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Wie kann man da gleichgültig bleiben?: Das Schicksal der Waisen in Niger

Eine ernüchternde Zahl im jährlichen “Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2012″ von UNICEF enthüllt, dass in Niger 970.000 Waisen leben – bei einer Gesamtbevölkerung von ungefähr 17 Millionen Menschen. Diesen Kindern, die eines ihrer Elternteile oder beide verloren haben, steht eine ungewisse Zukunft bevor: Sie besuchen nur kurze Zeit die Schule und sie müssen viel früher arbeiten gehen, um für sich selber und ihre Geschwister zu sorgen.

Dieses von UNICEF produzierte Video beschreibt die Geschichte eines 15-jährigen Mädchens aus Niger welches als Straßenverkäuferin gearbeitet hatte, wobei sie von älteren Männern belästigt wurde. Sie begann dann mit 12 als Hausangestellte zu arbeiten um schließlich diese Familie, die sie nur ausgebeutet hatte, zu verlassen:

Die ergreifende Geschichte dieser Waisenkinder hat viele Menschen in Niger berührt, darunter auch eine Bloggerin des Rising-Voices-Projekts Mapping for Niger, die sich diesem Thema angenommen hat. Fatiman schreibt auf dem Blog Mapping for Niger [fr]: “In Niger Waise zu sein, ist ein wirkliches Problem welches mich erschüttert und ich möchte darüber berichten, da ich inmitten der Waisen lebe …”

Sie fährt fort und beschreibt einige der Probleme [fr], mit denen Waisen konfrontiert werden können ohne eine Elternfigur an ihrer Seite zu haben:

Mais malheureusement je constate que l’orphelin, quelque soit la société, vit dans des problèmes sérieux de plusieurs ordres. Surtout au niveau de l’éducation, car n’ayant pas profité de l’amour parental. Il s’est trouvé sans modèle, sans guide ou maitre qui soit le garant de son avenir et de son devenir. Par ailleurs, il faut aussi rappeler que la famille constitue le premier moyen pour l’enfant de s’épanouir. La société vient en second lieu. Et en plus ce dernier reste toujours insensible à la situation des orphelins, pire, elle les utilise pour d’autres fins. A ce niveau, les enfants orphelins sont voués à plusieurs phénomènes sociaux tels que : le grand banditisme, la délinquance juvénile, les travaux forcés, l’esclavage moderne. Cet ainsi que les enfants issus des milieux défavorables sont les plus touchés, car n’ayant aucun revenu dans ce monde purement matérialiste et capitaliste.

Unglücklicherweise haben Waisen in jeder Gesellschaft eine Reihe ernsthafter Probleme. Vor allem, wenn es um Erziehung und ein Leben ohne elterliche Liebe geht. Diese Waisen sind allein, ohne ein Vorbild, sie haben niemanden, der vorangeht und sie leitet und ihnen eine Zukunft und eine Perspektive bietet. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Familie für ein Kind immer der erste Bereich ist, um sich zu entfalten. Die Gesellschaft steht erst an zweiter Stelle. Und eben diese Gesellschaft bleibt so gleichgültig gegenüber der Situation der Waisen, schlimmer noch, sie benützt sie für andere Dinge. An diesem Punkt sehen sich die Kinder verschiedenen gesellschaftlichen Phänomenen gegenüber, z. B. das organisierte Verbrechen, Jugendkriminalität, Zwangsarbeiten, moderne Sklaverei. Diese Kinder, die bereits das Schlimmste erlebt haben, werden daher die sein, welche am meisten leiden werden, da sie in dieser durch und durch materialistischen und kapitalistischen Welt kein Einkommen haben.

Religiöse Organisationen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Waisen in Niger Halt zu geben und sie zu unterstützen. Sowohl muslimische als auch katholische Organisationen halfen dabei, Einrichtungen zu schaffen, wo Waisen Essen und ein Dach über dem Kopf finden können. Alher fotografierte eines dieser Waisenhäuser in der Nähe ihrer Wohnung, welche von einer Organistaion aus Katar errichtet werden:

Foto eines Waisenhauses auf dem Land in Niger. Fotografie von Alher

Foto eines Waisenhauses auf dem Land in Niger. Fotografie von Alher, mit ihrer Erlaubnis veröffentlicht

Fatimans Bericht endet mit einer ernsten und nachdenklichen Frage [fr]:

En définitive, il faut noter que l’orphelin, en tant qu’être délaissé pour son propre compte, est exposé à des sérieux problèmes. Cependant, le soutien de l’État reste à désirer dans ce sens, bien que la situation des orphelins doive toucher au plus profond de notre humanisme. Comment rester insensible face à la situation que vivent les orphelins du monde?

Letztendlich müssen wir feststellen, dass ein Waisenkind, auf sich allein gestellt, sich ernsthaften Problemen gegenüber sieht. Dennoch lässt die Unterstützung des Staates sehr zu wünschen übrig, auch wenn die Situation der Waisen uns in unserer tiefsten Seele erschüttert. Wie können wir nur gleichgültig bleiben angesichts der Lebensumstände der Waisen in der Welt?

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