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Fidschi: Regierung weißt Chef von Fiji Water aus

David Roth, örtlicher Vertreter von Fiji Water, wurde aus Fidschi ausgewiesen, da er sich laut dem militärischen Führer Frank Bainimarama in interne Angelegenheiten des Landes eingemischt hatte.

Bainimarama zufolge, der sich am Wochenende während eines Aufenthalts in China äußerte, verstieß Roth gegen die Auflagen seines Arbeitsvisums. Obwohl er nicht ins Detail ging, sagte der Staatschef von Fidschi jedoch, der Vertreter des in den USA ansässigen, Edelwasser-Unternehmens habe „sich in Fidschi in einer Weise in innere Regierungsangelegenheiten eingemischt, die für eine verantwortungsbewusste Regierungsführung und öffentliche Ordnung nachteilig ist.“

Flickr-Foto von dlisbona

Da Roth das Land am 18. November verlassen hat, versucht die Regierung von Fidschi den Streit als Angelegenheit zwischen einer Einzelperson und dem Staat zu übertünchen. Die Informationsstaatssekretärin Sharon Smith-Johns sagte, die Regierung habe nicht das mehrere Millionen Dollar schwere Wasserunternehmen im Visir gehabt, das den Namen des Landes trägt. Gegenüber der Geschäftswelt bekräftigte sie außerdem das vorteilhafte Investitionsklima der Insel.

Steuersituation
Fiji Water begann 1997 mit dem Vertrieb in den Vereinigten Staaten und ist heute in 40 Ländern vertreten. Das Unternehmen wurde 2004 für geschätzte 50 Millionen USD von den US-amerikanischen Milliardären Stewart und Lynda Resnick aufgekauft. Im selben Jahr gewann das Unternehmen den Preis des US-Außenministeriums für besondere unternehmerische Leistungen bei der Schaffung nachhaltiger Jobs in Fidschi. Fiji Water vertreibt derzeit jährlich 150 Millionen USD, beschäftigt 350 Mitarbeiter vor Ort und gibt pro Jahr geschätzte 1,3 Millionen USD für Entwicklungsprojekte aus. „Dies ist jedoch sehr viel weniger als die 30 Prozent Körperschaftssteuer, die das Unternehmen normalerweise zahlen würde“, schrieb Hamish McDonald im Sydney Morning Herald.

Die Regierung von Fidschi erteilte dem neu gegründeten Unternehmen zu Beginn einen steuerfreien Status bis 2008. Im selben Jahr regte die Regierung von Bainimarama eine Steuer von 20 Cent pro Liter auf in Flaschen abgefülltes Wasser im Land an. Die Abfüllunternehmen sträubten sich dagegen und Fiji Water schloss ein paar Tage lang sein Werk im Yaqara-Tal während der Streit andauerte, bei dem die Regierung schließlich nachgab. McDonald spekuliert, dass Bainimarama diese Steuerpläne durch eine im nächsten Jahr für die Regierung von Fidschi fällig werdende Zahlungsgarantie noch einmal überdenken wird.

Die Maßnahme erfolgte jedoch nicht einstimmig. Ratu Epeli Ganilau, der Verteidigungs- und Immigrationsminister von Fidschi, trat aus der Regierung aufgrund angeblicher Differenzen in der Roth-Affäre zurück. Es halten sich Gerüchte, dass ihm befohlen worden war, die Ausweisungspapiere für Roth zu unterschreiben und er dies verweigert hatte.

Paradies für Unternehmen?
Crosbie Walsh, Autor von Fiji: The Way it Was, Is and Can Be [Anmerk. d. Ü.: Fidschi: Wie es war, ist und sein kann], sagte, die Regierung tat sich mit der Roth-Affäre keinesfalls einen Gefallen.

