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Argentinien und die Falklandinseln: 30 Jahre nach dem Krieg

Dieser Artikel wurde von Anna Bytom und Christina Maximini, Studierende des FTSK Germersheim, unter der Leitung von Dr. Eva Katrin Müller im Rahmen des Projektes „Global Voices“ übersetzt.

30 Jahre nach der Landung Argentiniens auf den Falklandinseln am 2. April 1982 wird des Beginns dieses Krieges um die Souveränität der Inseln gedacht. Ihm fielen 649 Argentinier zum Opfer. Die Website Voces Escritas [es] fasst die Statistiken zusammen:

En total, fueron 649 argentinos los que dejaron la vida en Malvinas durante la guerra, y hubo 1188 heridos. Pero las consecuencias continuaron: más de 500 excombatientes se suicidaron en los años posteriores a la guerra, en medio de la indiferencia de la sociedad, y el abandono de los gobiernos democráticos.

Insgesamt ließen 649 Argentinier im Falklandkrieg ihr Leben, 1188 wurden verletzt. Aber er hatte noch weitere Folgen: mehr als 500 Veteranen begingen in den Jahren nach dem Krieg Selbstmord, während die Gesellschaft und die demokratischen Regierungen sich gleichgültig zeigten.

Auch auf englischer Seite gab es Tote. Die Zeitung El Malvinense [es] hat nachgeforscht und nach einigen Aktualisierungen schließlich eine Statistik über Todesopfer und Materialverlust herausgegeben:

Total caidos: 1029 (estimados)

Total buques dañados o perdidos: 31

Total aeronaves perdidas: 45

Gran Bretaña nunca declaró el verdadero número de bajas de sus tropas ni la pérdida de numeroso armamento. Queda demostrado el gran daño sufrido, que supera ampliamente al que recibió Argentina.

Tote insgesamt: 1029 (geschätzt)

Beschädigte oder verlorene Schiffe insgesamt: 31

Verlorene Flugzeuge insgesamt: 45

Großbritannien hat nie offen gelegt, wie hoch der Truppen- und Materialverlust tatsächlich war. Die von uns ermittelten Zahlen zeigen, dass der erlittene Schaden weit über dem Argentiniens liegt.

Der Blog Diálogos [es] veröffentlicht allerdings spezielles Material von Marcos Brincci, der andere Zahlen nennt:

La guerra no se olvida, aquellos 74 días desde el 2 de abril de 1982 dejan la honra por los casi 650 argentinos y unos 250 británicos muertos. Las Malvinas tienen vestigios de aquellos terribles días.

Den Krieg vergisst man nicht, diese 74 Tage, die auf den 2. April 1982 folgten, forderten das Leben von fast 650 Argentiniern und etwa 250 Briten. Die Falklandinseln sind von diesen schrecklichen Tagen geprägt.

Am 2. April gedachte man in einer zentralen Feier des 30. Jahrestags des Falklandkrieges. Die offizielle Nachrichtenagentur Telam [es] veröffentlichte Teile der Eröffnungsrede der Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner:

“es una injusticia en pleno siglo XXI todavía subsistan enclaves coloniales como los que tenemos aquí, a pocos kilómetros de distancia“, en referencia a las Islas Malvinas.

„es ist eine Ungerechtigkeit, dass im 21. Jahrhundert koloniale Enklaven wie die Falklandinseln in nur wenigen Kilometern Entfernung weiterbestehen“

Sie fügt hinzu:

“de los 16 enclaves coloniales que existen en el mundo, diez de ellos son del Reino Unido” y afirmó que “resulta absurdo pretender el dominio” sobre las islas.

„Es gibt 16 koloniale Enklaven in der Welt, zehn davon gehören zum Vereinigten Königreich. Es ist absurd, dass Großbritannien immer noch Hoheitsansprüche auf die Inseln erhebt.“

Denkmal für die im Falklandkrieg Gefallenen. Ushuaia, Argentinien. Bild von Jorge Andrade auf Flickr. (CC BY 2.0)

Die englische Nachrichtenagentur BBC [en] berichtet über die Rede der Präsidentin und gibt die Worte des britischen Premierministers David Cameron [en] wieder:

“Britain remains staunchly committed to upholding the right of the Falkland Islanders, and of the Falkland Islanders alone, to determine their own future.

Großbritannien setzt sich weiter bedingungslos für das alleinige Recht der Bewohner der Falklandinseln ein, über ihre eigene Zukunft zu bestimmen.

Auf Twitter gedenkt Falklands Island Gov (@falklandsgov) [en] des Jahrestages:

Today is a day for reflection rather than celebration. 30 years on, we are proud to see such strong support for the Islands across the world

Heute ist eher ein Tag zum Nachdenken als zum Feiern. Nach 30 Jahren sind wir stolz auf die weltweit große Unterstützung für die Falklandinseln.

Während des Wochenendes vor dem 2. April wurden die #MalvinasArgentinas [es] zu einem heiß diskutierten Thema. Gwaa (@TheNorthGwaa) [es] schreibt:

Si no hubieran encontrado petróleo en #MalvinasArgentinas no estarían pidiendo la intervención de la ONU para renegociar las tierras.

