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Indonesien: Selbstmordanschlag auf Polizeimoschee

Am vergangenen Freitag, dem 15. April 2011, kam es zu einem Anschlag durch einen Selbstmordattentäter auf die Moschee Adz-Zikro, die sich in einem Polizeikomplex in der indonesischen Stadt Cirebon befindet. Dutzende wurden verletzt, als die Bombe während des Freitagsgebets explodierte. Indonesien ist das am dichtesten besiedelte, von Muslimen dominierte Land der Welt. In den letzten Jahren wurde es mehrmals Ziel extremistischer Terrorgruppen.

Dieses auf YouTube hochgeladene Amateur-Handyvideo hält die Szene fest, die sich im Innern der Moschee nach dem Anschlag abspielte.

Viele Menschen in Indonesien waren von dem Anschlag überrascht, vor allem diejenigen, die Bombenanschläge üblicherweise mit islamischen Extremisten in Verbindung bringen. Der Anschlag in Cirebon war deshalb ungewöhnlich, weil muslimisches Gebetshaus Ziel eines terroristischen Anschlags wurde.

Straße in Downtown Cirebon, West Java. Foto von der Flickr-Seite von Swaradila Weesy

Wie reagierten indonesische Blogger auf das Attentat?

Blogger Multibrand stellt die Frage, warum der Attentäter Zutritt zur Moschee erlangen konnte und nicht von der Polizei daran gehindert wurde:

Angesichts dessen, dass Muhammad Syarief (der mutmaßliche Attentäter) an mehreren öffentlichen Demonstrationen, der Zerstörung eines Mini-Markts und der mutmaßlichen Ermordung eines Armeeoffiziers beteiligt war, kommt es mir sehr seltsam vor, dass er die Polizeimoschee unbemerkt betreten konnte.

Rantau Pincono hält die Öffentlichkeit und damit auch die Medien an, das Bombenattentat nicht unmittelbar mit islamischen Gruppen in Verbindung zu bringen:

Seharusnya aparat, pemerintah dan media tidak terburu-buru untuk mengeluarkan analisa atau wacana bahwa pelakunya dari kalangan Islam. Hal ini akan menyesatkan masyarakat Indonesia dan menciptakan rasa curiga dan ketidak percayaan antar masyarakat yang memicu konflik horizontal. Stigma buruk dan pelabelan Islam sebagai dalang teroris sebenarnya sudah tidak layak untuk dijual dan dijadikan dagangan untuk proyek yang lebih besar yaitu mengebiri sikap kritis anak bangsa yang menginginkan perbaikan.

Regierung und Medien sollten kein verfrühtes Urteil oder eine verfrühte Analyse darüber abgeben, dass die Täter aus islamischen Gruppen stammen. Dies wird viele Indonesier irreführen und ein Gefühl der Argwohn und des Mistrauens in unserer Gesellschaft hervorrufen, was zu mehr Konflikten führen würde. Die Stigmatisierung und Kategorisierung des Islam als Terroristendrahtzieher lässt sich in der Tat nicht mehr verkaufen und wird als Stoff für „ein größeres Projekt“ genutzt, um eine kritische Einstellung der Kinder der Nation zu schwächen, die  „Verbesserung“ will.

Er stellt in seinem Artikel außerdem unmissverständlich fest, dass „ISLAM BUKAN TERORIS“ (ISLAM IST KEIN TERRORIST).

Forum Demokrasi glaubt, dass dieser jüngste terroristische Akt nicht nur mit Religion zu tun hat:

Tetapi kita bisa menyimpulkan bahwa siapa pun kelompok dan otak dibalik serangkaian terror bom tadi, sat hal sudah jelas bahwa pada dasarnya terror bom bukan sekadar soal pertarungan pada wilayah keagamaan, tetapi lebih luas wilayahnya, sampai ke ranah politik local yang tak menutup kemungkinan berkaitan dengan jejaring iternasional, sebagaimana yang selama ini terjadi.

Wir können jedoch daraus schließen, dass alle in der Gruppe und der Drahtzieher hinter dieser Serie an Bombenattentaten, eines ist klar, dass es bei dem Bombenterror im Prinzip nicht nur um den Kampf um religöse Bereiche geht, sondern dass das Gebiet weiter gefasst ist, bis hinauf in die lokale politische Sphäre, die die Möglichkeit einer Verbindung zu einem internationalen Netzwerk nicht ausschließt.

Keluarga-Madinah erwähnt einen TV-Bericht, der hinter dem Bombenanschlag ein mögliches Komplott durch Kommunisten vermutet:

Kabar terbaru dari Telewicara TV One News dengan Al-Chaidar tadi sore, kemungkinan pelaku bom bunuh diri tersebut adalah kader komunis, yang ingin mengadu domba antar agama di Indonesia.

Den letzten Neuigkeiten der Nachrichtenkonferenz auf TV One mit Al-Chaidar an diesem Nachmittag zufolge handelt es sich bei dem Selbstmordattentäter möglicherweise um einen Kommunistenkader, der Religionen in Indonesien abschaffen will.

Der Fall birgt eine weitere interessante Geschichte. Prinz Raja Mochamad Saladin, ein Ältester des Sultanats Kanoman, bestätigte, dass der mutmaßliche Selbstmordattentäter Muchammad Syarief verwandtschaftliche Beziehungen zum königlichen Palast von Kanoman besaß. Muchammad Syariefs königliches Blut kommt aus der mütterlichen Linie. Der Palast betrachtet ihn jedoch als Bürgerlichen, da seine Mutter mit einem Bürgerlichen verheiratet war. Aufgrunddessen und auch aufgrund seines schlechten Verhaltens lehnte der Palast eine Beisetzung im Friedhofskomplex des Palasts ab. Nichtsdestotrotz hat die Polizei bisher noch keine Beweise für eine Verbindung der königlichen Familie Kanoman zu dem Verbrechen gefunden.

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