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Ägypten: Schlacht um Tahrir geht in den dritten Tag

Dieser Artikel ist Teil unserer Sonderberichterstattung zur ägyptischen Revolution 2011.

Die Schlacht um den Tahrir-Platz tobt nun schon den dritten Tag. Demonstranten, die auf dem Tahrir-Platz, dem Epizentrum der ägyptischen Revolution im Herzen Kairos, kampierten, stoßen mit der Polizei wegen ihres Versuches, den Platz zurückzufordern zusammen. Sie demonstrieren weiterhin um die Forderungen der Revolution durchzusetzen. Eine der Hauptforderungen ist eine zivilie Regierung, die den Militärrat ersetzen soll, der sich nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak im Februar selbst als de facto Herrscher von Ägypten eingesetzt hat.

Laut Berichten sind in den letzten drei Tagen bis zu 20 Menschen getötet worden. Die Unruhe und die Zusammenstöße mit der Polizei haben sich auch außerhalb Kairos in verschiedenen Provinzen ausgebreitet, wo die Menschen Forderungen stellen, die denen auf dem Tahrir-Platz ähneln. Hunderte von Menschen wurden verletzt und besonders Aktivisten sollen gezielt angegriffen worden sein, während die Angst besteht, dass die Wahlen, welche am 28. November beginnen sollen, gestört werden könnten, wenn die Auseinandersetzungen weitergehen.

Die Stimmung der Unterstützer der Revolution ist angespannt. Journalistin und Aktivistin Nora Younis twitterte gerade:

@NoraYounis: Habe meinen Sohn im Kindergarten abgegeben. Gehe jetzt zum #tahrir . Werde die Ungerechtigkeit nicht mehr dulden. Der Tod war mir noch nie so nah.

Und nur Minuten später twitterte sie:

@NoraYounis: 2 standen an der Front Mohamed Mahmoud St, fielen durch Schrotmunition und wurden ins Feldlazarett gebracht. #tahrir #martyrstreet http://pic.twitter.com/GhL6KkWK

Nora Younis postete dieses Bild von Demonstranten, die zum Lazarett getragen werden, nachdem sie von Schrotkugeln getroffen wurden

Die Feldlazarette auf dem Platz sind voll und suchen ständig Medikamente und Freiwillige über soziale Netzwerke, um die Notfallversorgung derjenigen sicherzustellen, die bei den Auseinandersetzungen verletzt werden.

Mohamed Abdelfattah war vor einigen Minuten bei einem der Feldlazarette auf dem Tahrir-Platz und teilt seine Beobachtungen bei Twitter.

@mfatta7: Jetzt Tahrir-Feldlazarett
http://twitpic.com/7hai0r

Eine Szene aus einem Feldlazarett auf dem Tahrir-Platz. Foto von Mohamed Abdelfattah vor wenigen Minuten bei Twitter hochgeladen

@mfatta7: Immer mehr Verletzte kommen ins Tahrir-Feldlazarett nachdem wir Tränengasfeuer gehört haben. http://twitpic.com/7hajec

Mehr Verletzte werden ins Feldlazarett gebracht. Bild von Mohamed Abdelfattah

@mfatta7: Tränengas-Wolken http://t.co/kULwr9A1

Tränengaswolken steigen über dem Tahrir-Platz auf, während die Polizei mit ihren Angriff fortfährt. Foto von Mohamed Abdelfattah

Und er fügt hinzu:

@mfatta7: Opfer kommen weiterhin. Berichte von scharfer Munition

Bei Twitter postet Occupy Tahrir ein Foto von einem weinenden Arzt. Er schreibt:

@Occupy_Tahrir: Dieses Foto von einem Arzt wurde im #TahrirHospital gemacht, als er um ein Leben weinte, welches er nicht retten konnte. #Tahrir #NoSCAF #Occupy http://t.co/JFbjkQyt

Occupy Tahrir teilt dieses Foto von einem weinenden Arzt in einem der Feldlazarette, die aufgebaut wurden, um die Verletzten zu versorgen.

Dieses Video, hochgeladen auf YouTube von der ägyptischen Tageszeitung Al Masry Al Youm, zeigt die Sicherheitskräfte und die Armee bei der Arbeit – Zusammenschlagen von Demonstranten ohne Gnade:

Und der Aktivist Ramy Raoof teilt auch ein Video vom Livestreaming-Service Bambuser, welches die Polizei zeigt, die auf die Oberkörper der Demontranten zielt und nicht auf deren Füße oder den Boden, um sie zu zerstreuen. Er twittert:

@RamyRaoof: In diesem Video (0:38 – 0:47) sieht man Polizeibeamte auf den Oberkörper der Demonstranten zielen http://bambuser.com/v/2140945 #Egypt #Tahrir

Die Ereignisse des Tahrir-Platzes geschehen sehr schnell und die Netizens vor Ort sind aktiv, die Menschen auf der ganzen Welt über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Bleibt dran für weitere Berichte aus Ägypten und die weiteren Geschehnisse.

Dieser Artikel ist Teil unserer Sonderberichterstattung zur ägyptischen Revolution 2011.

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