Wäre kein Öl auf den #MalvinasArgentinas gefunden worden, hätte man die UNO niemals gebeten, die Zuteilung der Gebiete neu zu verhandeln.

Francisco Angulo (@fran_spg) [es] averurteilte die Gesänge des Publikums während eines Fußballspiels:

#MalvinasArgentinas Está bien recordar a los ex combatientes, pero todo un estadio cantando “El que no salta es un inglés” me da escalofríos

Der Veteranen zu gedenken, ist in Ordnung, aber als das ganze Stadion „Wer nicht aufspringt, ist ein Engländer“ sang, lief es mir eiskalt den Rücken runter.

Marcelo P (@my_silver10) [es] kritisiert dagegen die derzeitige Regierung:

Todo esto de #MalvinasArgentinas es un circo de Cristina para distraer de la #Inflacion, la #Inseguridad y las politicas Argenzuelisticas

Mit dem ganzen Gerede von den #MalvinasArgentinas will Cristina doch nur von der #Inflation [es], den #Sicherheitsproblemen [es] und der argentinischen Kirchturmpolitik ablenken.

Ebenfalls via Twitter zitiert Natalia Rodriguez (@manatu15) [es], einen Ausschnitt eines Liedtextes des bekannten argentinischen Singer-Songwriters Atahualpa Yupanqui [es], der von den Falklandinseln handelt

Seguirán las mil banderas del mar, azules y blancas, pero queremos ver una sobre tus piedras clavada. (A. Yupanqui) #MalvinasArgentinas

Es wird weiter tausend blau-weiße Flaggen auf dem Meer geben, doch wir wollen eine auf den Steinen der Insel gehisst sehen. (A. Yupanqui) #MalvinasArgentinas.

Auf der Seite Defonline [es] ist ein Interview mit Martín Balza zu finden, dem damaligen Oberbefehlshaber der argentinischen Armee und Veteran des Falklandkrieges, der den gesamten Konflikt miterlebt hat. Zur Lage der diplomatischen Beziehungen zwischen Argentinien und Großbritannien und auf die Frage, ob die „kelpers“, wie man die Inselbewohner nennt, in die Verhandlungen einbezogen werden sollten, antwortet Balza:

No estoy de acuerdo en absoluto cuando alguien dice que se deben respetar los deseos de los isleños. Sí se deben respetar sus intereses: forma de vida, propiedades, idioma, religión, etc. Los ingleses no respetaron los deseos de los argentinos en 1833. Además, por expresa disposición de las Naciones Unidas, sobre todo a partir de 1965 con el Comité de Descolonización, en el caso Malvinas no rige el Principio de Autodeterminación de los Pueblos, que atañe a los pueblos originarios. En Malvinas se echó a los que estaban y se implantó a los que están.

Ich bin absolut nicht damit einverstanden, wenn jemand sagt, dass die Wünsche der Inselbewohner respektiert werden sollen. Ihre Interessen sollen respektiert werden: ihre Lebensweisen, ihr Besitz, ihre Sprache, ihre Religion, etc. Die Engländer haben die Wünsche der Argentinier 1833 nicht respektiert. Außerdem gilt durch eine ausdrückliche Bestimmung der Vereinten Nationen, vor allem seit 1965 mit dem Special Committee on Decolonization, für die einheimischen Einwohner auf den Falklandinseln nicht das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Diejenigen, die dort lebten, wurden ausgewiesen und diejenigen, die später kamen, wurden eingebürgert.

Roger Edwards [en], Bewohner der Falklandinseln und Veteran des Krieges von 1982, äußert sich in der Zeitung The Guardian [en] jedoch folgendermaßen:

The Falkland Islanders are a peaceful, hard-working and resilient people. Our society is thriving and forward-looking. All we ask is to be left in peace to choose our own future, and responsibly develop our home for our children and generations to come. We would ask, particularly of those who take it upon themselves to comment from a standpoint of ignorance on our future, that our rights, and our points of view, and above all our wishes are respected and considered as enshrined in the UN charter.

Die Bewohner der Falklandinseln sind ein friedliches, hart arbeitendes und belastbares Volk. Unsere Gesellschaft floriert und ist zukunftsorientiert. Alles, was wir wollen ist, in Frieden gelassen zu werden, über unsere Zukunft selbst zu entscheiden und verantwortungsvoll ein Zuhause für unsere Kinder und kommende Generationen aufzubauen. Wir wünschen uns vor allem von denjenigen, die mit einer ignoranten Haltung über unsere Zukunft entscheiden wollen, dass unsere Standpunkte und vor allem unsere Wünsche respektiert, berücksichtigt werden, wie es in der UN-Charta verankert ist.

Auf Twitter sind zu dem Thema Beschwerden, Anmerkungen, Proteste und andere Beiträge von Bürgern zu finden. Adrian Bono (@AdrianBono) [es] stellt bei seiner Suche fest:

Mientras en Argentina es trending topic#MalvinasArgentinas, en Twitter Gran Bretaña el tema ni aparece. ¿Queda claro, no?

Während in Argentinien das Thema #MalvinasArgentinas auf Twitter trending topic ist, taucht es in Großbritannien überhaupt nicht auf. Das sagt ja wohl schon alles, oder?

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