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Arabische Welt: London „brennt“ in den sozialen Medien

Arabische Twitter-User tauschen ihre Meinung über die andauernden Unruhen in Großbritannien aus. Diese begannen vor drei Tagen, nachdem der 29 Jahre alte Mark Duggan durch die Polizei in Tottenham im Norden Londons umkam. Viele der Twitter-Nutzer missbilligen das Handeln der Randalierer und ihre Zerstörungswut, die sich auf verschiedene Teile des Landes ausgebreitet hat. Es gebe keinerlei Verbindung zwischen dem, was in London passiert, und den andauernden Revolutionen und Protesten in der arabischen Welt.

A car is set on fire in Hackney, London

In Hackney, London, geht ein Auto in Flammen auf. Foto von Julio Etchart © Copyright Demotix (08/08/11)

Andere sind angesichts der sich verschlechternden Lage betrübt und halten sich mit Hilfe der sozialen Medien auf dem Laufenden.  Diese stehen wieder einmal im Wettbewerb zu den Massenmedien, wenn es um die Information der Weltöffentlichkeit geht.

Die sozialen Medien spielten eine entscheidende Rolle bei der Dokumentation der arabischen Revolutionen, die in Tunesien begann und den Ruf nach Freiheit und Demokratie in der ganzen Region verbreitete und die Revolutionen und Proteste über Ägypten, Libyen, den Jemen, Bahrain, Syrien, bis nach Jordanien und Marokko trug.

Vor dem Hintergrund, dass weltweit Reisewarnungen für das Vereinigte Königreich ausgesprochen werden, twittert Mishaal Al Gergawi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten:

@algergawi: Muss für Londoner komisch sein, Reisewarnungen aus anderen Ländern für England zu lesen; ist normalerweise anders herum.

Der Marokkaner Hisham Almiraat hat größere Sorgen und sagt, dass die Unruhen in London eine Ablenkung von den wirklich wichtigen Themen seien – z. B. die andauernden Revolutionen in der Region:

@Hisham_G: Die Londoner Plünderer sind allein schon dadurch verabscheuungswürdig, weil sie die mediale Aufmerksamkeit von dort weglenken, wo sie wirklich wichtig wäre: #Syrien #Libyen #Yemen

Muna Fakhroo aus Bahrein zitiert Kinderlieder und witzelt:

@MunaFakhroo: Es ist schon ein eigenartiger Moment, wenn man ins Auto steigt und von der Kinderlieder-CD zu hören ist: „london is burning“!!

Huda Serhan aus Dubai ist entsetzt:

@Hudz: Wie Menschen ihre eigene schöne Stadt mutwillig zerstören können, ist mir schleierhaft. #londonriots

Khaled aus Saudi Arabien fügt hinzu:

@khaled: Mir ist aufgefallen, dass YouTube einige #London #londonriots Videos aufgrund von Nutzungsbedingungen entfernt hat und sogar ganze Profile gelöscht wurden. Zensur?

Iyad El-Baghdadi, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten wohnt, wirft die Frage auf:

@iyad_elbaghdadi: Macht es Sinn einen Vergleich mit den Unruhen in Frankreich 2005 zu ziehen? Zutreffender oder schlechter Vergleich?

@iyad_elbaghdadi: Hat schon jemand einen Vergleich mit jenen Unruhen & denen von 1980 gezogen? Jeder, den ich Frage, meint, dass die jetzigen schlimmer seien.

Mara Mostafe, ebenfalls aus Dubai, hofft, dass Familie und Freunden nichts zugestoßen ist:

@MaraDXB: Ich bete dafür, dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht.

Und Muhammed Ali J, auch aus Dubai, empfindet Ähnliches:

@MaliZomg: I will auf diese Londoner Randalierer einfach nur wütend sein, aber offen gesagt mache ich mir nur Sorgen um die Sicherheit meiner Familie und die der Unschuldigen. Allah beschütze sie.

Währenddessen beschäftigt sich Muntajib aus Dubai mit anderem:

@Muntajib: Ich frage mich, was mit den arabischen „Superautos“ während der Austände wird!!

Muntajibs Sorge trifft insofern zu, als dass reiche und mächtige Araber jeden Sommer ihre teuren Autos nach London verschiffen, um sie dort zur Schau zu stellen.

Mohamed Alabdulkarim aus den Arabischen Emiraten scherzt:

@mohamed_NA: Es ist zwar nicht die Zeit zu scherzen, aber wie komisch wäre es, wenn Queen Elizabeth nach Saudi Arabien flüchten müsste!

Saudi Arabien bot dem tunesischen Diktator Zeine Al Abideen Ben Ali einen Zufluchtsort, nachdem dieser seines Amts enthoben worden war; auch der jemenitische Präsident Ali Abdulla Saleh wird dort behandelt.

Der Ägypter Sherif Ghanem twittert:

@sherifghanem: Die ägyptischen Sicherheitskräfte hätten die Londoner Unruhen mit Leichtigkeit unter Kontrolle gebracht – wollte ich an dieser Stelle nur mal bemerken #justsaying

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