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Marokko: Student inhaftiert wegen Beleidigung des Königs in einem Video

Am Montag verurteilte ein Gericht in der marokkanischen Stadt Taza den 24-jährigen Studenten Abdelsamad Haydour zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von $ 1.200 wegen der Kritik am König von Marokko in einem Video [ar], welches auf YouTube veröffentlicht wurde. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur [fr], ist Haydour wegen “Angriffs auf die heiligen Werte der Nation” angeklagt.

Laut einer marokkanischen Nachrichten-Website [fr] hatte Haydour keine Rechtsberatung während der Anhörung und das Gericht ernannte keinen Anwalt zur Verteidigung des Angeklagten, wie vom marokkanischen Gesetz verlangt wird.

Laut marokkanischem Gesetz wird der König als “unantastbar” angesehen. Aber die marokkanische Verfassung (Artikel 25) garantiert auch “Gedanken- und Meinungsfreiheit in all seinen Formen.”

Das belastende vierminütige Video [ar] wurde Anfang Januar während einer Woche der sozialen Unruhen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei in der von Arbeitlosigkeit stark betroffenen Stadt Taza veröffentlicht.

In dem Video spricht Abdelsamad Haydour auf der Straße zu einer Gruppe von Menschen und kritisiert den König und seine Anhänger stark (Video gepostet von zawali66):

Das Urteil kam weniger als eine Woche nachdem ein 18-Jähriger in Rabat vor Gericht erschien aufgrund einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung. Er hatte Bilder und Videos veröffentlicht, die König Mohammed VI verspotteten.

Die Nachricht von dem Urteil gegen Haydour provozierte einige starke Reaktionen in sozialen Netzwerken.

Rasta Basta twitterte:

@Basta: nur ein Gedanke: In #Marokko kommt man wegen Diffamierung Gottes nicht ins Gefängnis, wegen Diffamierung des Königs aber schon, für drei Jahre. Irgendwelche Schlussfolgerungen?

Samia Errazzouki twittert:

@Charquaouia: Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Menschen in Marokko seit der neuen Verfassung und den Wahlen verhaftet wurden, nur weil sie sich mit Worten ausgedrückt haben.

Burrito twittert:

@Burrito_SB: Wie viele Menschen sollten dafür verhaftet werden, nur weil sie ihre Meinung sagen, bevor wir realisieren, dass sich nichts geändert hat in #morocco #maroc

Trotz anhaltendem Wachstum leidet Marokko an hoher Arbeitslosigkeit, besonders häufig unter den Jungen. Mehr als ein Viertel der Absolventen findet keinen Job.

In vielen marokkanischen Städten finden täglich Demonstrationen wegen Arbeitslosigkeit statt, die oft von Hochschulabsolventen angeführt werden, welche die Öffentlichkeit einbeziehen möchten. In Rabat entzündeten sich vier dieser Demonstranten im letzten Monat selbst. Einer von ihnen verlor sein Leben.

Aber es ist die Stadt Taza, wo die sozialen Spannungen ihren Höhepunkt erreichten. Die Stadt erlebte mehrere Wochen von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei, die am 1. Februar darin gipfelten, dass die Polizei in einer Haus-für-Haus-Durchsuchung mehrere Aufständische verhaftete.

Am Dienstag, dem 17., wurden Personen aus Taza zu bis zu acht Monaten Haft verurteilt wegen “Vandalisimus und Zerstörung öffentlichen Eigentums”, berichteten lokale Medien.

7 Kommentare

  • rachid

    schwachsinn,beamtenbeleidigung gebt´s doch auch hier,er het öffentlich und tzgegeben aucn noch,dass er den König(unser Symbol) als diktator,mürder und Hund gennant hat,was will man mehr noch!
    als Marokkaner finde ich es verdient .

  • Mimoun

    Bin selbst Marokkaner und ich finde das Urteil angemessen. Beleidigungen die öffentlich gemacht werden hat niemand verdient und schon gar nicht der König. Beleidungen haben nichts mit Gedanken- und Meinungsfreiheit zu tuen.

  • Hassan

    also das was der gesagt hat war nicht gut jemanden so zu beleidigen und Grade den belebte König der viel für sein Land macht war nicht gut bedacht und ich denke die strafe hat er sich selber gemacht.
    wir Marokkaner sollten die Politiker unter Druck setzen damit die schnell Fortschritte machen damit die ganze Arbeitslosigkeit bekämpft werd und EU muss Marokko schnelle helfen sonst sehe ich bald größere Probleme kommen. (Gott schütze Marokko)

  • marco

    In Grossbretanien ist auch verboten !!!!

    in UK und Schweden sowie Spanien und NL wer die königin oder könig beleidigt wird bestraft also wo ist dan das problem ????

    ach ich weiss, mann weiss schon lang das die westen nict die gleiche logik und massstab benutzen

  • 20februarNador

    Also das urteil über die Abdelsamad.h ist ein deutliches zeichen an die Marokkaner das sich im Land nichts geändert hat ,für mich ist der Herrscher Marokkos weit entfernt König genannt zu werden .Es ist unfassbar das der Junge drei jahre lang in den Knast muss nur weil er den Monarchen beleidigt haben soll ,zu akzeptieren wäre das urteil wenn es nur bei einer geldstrafe geblieben wäre aber was will man von einen Diktatorichen sysrem erwarten ? FREIHEIT FÜR ABDELSAMAD .H

  • Marokkaner

    Die marokkanische Verfassung (Artikel 25) garantiert “Gedanken- und Meinungsfreiheit in all seinen Formen.”? ??

    Wie die garantie auf meinungsfreit aussieht das sehen wir ja hir bei Abdelsamad Haydour
    Drei jahre haft und einer Geldstrafe in höhe von 1.200 $ ,ich vermute mal das er dazu noch im Gefängnis geschlagen wird deswegen was ja in Marokko üblich ist …

  • Othman

    Mir fehlen echt die Worte. 36 Monate Haftstrafe für Beleidigung eines Diktatores ist eine Schande. Die leute haben satt, sind verzweifelt und Mohamed VI hat das alles zu verantworten. Er muss froh sein, dass die leute NOCH gewaltfrei demonstrieren. Ich bewundere alle freie Marokkaner, die gegen Korruption, Macht und Ungerichtigkeit kampfen. Sie haben mindestens Anerkennung verdient – blöde Kommentare brauchen sie wirklich nicht.

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