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Spanien: Unterstützung für den Kampf der Bergleute

Dieser Bericht ist Teil unseres Dossiers über Europa in der Krise.

Tausende gingen auf die Straßen, um sich mit den spanischen Minenarbeitern zu versammeln und sie zu unterstützen, nachdem diese die 400 km vom Norden Spaniens nach Madrid zu Fuß zurückgelegt hatten. Die Demonstration begann am 10. Juli um 22 Uhr vor dem Palast La Moncloa, dem Sitz der Regierung, und endete in der Puerta del Sol gegen 2 Uhr nachts. Die Arbeiter der Kohleminen protestierten gegen die Austeritätspolitik der Regierung unter Rajoy und die Kürzungen der Beihilfen.
Die Bergleute des sogenannten “Schwarzen Marsches” wurden in einem emotionalen und solidarischen Ambiente willkommen geheißen. Die versammelten Bürger und Bürgerinnen begrüßten sie mit Applaus, Bewunderungsbekundungen, sympathisierenden Slogans und ihrer eigenen Hymne, die während des gesamten Umzugs durch das Zentrum der Hauptstadt angestimmt wurde. Die Bergmänner zeigten sich erstaunt über die starke Wirkung ihres Protestes, die der #NachtderBergleute [es] – wie sie im Netz genannt wird – zusätzliches Gewicht verlieh.

Rundgang des “Schwarzen Marsches” durch das Zentrum von Madrid, von Ismael Naranjo

Unter den meistverwendeten Mottos war zu hören: “Ja, es ist möglich”, “Ja, sie repräsentieren uns!” und “Das ist unsere Auswahl!”, in Anlehnung an den Fußballerfolg Spaniens in der Europameisterschaft. Ein Aspekt wurde dabei besonders deutlich: Diejenigen, die die Arbeiter unterstützen, sind stolzer auf die Arbeiterklasse und identifizieren sich mehr mit ihnen als mit den Politikern und Fußballspielern.

Die Kohleminenarbeiter erhellten mit ihren Stirnlampen nicht nur die Straßen, sie waren für die Demonstranten auch Lichter im übertragenen Sinne. Viele andere Sektoren, wie Anarchisten, Empörte der 15M-Bewegung, Personen allen Alters und aus unterschiedlichen Regionen Spaniens, identifizierten sich mit ihnen. Wegen seiner starken rebellischen Züge, stärker als die anderer Proteste in Spanien, wurde der Kampf der Bergleute zum härtesten Schlag der Arbeiterbewegung und zur radikalsten Ablehnung der Sparmaßnahmen der Regierung.

Das Video zeigt Solidaritätsbekundungen gegenüber den streikenden Bergarbeitern [es] (von Juan Luis Sánchez):

http://youtu.be/6FeZXoupDIo

Zahlreiche Personen haben die Bergleute in den sozialen Netzwerken dazu animiert, weiter gegen die Einsparungen zu kämpfen, die zum Verschwinden ihres Sektors führen könnten. Viele Twitter-Nutzer bekräftigten in ihren Nachrichten und über den Hashtag #IchbinBergarbeiter, dass sie stolz auf die spanischen Bergleute seien. Im Angesicht der von den Usern genannten #MedialenStille, waren es, wie auch bei früheren Protesten, die sozialen Netzwerke, die den Großteil der Informationen verbreiteten.

In der Hauptstadt ging der bergmännische Protest am Mittwoch Morgen, dem 11. Juli, weiter. Dieser Tag jedoch erwies sich aufgrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten als um einiges unheilvoller als der Vergangene. Die Reibereien endeten [es] mit mehr als 76 Verletzten und zehn Festnahmen.

Dieser Bericht ist Teil unseres Dossiers über Europa in der Krise.

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