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Kolumbianer feiern unerwartete Silbermedaille

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers Olympia 2012 in London.

Am Samstag, dem 28. Juni, wurde Rigoberto Urán, 25, der erste Kolumbianer, der eine Medaille bei Olympia 2012 in London gewonnen hat. Er [en] belegte den zweiten Platz im Finale des Strassenrennens der Männer [en], hinter dem Radveteran Alexander Winokurow aus Kasachstan. Der Norweger Alexander Kristoff gewann Bronze.

Urán, der dem Team Sky angehört, war erst kurz vor dem Rennen registriert worden [es]. Er und Winokurow verließen das Hauptfeld 10 km vor dem Ziel, und Urán sah zurück, als er in Führung lag, aber am Schluss ließen ihn die Beine dann doch im Stich [en]: Winokurow zog im Sprint an ihm vorbei und gewann Gold. Uráns Silbermedaille ist die erste Radsportmedaille und die zwölfte insgesamt für Kolumbien in der olympischen Geschichte [En].

Die meisten Reaktionen waren positiv. Alexander García (@aguardientosky) [es] erwähnte, dass Uráns Medaille als nicht sehr wahrscheinlich galt:

@Aguardientosky: Realmente sólo se esperan medallas para Colombia con Ibargüen, alguna en las pesas y tal vez Pajón. Lo de Urán fue sorpresivo.

@Aguardientosky [es]: Realistisch werden nur von [Leichtathletin Catherine] Ibargüen, einigen [Leuten] im Gewichtheben und vielleicht [BMX-Weltmeisterin Mariana] Pajón Medaillen für Kolumbien erwartet. Was Urán geschafft hat war sehr überraschend.

Rigoberto Uran (Kolumbien). Foto von Flickr-User Sum_of_Marc (CC BY-NC-ND 2.0)

Einige waren frustriert, dass Urán sich am Ende umgeschaut hat, wie Giovanni Hernández (@Gihernandez77) [es]:

Gihernandez77: Me da la impresión que perdió la medalla de oro por estar pendiente del pelotón de atrás. Pero muy bien!!!

Gihernandez77 [es]: Ich hatte den Eindruck, dass er die Goldmedaille verloren hat, weil er dem Hauptfeld zuviel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aber er war großartig!!!

User La de la foto (@Fulania) [es] scherzte:

@Fulania: Miró hacia atrás pensando que lo iban a atracar. Pura costumbre colombiana.

@Fulania [es]: Er hat sich umgedreht, weil er gedacht hat, sie wollten ihn ausrauben. Pure kolumbianische Angewohnheit.

Aber Federico Arango (@siempreconusted) [es] hob die Vorzüge des Gewinners hervor:

@siempreconusted: A Uran le ganó un viejo zorro, un monstruo como Vinokurov muy muy difícil de vencer en una definición así.

@siempreconusted: Urán wurde von einem alten Fuchs geschlagen, ein Monster wie Winokurow ist sehr, sehr hart zu schlagen in solch einer Definition.

Und José Ángel Báez (@joseangelbaez) [es] fügt hinzu:

@joseangelbaez: Urán no perdió por mirar para atrás. En un mano a mano, en el sprint, siempre perderá con Vinokourov que es más rápido.

@joseangelbaez [es]: Urán hat nicht wegen des Zurückschauens verloren. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen, im Sprint, wird er immer gegen den schnelleren Winokurow verlieren.

Daniel (@Da5_12) [es] tweetete über die Herkunft des Radrennfahrers:

@Da5_12: Rigoberto Urán no es cualquier pati-hinchado. Vendía lotería y, a los 14 años, los paracos le mataron el papá. Ese man es un ganador. Punto.

@Da5_12: Rigoberto Urán ist kein Weichfuß. Er hat früher Lotterietickets verkauft, und als er 14 war, haben die Paramilitärischen seinen Vater getötet. Der Kerl ist ein Gewinner, punktum.

Andrés Sánchez (@tropicalia115) [es] machte sich über die dummen Fragen lustig, die die Sportreporter und Kommentatoren im Fernsehen gestellt haben:

@tropicalia115: J.H. Bonice: “¿Y qué comía Rigoberto Uran?”. Mamá de Rigoberto: “Pues lo mismo, la misma comida de siempre”. +10 para la señora Urán.

