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Bolivien: Die Geschichte mit dem Onkel und andere Betrügereien

Sie sind oft die ältesten Tricks im Buch, trotzdem fallen die Menschen immer wieder auf sie herein. In Bolivien, und auch in anderen südamerikanischen Ländern, wird ein Betrug oder der Versuch eines Schwindels oft als “El Cuento del Tío” (die Geschichte mit dem Onkel) bezeichnet. Laut Wikipedia [es], entstand dieser Begriff aus der Geschichte eines Gauners, der erzählte, er habe von einem Onkel eine Erbschaft erhalten, doch fehle ihm das Geld für die lange Reise, um das Geld abzuholen. Der Gauner bittet um ein Darlehen mit dem Versprechen, dass er es zurückzahlen wird mit einer Summe, die deutlich über dem geborgten Betrag liege. Selbstverständlich kommt der Gauner nie von seiner ‘Reise’ zurück. Es gibt viele Variationen von dieser Art von Schwindel, aber sie alle haben als Ergebnis, dass jemand um Geld oder andere Wertgegenstände betrogen wird.

Mehrere bolivianische Blogger begannen eine Meme und haben andere dazu eingeladen, ihre eigenen Erlebnisse über erlebte Gaunereien zuzugeben. Auch wenn Sie jetzt zurückschauen und sogar über die unglückliche Verkettung von Umständen lachen, so können sie doch als eine Lektion für andere dienen. In El Alto beschreibt Alexis Argüello seine Erfahrungen beim Kauf eines gebrauchten Handys auf einem der städtischen Märkte [es]. Diese Märkte sind bekannt dafür gestohlene Waren zu verkaufen und berüchtigt für ihre Betrügereien. Argüello hatte sich vorbereitet und traf alle nur denkbaren Vorkehrungen, um sicherzustellen, dass das Handy, welches er kaufen würde, voll funktionsfähig sei. Nach einigen Verhandlungen einigte man sich auf einen Preis:

“Te doy 250″ le dije, “noooo, hazme una mejor oferta. ¿A cuanto encuentras este equipo en las tiendas?” me dijo mientras ponía las cosas en su lugar”, “yo sé, pero es lo que puedo ofrecerte” le dije, “mmmm, ya ni modo, porque recién lo he jalado” dijo, “vale, pero ojalá no sea yo tu próxima víctima” dije mientras sacaba el dinero y le pagaba. Así, recibí el equipo, miré de un lado a otro para cerciorarme de que no me vengan luego con el cuanto del tío “ese es mi celular joven y este el ladrón…”. Inmediatamente tomé uno de los vehículos de transporte público con rumbo a La Paz.

“Ich gebe dir 250 (ca. US$ 35)”, sagte ich, “noooo, mach mir ein besseres Angebot. Wie viel kosten diese Handys im Geschäft?”, sagte er, indem er aufräumte. “Ich weiß, aber das ist alles, was ich dir bieten kann,” sagte ich, “mmm, ok, egal, habs ja gerade gestohlen”, sagte er. “OK, ich hoffe nur, ich bin nicht dein nächstes Opfer.” sagte ich und nahm das Geld heraus, um in zu bezahlen. Ich bekam das Handy und sah mich, um sicherzugehen, dass niemand jetzt mit einer ‘Geschichte vom Onkel’ kommt und sagt “das ist mein Handy, junger Mann, und du bist ein Dieb …” Ich nahm sofort eines der öffentlichen Verkehrsmittel in Richtung La Paz.

Als er in seinem Büro ankam, lies sich das Handy nicht einschalten. Nach einigem Herumhantieren an dem Gehäuse brach es auf und er sah, dass es mit Knete gefüllt war. Obgleich er also sorgfältig war, um nicht das Opfer eines Komplizen zu werden, der nach dem Kauf auf ihn zukam, hatte Argüello das Handy nicht sorgfältig genug untersucht. Er sagt, obgleich er bei dem Deal Geld verloren hat, kann er darüber lachen, denn das Leben ist zu schön, um sich aufzuregen.

Viele dieser Betrügereien zielen auf die menschlichen Empfindungen ab und besonders auf die eigene Sympathie für Andere. Das ist es, was dem Blogger Pepe Fuentes in der Stadt Sucre passierte. Das fand in seinem Büro statt, als eine Frau mit Tränen in den Augen zu ihm kam und ihm sagte, ihr Sohn sei in einer nahe gelegenen Stadt gestorben [es]. Sie brauche Geld, um den Leichnam für die Beerdigung nach Hause zu bringen. Sie brauche aber nur noch die restlichen 80Bs. (ca. US $ 11).

fue tan convincente y tan emotivo que mi corazón de piedra se volvió por un rato humano, saque los 50 bs que tenía en mi billetera y se los di diciendo que con gusto le hubiera dado más si hubiera tenido, la otra me abrazo me agradeció y se fue.