Ich muss den Lesern zustimmen, dass die Regierung, aus welchem Grund auch immer, mit der Ausweisung des CEO von Fiji Water einen ernsten Fehler begangen hat. Falls er sich tatsächlich stark in interne Angelegenheiten von Fidschi eingemischt hat, ob aus rein persönlichen Gründen oder aus Gründen bezüglich der Steuerangelegenheiten von Fiji Water, tut nichts zur Sache. Man hätte sehr viel besser und zu einem besseren Zeitpunkt mit dem Thema umgehen können.

Man bekommt den Eindruck, dass die Regierung unfähig oder unwillig ist, mit Kritik an ihrer Position umzugehen, ohne überzureagieren. Das Signal, dass sie an Investoren und die internationale Gemeinschaft gesendet hat, ist nicht besonders beruhigend, vor allem vor dem Hintergrund, dass Fiji Water ein amerikanisches Unternehmen ist und Amerika sich in letzter Zeit Fidschi gegenüber versöhnlicher gezeigt hat. Für Diplomatie braucht man Samthandschuhe, keine versendeten Fäuste.

Walsh räumt ein, dass die Situation dem Patt zwischen Warner Brothers und der neuseeländischen Regierung ähnelt, bei dem das US-amerikanische Entertainment-Unternehmen sich weigerte, Steuern zu zahlen (und dem Arbeitsrecht Folge zu leisten), falls es sich dazu entschließen sollte, im Land zwei Filme um den Hobbit zu drehen. Am Ende gab die Regierung vielen der Forderungen von Warner Bros. nach, um die Produktion in Neuseeland zu halten.

In einem Kommentar stimmte Proud Fijian teilweise zu.

Der einzige Unterschied ist, dass Warner Bros die Wahl hat, den Film anderswo zu drehen. Fiji Water ist Fiji Water.

Wir brauchen Investoren in Fidschi, die bereit sind, durch Steuern zur Wirtschaft des Landes beizutragen. Warum glauben wir, dass dies Investoren aus Fidschi fernhalten wird.

Tatsächlich können wir dadurch wählen, wen wir als Geschäftspartner und Investor in Fidschi haben möchten – ethische Unternehmen mit einem Win-Win-Ansatz.

In Fiji Board Exiles argmentiert real jack, dass die Regierung von Fidschi sich gegenüber ausländischen Investoren selbst geschadet hat, indem sie den Streit auf eine persönliche Ebene gebracht hat.

Gestern lies [die Informationsstaatssekretärin] Sharon Jones verlauten, dass man der Geschäftswelt gegenüber erklären werde, dass es bei der Situation lediglich um eine Sache zwischen der Regierung und Roth ginge. tsk tsk tsk – das ist warhscheinlich die dümmste Aussage, die sie je gemacht hat – sie scheint die Auswirkungen und die Bedeutung ihrer Aussage nicht zu realieren -

Sie sagt im Prinzip, dass die Regierung einzelne Personen ins Visir nehmen kann und dass sobald die Regierung Einzelpersonen wie Roth ins Visir genommen hat, nicht auf das Recht oder Gerichte zurückgegriffen werden kann – was genau dem entspricht, was Roth passiert ist.

Das ist eine furchtbare Aussage einer Regierung – denn sie bedeutet, dass die Regierung Personen verfolgt – dass Roths Ausweisung einer Vorfolgung gleichkommt.

In Fiji Today sagte sa rauta vinaka, Roth hätte einen anderen Kampf führen sollen.

Ich würde wohl Mitleid mit Roths Ausweisung zeigen, hätte er sich für eine schnelle Rückkehr zu parlamentarischer Vertretung und Demokratie für die Menschen in Fidschi eingesetzt, aber STATTDESSEN benutzt er seine bezahlten dämlichen Handlanger (Ganiluas und Naulukaus), um all seine Gratis-Vereinbarungen mit der IG zu behalten. Was die Fördertätigkeit im Land angeht, erzählt mir mein Nachbar, dass das Peatnuts und Geld aus der Portokasse sei.

Foto von der Flickr-Seite von dlisbona

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