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Singapur: Netzgemeinde kritisiert “anstößige” Werbeanzeige

Alle Links in diesem Artikel führen zu englischsprachigen Webseiten.

Eine Werbekampagne des Ministeriums für lokale Entwicklung, Jugend und Sport (MCYS) ist in die Kritik geraten, weil es Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber ehemaligen Straftätern, Missbrauchsopfern, Menschen aus unteren Einkommensschichten sowie gegenüber Menschen mit Behinderungen schüre.

Die Kampagne beinhaltet eine Serie aus vier Postern, die Sozialarbeiter zeigt mitsamt einer Reihe an erfolgreichen Beispielen, in denen die Sozialarbeiter geholfen haben. Wörter wie “ruiniert”, “zerstört”, “verlassen” und “hoffnungslos” wurden hervorgehoben. Diese Poster können online angeschaut werden oder aber in öffentlichen Bereichen wie beispielsweise an Bushaltestellen.

Diese Anzeigen wurden von vielen in Singapur kritisiert weil sie beleidigend seien.

@flubberzz: Was zur Hölle ist los mit Euch im Ministerium und bei Starlight Advertising?? Wer mit einem gesunden Menschenverstand entwirft solch eine Kampagne?

 

Der beliebte singapurische Blogger mrbrown bringt seine Unterstützung für die Sozialarbeiter zum Ausdruck, hebt aber gleichzeitig hervor, dass die Anzeigen die falsche Botschaft über Menschen mit Behinderungen vermitteln:

Ich bewundere Sozialarbeiter und das was sie tun, aber kommt schon liebe Leute im Ministerium, Menschen mit Behinderung sind nicht hoffnungslos.

Diese Botschaft verstetigt lediglich den Eindruck, dass Menschen mit Behinderung gerettet und bemitleidet werden müssten und nicht dass sie ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft mit anderen Fähigkeiten sind.

Als Vater eines Sonderschülers fühle ich mich durch diese Art von Botschaft zutiefst verletzt.

In einem Artikel für “The Online Citizen” stellt Ghui fest, dass diese Poster zu einer Entfremdung zwischen jenen, die Unterstützung benötigen, und dem Rest der Gesellschaft führen könnte.

Auch wenn das Ministerium es vielleicht nicht beabsichtigt hat so bedienen diese Poster doch die Vorurteile der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung oder gegenüber Menschen, die durch das gesellschaftliche Raster fallen. Anstelle von positiver Ermunterung hat es den Eindruck verstärkt, dass Menschen mit Behinderung etwas fehlt und dass sie bedauert werden müssen. Ich stelle überhaupt nicht in Frage, dass diese Individuen Hilfe benötigen aber unsere Unterstützung sollte vielmehr aus dem Bedürfnis herrühren sich gegenseitig zu helfen und nicht aus der Motivation heraus bemitleidenswerten Menschen zu helfen.

Die Gesellschaft für Menschen mit körperlicher Behinderung hat die Anzeigen selber nicht kommentiert aber seine Freude zum Ausdruck gebracht, dass das Ministerium eine Kampagne entwickelt habe, “um Menschen für den Beruf des Sozialarbeiters zu gewinnen.”

Manche Beobachter sehen diese Anzeigen als repräsentativ für die Einstellung der Menschen gegenüber Behinderung an – sowohl in den Gesellschaften der gesamten Region als auch in der Regierung Singapurs:

@sonnylebythebay: Asien hat noch einen langen Weg vor sich im Umgang mit Menschen mit Behinderung. RT @kixes http://mrbrwn.co/yDkF53

@ambarvalia: Die “hoffnungslos”-Anzeigen des MCYS zeigen auf welch hohem Ross die Regierung sich sieht, da sie den Eindruck vermitteln die Menschen müssten dankbar sein für die “Hilfe” der Regierung.

Der Sprecher des MCYS stellte klar, dass das Wort “hoffnungslos” auf den Postern sich nicht direkt auf Menschen mit Behinderung beziehe, sondern auf das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das sie angesichts ihrer Situation empfinden. Das Ministerium teilte mit, die Kampagne sollte lediglich helfen, mehr Menschen zu ermutigen im sozialen Bereich zu arbeiten.

 

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