Ruki Fernando from an interview with Vikalpa.org

Screenshot von Ruki Fernando bei einem Interview auf YouTube mit Vikalpa.org.

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Quellen.

Etwas mehr als zwei Tage nachdem die Anti-Terror-Einheit der sri-lankischen Polizei zwei Menschenrechtsaktivisten verhaftet hatte und dafür international geächtet worden war, wurden die beiden freigelassen.

Ruki Fernando, ein Menschenrechtsberater für NGO Reform, und der katholischer Priester Praveen Mahesan wurden am 16. März 2014 verhaftet und beschuldigt, Informationen an das Ausland verkauft zu haben, um damit der nationalen Eintracht unter den Gemeinschaften zu schaden sowie die Tamil Tigers [de] [eine separatistische Organisation im Norden Sri Lankas, die während des jahrzehntelangen Bürgerkriegs auf der Insel eine zentrale Rolle gespielt hat] zu unterstützen und zu ihrer Wiedereinrichtung anzustiften.

Der Blogger D. B. S. Jeyaraj schrieb, beide seien bei guter Gesundheit und ihnen sei während der Haft und des Verhörs keine körperliche Verletzung zugefügt worden.

Einige mutmaßten, dass die Inhaftierung der beiden einen Einschüchterungsversuch gegenüber Menschenrechtsverteidiger darstelle. Fernando äußerte gegenüber dem Nachrichtensender CNN in einem Interview, er sei gefragt worden, mit wem er außerhalb Sri Lankas Informationen austausche. “Es war eindeutig, dass ihnen wichtig war, dass andere Nationen keinerlei alternative Information oder Perspektive aus Sri Lanka vernehmen,” sagte er.

Die in Sri Lanka geborene Schriftstellerin Roma Tearne erinnert sich an Unterhaltungen mit Ruki zurück:

Ruki sprach von den Menschen in Sri Lanka, die dringend seine Hilfe benötigten. Da gab es diese Witwe, deren Ehemann, ein Karikaturist, aufgrund seiner Arbeit verschwunden war. Und ihre Kinder waren tief traumatisiert vom Verschwinden ihres Vaters. Da waren Männer und Frauen, die Opfer von Gruppenvergewaltigungen und gefoltert geworden waren. Menschen, die ihre Liebsten verloren hatten, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort geboren sind. Tamilen, Singhalesen, Muslime und wirklich jeder, der von Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka spricht.

Die Inhaftierungen erfolgten, als deutlich wurde, dass eine Resolution durch die USA, Großbritannien und anderer Staaten – die eine unabhängige, internationale Untersuchung der Kriegsverbrechen während des Bürgerkriegs [de] (bis 2009) fordert sowie Nachforschungen über jeden anderen Missbrauch der Regierungsgewalt danach – voraussichtlich dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt wird. Sri Lanka wurde bereits beschuldigt, Kritik im Land bezüglich der Menschenrechtsverletzungen zur Zeit des Bürgerkriegs verstummen zu lassen.

Nach seiner Freilassung sagte Fernando, dass er immer noch um seine Sicherheit und die anderer Menschenrechtsverteidiger fürchte.

Zur Zeit wird die Inhaftierung von Fernando and Mahesan weithin verurteilt, in Sri Lanka und im Ausland. Fred Carver, der die “Sri Lanka Campaign for Peace and Justice” [Kampagne für Frieden und Gerechtigkeit] leitet, sprach mit der Studentenzeitung der Universität von York “Nouse” über ihren Alumnus Fernando:

Ruki und Pater Praveen haben unermüdlich daran gearbeitet, Extremismus zu bekämpfen und ein toleranteres Sri Lanka aufzubauen. Es ist auf bitterste Weise unfair, dass ausgerechnet sie angeklagt sein sollen, einen ethnischen Konflikt zu entfachen.

Ruki, der als singhalesischer Aktivist für die Sache der tamilischen Opfer Stellung bezieht und Pater Praveen, ein halb-singhalesisch, halb-tamilischer Aktivist, der sich für interkulturelle Verständigung stark macht, tun genau das Gegenteil. Die Vorstellung, diese Friedensaktivisten könnten Verbindungen zu Terrorismus haben, ist offensichtlich absurd.

Der Aktivist Prabu Deepan stellt die Anschuldigungen gegen die beiden in Frage:

Was sind diese “Terrorakte”, die Ruki und Pater Praveen begangen haben? Vermisste im Norden dokumentieren?

Mohamed Hisham aus Colombo ist besorgt:

Wenn auch Ruki von der Polizei in Kilinochchi verhaftet wurde, befürchte ich, dass sich alle abweichenden Stimmen und Aktivisten auf das Schlimmste vorbereiten müssen. Wer ist der nächste?

Netzbürger weisen darauf hin, dass auch die Menschenrechtsverteidigerin Balendran Jayakumari und ihre 13 Jahre alte Tochter, die am 13. März bei sich zuhause in Killinochchi im Norden Sri Lankas verhaftet worden waren, noch auf ihre Freilassung warten.

Willkürliche Inhaftierung der Menschenrechtsaktivistin Frau Balendran Jeyakumari bleibt bestehen.

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