@tropicalia115: J.H. Bonice (der über Caracol TVs Javier Hernández Bonnett spricht): “Und was hat Rigoberto Urán gegessen?” Rigoberto's Mama: “Dieselben Sachen, dasselbe Essen wie immer”. +10 für Frau Urán.

Aníbal Pérez (@anibaljpg) [es] vergleicht das Geld, welches Coldeportes (das staatliche Kolumbianische Sportinstitut) Urán für seine Silbermedaille geben wird, mit dem Jahresgehalt des ehemaligen Senatsvorsitzenden [en]:

@anibaljpg: Urán se gana 73 millones por una medalla de plata que le costo matarse entrenando muchos años, Emilio Otero 360 millones al año… calculen

@anibaljpg: Urán gewinnt 73 Millionen Pesos [es sind sogar fast 80 Millionen [es] (€ 36.000 oder USD 44.200)] für eine Silbermedaille, für die er jahrelang trainiert hat, Emilio Otero (ehemaliger Senatsvorsitzender) 360 Millionen Pesos (€ 163.000 oder USD 200.000) pro Jahr… rechnen Sie das mal aus.

Olympisches Straßenrennen der Männer: Alexander Winokurow führt vor Kolumbianer Rigoberto Uran. Foto des Department for Culture, Media and Sport auf Flickr (CC BY 2.0)

Aber nicht alle waren zufrieden. Daniel Arango (@stultaviro) [es] twitterte:

@stultaviro (1, 2): ¿Hay algo más deprimente que un segundo lugar? O primero o último. (…) Mientras no asimilemos que la única opción es ganar, seguiremos siendo nada en el deporte mundial.

@stultaviro (1, 2): Gibt es etwas deprimierenderes als einen zweiten Platz? Entweder zuerst oder zuletzt. (…) Solange wir uns nicht annehmen, dass die einzige Option der Gewinn ist, werden wir weiter nichts im Weltsport sein.

In demselben Zusammenhang schreibt Túrin Turambar (@Turint) [es]:

@Turint: Si algún día entrenamos mucho con apoyo estatal y cambiamos la mentalidad perdedora de q una medalla plata está bien, ganaremos otra de oro

@Turint: Falls wir eines Tages mit staatlicher Unterstützung viel trainieren und unsere Verlierer-Mentalität ändern, die uns sagt, dass eine Silbermedaille okay ist, gewinnen wir noch eine goldene. [über Kolumbiens einzige Goldmedaille, gewonnen von Gewichtheberin María Isabel Urrutia in Sydney 2000].

Adolfo Zableh schrieb [es] auf seinem Blog La copa del burro:

Imposible fue no emocionarse al verlo en el podio, pero yo sentí más rabia que alegría, porque se esforzó y quedó cerca, pero igual acá celebramos como si un segundo lugar fuera lo máximo, cuando no lo es. Preferimos perder porque nos da miedo ganar, y para acabar con eso sería bueno empezar a reconocerlo.

[Es war] unmöglich, nicht aufgeregt zu sein als ich ihn auf dem Podium sah, aber ich habe mich mehr geärgert als gefreut, weil er sein Bestes gegeben hat und fast gewonnen hat, aber wie auch immer feiern wir, als ob ein zweiter Platz das Beste ist, was nicht der Fall ist. Wir bevorzugen, zu verlieren, weil wir Angst haben, zu gewinnen, und wenn wir damit aufhören wollen wäre es ein guter Anfang, dies anzuerkennen.

Urán selbst veröffentlichte ein Foto von sich und seinen Teamkollegen bei Twitter [es], als er in das Hotel zurückkehrte. Später schrieb er:

@UranRigoberto: Colombianos si se puede , todo es posible con dedicación disciplina . Gracias por ese apoyo se les quiere . pic.twitter.com/HisbhdEr

@UranRigoberto [es]: Kolumbianer, wir können es schaffen, alles ist möglich mit Hingabe [und] Disziplin. Danke für Eure Unterstützung, [ich] liebe Euch. pic.twitter.com/HisbhdEr

Kolumbien schickte 104 Athleten [en] (46 Maenner und 58 Frauen) zur Olympiade London 2012, die bisher größte Delegation des Landes.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers Olympia 2012 in London.

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