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Sechs Frauen im Südlibanon als Sklavinnen gehalten

One of the 6 enslaved women in South Lebanon

Eine der sechs versklavten Frauen im Südlibanon

Die Geschichte einer an der Elfenbeinküste ansässigen Nachrichtenseite, die aufdeckte, dass in der südlibanesischen Stadt Nabatäa sechs Frauen durch Betrug in Sklaverei-ähnliche Arbeitsbedingungen geraten seien, hat nun Nachforschungen durch Regierungsbehörden entfacht.

Der letzten Berichterstattung Koaci.com´s zufolge wurden die zwei Togolesinnen, zwei Burkinabé und zwei ghanaische Frauen von einem Netzwerk getäuscht, das “billige” inländische Arbeitskräfte vom afrikanischen Kontinent zum Arbeiten “in ein Land mit einer Kultur, die Schwarze als minderwertige menschliche Wesen erachte” rekrutiert. Der Autor der Geschichte Akissi Kouamé schrieb [fr], dass die nicht lange zuvor verschleppten Frauen nach einem Fluchtversuch von ihren Entführern schwer verletzt wurden.

Eine der togolesischen Frauen schaffte es, das an der Elfenbeinküste ansässige Büro der Webseite anzurufen und ihre Notlage zu erklären:

“Je veux rentrer chez moi, on m'a amené en trois fois au bureau de la mafia pour être punie corporellement parce que j'ai jugé insupportable de continuer de vivre chez la dame” […] “On m'a roué de gifles et d'autres punitions corporelles avant de m'amener dans une vielle maison avec d'autres filles également en otage qui ont simplement voulu arrêter, comme moi, de travailler chez leurs maitresses” […] “On nous a vendues dans ce pays” nous a t'elle indiqué en pleure ajoutant: “On a des diplômes d'apprentissage et on nous dit que nous allions seulement venir travailler ici, et voila que nous sommes devenues des esclave”.

“Ich will nach Hause. Sie haben mich drei Mal in das Mafiabüro gebracht, um körperlich bestraft zu werden, weil ich bei ‘Madame’ als unhaltbar galt.” […] “Sie gaben mir heftige Ohrfeigen und folterten mich mehrfach, bevor sie mich in ein altes Haus mit anderen Frauen brachten, die auch verschleppt worden waren und auch aufhören wollten, für ‘Madam`’ zu arbeiten.” […] “Sie haben uns in dieses Land verkauft,” erzählte sie uns unter Tränen und fügte hinzu: “Wir haben Schul- und Universitätsabschlüsse und uns wurde gesagt, wir würden hier einfach zur Arbeit gehen, aber sie machten uns zu Sklaven.”

Der Geschichte nach wurde das Telefon der 24-jährigen konfisziert, nachdem “Madam” herausfand, dass sie bei der Webseite anrief.

Bevor sie auflegte, teilte die Frau der Webseite den Namen ihres vermeintlichen Sklavenhalters mit: “Safi Kamal”. Der Reporter versuchte, ihn unter der angegebenen Nummer zu kontaktieren, berichtete aber, dass Kamal unverzüglich auflegte, als die Sprache auf Opfer kam.

Dem Bericht zufolge rief die zweite togolesische Frau eine Stunde später an. Das Gespräch dauerte jedoch nur 45 Sekunden, unterbrochen durch die flehende Bitte der Frau “Nein! Schlag mich nicht!”, nachdem man Männer schreien hörte. Sie war noch in der Lage, die folgende Bitte an den Reporter zu richten:

Pardon, faites quelque chose pour me permettre de rejoindre ma famille en Afrique.

Es tut mir leid. Bitte tun Sie etwas, um mich mit meiner Familie in Afrika zusammen zu bringen.

Die Nachricht blieb zehn Tage auf Koaci.com, ohne dass auch nur ein libanesischer Nachrichtensender sein Augenmerk darauf richtete. Erst nach der Veröffentlichung einer Übersetzung der Geschichte auf meinem Blog [en], recherchierte [ar] Dalal Mawad von der Lebanese Broadcasting Corporation (LBC):

فما حقيقة هذه المعلومات التي تناقلها موقع إفريقي؟

Was ist der Wahrheitsgehalt dieser Informationen, die auf afrikanischen Webseite kursieren?

Was Mawad herausfand, ist detailliert in dem obigen Videoreport geschildert. Mawad kontaktierte Safi Kamal unter der von Koaci.com angegebenen Nummer und täuschte vor, sie sei daran interessiert, ein Dienstmädchen einzustellen. Kamal versicherte ihr, dass dem Dienstmädchen weder Pausen noch Telefonate gestattet seien. Auf die Frage, was passiere, sollte das Mädchen seine Besitzerin stören, versicherte Kamal der Anruferin, mit der Frau könne “umgegangen werden”.

Nicht ahnend, dass es die LBC war, mit der er am Telefon sprach, bestritt Kamal alles, als Mawad nach Nabatäa fuhr, um ihn zu interviewen. Mawad konnte jedoch mit einer weiteren Frau sprechen, die angab, zweimal geschlagen worden zu sein und der verboten wurde, zurück nach Hause zu reisen.

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