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Mexiko: Bürger enttäuscht über Debatte der Präsidentschaftskandidaten

Millionen Mexikaner warteten gespannt auf Sonntagnacht, den 6. Mai, in der die Debatte der Präsidentschaftskandidaten stattfinden sollte. Vor allem unter den jungen Leuten war die Debatte beliebt, die angesichts der schwierigen Entscheidung, den nächsten Präsidenten [en] zu wählen, oft bis zum Schluss unentschieden sind.
Die Übertragung dauerte zwei Stunden. Im Internet wurden bereits während der Sendung und direkt im Anschluss an die Debatte tausende Kommentare veröffentlicht. Hoffnungslosigkeit und Ernüchterung prägten die allgemeine Stimmung nach der Diskussion.

Eine Sympathisantin von López Obrador vor der Präsidentschaftsdebatte am Sonntag

Eine Sympathisantin von López Obrador vor der Präsidentschaftsdebatte am Sonntag, dem 6. Mai. Botschaft des Plakats: „Eine Wählerstimme hat keinen Preis, sie hat Konsequenzen. Wir wählen den echten Wechsel. López Obrador, wir vertrauen dir!“ Bild von Flickr user Eneas (CC BY 2.0)

Khublai Villafuerte, Blogger bei Circulo de Cafe [es], bestätigt, dass die Realität der mexikanischen Politik das Land erneut treffen werde:

La realidad política de México nos pega una vez más. Golpes por doquier y muy pocas propuestas contundentes; sólo el candidato más rezagado se dignó a presentarnos un manual de cómo formar un régimen autoritario, neoliberalista pero eso sí, sustentable. Quién pudo presentar modelos de cambio se limitó a hacerlo durante un minuto y atacar, a veces de manera muy floja; la candidata oficialista sólo declamó y el puntero repitió sus comerciales que diario escuchamos en la televisión y la radio. Casi nadie contestaba a las preguntas planteadas.

Die politische Realität Mexikos hat uns wieder. Überall Rückschläge und nur wenige Vorschläge, nur der am wenigsten bekannte Kandidat stellte einen Leitfaden vor, wie eine autoritäre, neoliberale aber natürlich zukunftsfähige Regierung gebildet werden kann. Wer Modelle für einen Wechsel präsentieren konnte, beschränkte sich damit auf wenige Minuten und ging oftmals ziemlich kraftlos zum Angriff über. Die Kandidatin der Regierungspartei trug nur ihre Versprechen aus den Wahlkampfwerbespots vor, die wir täglich im Fernsehen und Radio hören. Fast niemand beantwortete die gestellten Fragen.

Später fügte er hinzu [es], dass nicht ein Präsident, sondern alle Bürger einen tatsächlichen Wechsel herbeiführen werden:

Como ciudadanía hemos ganado un golpe de realidad, hemos recordado que el cambio no depende de una persona que sentada en cierta silla sino de nuestra exigencia, de nuestro trabajo y sobretodo de nuestro compromiso con el país. Que este debate nos sirva para llamar nuestra atención y recordarnos que un verdadero cambio sólo vendrá desde y a través de nosotros mismos.

Als Bürger haben wir unsere Augen geöffnet, wir haben uns daran erinnert, dass ein Wechsel nicht von einer einzigen Person abhängt, die auf einem bestimmten Stuhl sitzt, sondern von unseren Forderungen, unserem Einsatz und vor allem dem Bekenntnis zu unserem Land. Möge uns die Debatte dabei helfen, dass wir uns dieser Sache bewusst werden und uns daran erinnern, dass ein echter Wandel nur durch und mit uns möglich ist.

Antonio Marvel, Blogger bei Animal Político behauptet, dass niemand die Debatte gewonnen habe [es]:

Un debate que no ganó nadie: no ganó Enrique Peña Nieto, no perdió Andrés Manuel López Obrador, no aprovechó Josefina Vázquez Mota y no fue para Gabriel Quadri.

Eine Debatte, die niemand gewonnen hat: Enrique Peña Nieto hat sie nicht gewonnen, Andrés Manuel López Obrador sie nicht verloren, Josefina Vázquez Mota nutzte sie nicht und sie war auch nicht zugunsten von Gabriel Quadri.

Die Erwartungen der Zuschauer waren so niedrig und die Ergebnisse so schwach, dass das Model, welches zur Unterstützung der Debatte ausgewählt worden war, in den sozialen Netzwerken zur „wahren Siegerin der Debatte“ erkoren wurde. Der Blogger Chilakil [es] von Hazme el chingado favor [es] erklärt dies:

Y entre los dimes y diretes, propuestas huecas, números, estadísticas y un sin mil de acusaciones la que mejor aprovecho el breve tiempo que se le dio y la indiscutible ganadora fue nada más y nada menos que la edecán Julia Orayen.

Zwischen all dem Klatsch, inhaltslosen Versprechen, Zahlen, Statistiken und unzähligen Anschuldigungen war das Model Julia Orayen diejenige, die wirklich einen Vorteil aus der kurzen vorgegebenen Zeit ziehen konnte und zur unumstrittenen Gewinnerin ernannt wurde.

Bei Twitter schafften es 3 der 22 Diskussionsthemen kurzzeitig unter die weltweiten Trendthemen: #Debate2012 [es], #JuliaOrayen [es] und #HastaLaVictoriaConJosefina [es].

Evelyn Castillejos vom Blog Merca2 erwähnte [es] den Einfluss von sozialen Medien insbesondere Twitter während der Debatte:

  • A las 20:15 horas -15 minutos después de haber iniciado el debate- ya se habían generado mil 46 tweets originales, 415 retweets y 39 menciones directas (es decir, sin hashtag). Esto ocasionaó tres millones 859 mil 347 impresiones, alcanzando tres millones 400 mil 845 followers únicos.
  • Durante la transmisión del debate se generaron dos mil 548 tweets por minuto.para dar un total de 305 mil 824 tweets.
  • Tras finalizar el debate, de las 22:00 horas a las 7:00 horas del día siguiente se generaron 140 tweetspor miunto, lo que da un total de 75,447
  •  Um 20:15 Uhr – 15 Minuten nach Beginn der Debatte wurden bereits 46.000 Tweets, 415 Retweets und 39 direkte Erwähnungen (d.h. ohne Hashtag) gezählt. Am Ende waren es 3.859.359 Impressions, die 3.400.845 Unique Follower erreichten.
  • Während der Übertragung der Debatte waren es 2.548 Tweets pro Minute und insgesamt 305.824 Tweets.
  • Im Anschluss an die Debatte von 22:00 Uhr bis 7:00 Uhr am Folgetag wurden 140 Tweets pro Minute generiert, was insgesamt 75.447 Tweets ergab.

Leider half die Debatte vielen Mexikanern nicht dabei, sich zu entscheiden und auf einen Kandidaten festzulegen, den sie bei der kommenden Präsidentschaftswahl wählen werden. Nur wenige Vorschläge wurden genannt und die meisten Kandidaten beantworteten eher die Frage, „was sie in Angriff nehmen wollen“ anstatt eine Antwort auf die Frage zu geben, „wie sie vorgehen wollen“.

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