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Spanien: “Yes We Camp”, Bewegung auf den Straßen und im Internet

Dieser Bericht ist Teil unseres Dossiers über Europa in der Krise.

Seit dem 15. Mai, kurz vor den Wahlen, gehen die Leute in Spanien auf die Straße, um Demokratie zu fordern. Tausende haben in verschiedenen Städten ihre Zeltlager auf den Straßen erstellt. Da die Proteste in den Schlagzeilen der internationalen Presse standen, verbannten die Wahlbehörden in Madrid am 18. Mai die Bewegung 15-M, aber die Veranstalter forderten sie heraus indem sie sich, trotz des Regens, am dritten Tag der Aktionen auf dem Platz Puerta del Sol erneut versammelten.

Um Mitternacht auf Puerta del Sol. Madrid, 19 Mai. Image source: Mikel el Prádanos

Laut der Wahlbehörden in Madrid gibt es keinen speziellen oder ernsten Grund”[es] für einen dringenden Aufruf zu Massendemonstrationen. Diese Geständnisse zeigen die Kluft zwischen dem offiziellen Diskurs und den Forderungen der Bürger und hat dafür gesorgt, dass der Widerstand gegen die zwei größten Parteien zunimmt. Die Proteste haben sich im ganzen Land und im Internet ausgebreitet, mit hunderten von tausenden Demonstranten in verschiedenen Städten wie Málaga, Granada und Tenerife. User haben die Neuigkeiten mit anderen Usern geteilt und haben sich gegenseitig durch die sozialen Netze, vor allem Twitter, unterstützt:

#acampadasol Mojándose por la democracia y por unos derechos y unos deberes más justos. Mucho Ánimo desde #acampadasegovia #nonosvamos

#acampadasol  Für Demokratie und für gerechtere Rechte und Pflichten Farbe bekennen. Sehr viel Mut aus #acampadasegovia #nonosvamos

Es wurden auch Aktionen aus Solidarität mit Spanien vor der spanischen Botschaft in verschiedenen Städten wie London oder Jerusalem organisiert, vor allem über Facebook und Twitter.

@Anon_Leakspin: Um 19:00 wird ein Zeltlager bei der spanischen Botschaft in London (UK) beginnen. #spanishrevolution #europeanrevolution #yeswecamp #acampadasol”

Bürger haben sich effizient in Komitees organisiert: es gibt eins für Recht, eins für Kommunikation, ein Putzkomitee, eins für Lebensmittel, ein Gesundheitskomitee und sogar ein Musikkomitee. Es wurden so viele Lebensmittel in die Camps gebracht, dass die Veranstalter einen Platz, um sie zu lagern suchen mussten. Es gibt auch Dutzende, die weiter freiwillige Übersetzungen der Dokumente und der Entscheidungen der Komitees ins Englische, Französische, Arabische und Gebärdensprache machen.

Demonstranten in Madrid, Spanien. Photo von Julio Albarrán, erneut veröffentlicht unter einer CC Lizenz*

Da Hashtags auf Twitter schnell veröffentlicht, geändert und ersetzt werden, ist es schwer sowohl für die Medien wie auch für die politischen Parteien sich aud dem Stand zu halten: #democraciarealya, #spanishrevolution, #acampadasol, #nonosvamos, #yeswecamp, #notenemosmiedo, #juntaelectoralfacts, #esunaopcion, #tomalaplaza, #pijamabloc, koexistieren mit den Tags für lokale Zeltlager, eins für jede Stadt: #acampadavalencia, #acampadalgño, #acampadabcn

@LaKylaB: Cuántos decían que no era posible un cambio? Cuántos creían que siempre viviríamos así?Cuántos? . Esto es solo el comienzo. #acampadabcn

@LaKylaB: Wieviele haben gesagt, dass eine Änderung unmöglich wäre? Wieviele haben gedacht, dass wir immer so leben würden? Wieviele? Dies ist nur der Anfang. #acampadabcn

Dutzende von Tags haben diese Proteste, ironisch gesehen, in eine Bewegung verändert, die schwierig ist, genau zu definieren. Ohne konkrete Anführer und mit einem dezentralisierten Kommunikationssystem, werden die Mobilisierungen in Spanien zu einem weiteren Zeichen einer globalen Bewegung, die für die traditionellen Strukturen schwer zu interpretieren sind.

Demonstranten in Madrid, Spanien. Photo von Julio Albarrán, erneut veröffentlicht unter einer CC Lizenz.*

Die Leute nutzen nicht nur soziale Medien, um sich zu organisieren und sich auf dem Laufenden zu halten, sondern Sie nutzen auch auf eine sehr effektive Art und weise digitale Werkzeuge für die Zusammenarbeit. Ihre Ziele und Forderungen können auf der Internetseite democracia Real Ya gelesen werden. Es gibt auch eine Wiki, wo User Informationen und Materialien, online Dokummente mit Rechtsberatung über das Assoziations- und Versammlungsrecht , ein deutlicher Apell, um das Ende des Verbotes des Camps zu fordern, und ein Blog Post, der am gleichen Tag von verschiedenen Aktivisten von der Bewegung #nolesvotes (wähl sie nicht mehr) veröffentlicht wurde, zwischen vielen anderen Initiativen, die aus der Zusammenarbeit im Netz entstanden sind: “#nolesvotes: für eine verantwortliche Stimme”

Colaboración distribuida: Te invitamos a copiar este texto y construir páginas de enlaces que referencien todos los sitios que dan apoyo a la iniciativa. De igual modo, invitamos a los demás colectivos que comparten nuestra propuesta a que lleven a cabo acciones similares. La fuerza de la red reside en la distribución y colaboración entre sus nodos.

Aufgeteilte Zusammenarbeit: Wir forden dich dazu auf, diesen Text zu kopieren und Internetseiten zu erstellen, die Links zu allen Seiten, die die Initiative unterstützen, referenzieren. Wir fordern auch andere Gruppen, die unsere Vorschlage teilen, dazu auf, ähnliche Aktionen zu organisieren. Die Stärke des Netzes liegt in der Aufteilung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Knoten.

Lager auf Puerta del Sol, Madrid, Spanien. Photo von Julio Albarrán, erneut veröffentlicht unter einer CC Lizenz.*

Einige Medien und politische Persönlichkeiten haben die Bewegung als unstrukturiert definiert. Aber die Bürger, jung und nicht so jung, organisieren sich in verschiedenen und innovativen Wegen. Sie besetzen öffentliche Plätze, sowohl auf den Straßen als auch im Internet und machen Gebrauch von digitalen Werkzeugen, um Ihre eigenen Geschichten zu organisieren, zu teilen und zu erstellen. Für heute, den 20. Mai um Mitternacht ist ein “stiller Schrei” geplant, und es scheint eine ziemlich mächtige Metaphore für diese Kummunikationslücke zu sein.

*Photos von Julio Albarrán, aus seinem Flickr stream, erneut veröffentlicht unetr der CC Lizenz BY-NC-SA 2.0.

Mitternacht auf Puerta del Sol. Madrid, 19 Mai. Image source: Mikel el Prádanos

Dieser Bericht ist Teil unseres Dossiers über Europa in der Krise.

6 Kommentare

  • Ivan

    Es geht darum, gegen dieses politischen System zu kämpfen. Die Börse wählt jeden Tag aus, während die Bürger nur ein mal jede 4 Jahre dürfen. Wir wollen eine echte Demokratie. Es gibt nämlich mehrere elektronischen Systemen, um diesen Traum zu schaffen. Alle europeischer Politiker regieren nicht, weil alles leider von den Märkten und Börsen regiert wird.

    Bitte helfen Sie uns, diesen neuen Weg fuer die Demokratie zu finden! Europe, freedom needs you!

    Gruesse aus Barcelona :-)

    • Doris Lange-Sturm

      Ich helfe mit, einen neuen Weg für echte Demokratie zu finden. Politiker regieren nicht mehr zum Wohle des Volkes, sondern nur noch zum Wohle der Banken und Börsen!!!!!!

  • Ivan

    That’s a peaceful fight against this financial Establishment. Citizens are called to election only one time every four years, but the Market does it every day trough stock exchange around the world. So around Europe, America and Asia policitans are not governing. Nowadays there are a lot of electronic Systems to get it! There are ways to have a Democracy 2.0!

    Please help us to get it supporting it. Europe, freedom needs you!

    Regards from Barcelona :-)

  • Power to the people.

  • […] erweitern. Die Utopie ist barrierefreie Bildung für alle von allen. unibrennt oder auch #yeswecamphaben gezeigt, dass solche Veranstaltungen Menschen in Resonanz […]

  • […] Mediterran), verließ Madrid, Barcelona und Toulouse mit Brüssel als Endziel.  Ziel ist es, die Botschaft und Forderungen des 15Ms (15M ist der Name, den diese Bewegung in Spanien bekommt, weil sie am 15 Mai anfing) bis hin zu den […]

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