(sie) war so überzeugend und emotional, dass mein Herz aus Stein sich dieses eine Mal in ein menschliches Herz verwandelte. Ich gab ihr 50 Bs (ca. US$ 7) und sagte ihr ich hätte ihr mit Vergnügen mehr gegeben, wenn ich es hätte. Sie umarmte mich aus Dankbarkeit und ging weg.

Nachdem die Frau ihn verlassen hatte, begann Fuentes sich zu fragen, ob er nicht beschwindelt worden sei und um sicherzugehen, ging er zu den Büros nebenan und fragte, ob die Frau bei ihnen gewesen sei. In zwei anderen Büros hatte sie auch Geld erhalten aber er zweifelte noch, bis er draußen etwas sah, dass ihn vom Gegenteil überzeugte.

pero después la veo en la tienda a media cuadra comprando una botella de trago riendo con un tipo, me ven, se suben a un taxi y se hacen pepa. Yo tenía razón!! Si me mamaron!! Claro que el tener la razón no me hizo sentir mejor, me dejo sin un mango en mi billetera y con una desconfianza ante futuras situaciones similares.

Später sah ich in einem Laden, einen halben Häuserblock entfernt, wie die Frau eine Flasche Alkohol kaufte und mit einem Mann lachte. Als sie mich sahen, sprangen sie in ein Taxi und fuhren weg. Ich hatte Recht! Ich war betrogen worden!! Auch wenn ich Recht hatte, so fühlte ich mich deshalb doch nicht besser, es hinterlies mir eine leere Brieftasche und Misstrauen für zukünftige ähnliche Situationen.

Es sind jedoch nicht immer Erwachsene, die mit Gaunereien versuchen von ahnungslosen Personen Geld für Alkohol zu erschwindeln. Mario Durán vom Blog Palabras Libres [es] kam mit einem Kind zusammen, dass eine Geschichte erzählte und ein anderes, dass ihm eventuell den wahren
Hintergrund für diese Handlung Klar machte.

Plaza Eguino. 1 pm. Joven, joven – escucho una voz que se dirige a mi. Miro y veo un colegial.
– ¿Que cosa?, respondo.
– Lo he perdido mi pasaje y vivo en El Alto, me dice con rostro compungido.
– ¿Cuanto necesitas?
– 3 Bs.-
Le doy las monedas… es dificil no tener pasajes y vivir lejos.

Camino unos pasos… digo para mis adentros “que caiman, he sido”. Retrocedo mis pasos, el mismo adolescente cuenta la misma historia a otro caiman, el adolescente me mira, le miro, empieza a correr y se pierde entre los automoviles.

La siguiente vez que escucho la misma historia con otros protagonistas, respondo “ya, cual minibus es, te embarco y te pago el pasaje”… algunos son cinicos y me responden “plata no mas quiero”. pregunto ¿y en que vas a gastar?, “en el tilin (juegos electronicos), pues”.

Plaza Eguino. 13:00 Uhr.
“Junger Mann, junger Mann”, höre ich eine Stimme zu mir sagen. Ich schaue mich um und sehe einen Schüler. – “Was?”, frage ich.
– “Ich habe mein Fahrgeld verloren und ich lebe in El Alto” (ca. 20 Autominuten von La Paz), sagt er zu mir mit traurigem Gesicht.
– “Wie viel brauchst du?”
-” 3 Bs” (ungefähr $ US0.40)
Ich gab ihm die Münzen … es ist schwer ohne Fahrgeld zu sein und dann weit weg zu wohnen.
Ich gehe ein paar Schritte … und sage zu mir “Ich wurde betrogen.” Ich ging zurück und sah, wie derselbe Junge dieselbe Geschichte einem anderen Opfer vortrug. Der Junge sieht mich an, ich sehe ihn an und dann rennt er zwischen den Autos davon.
Als ich die gleiche Geschichte ein anderes Mal höre, dann reagierte ich mit “ok, wo ist dein Bus, ich gehe mit dir zusammen und zahle das Fahrgeld” … Manche sind dann zynisch genug und sagen: “Ich möchte nur das Geld.” Und auf meine Frage “was machst du damit?” antworten sie “für Videospiele, natürlich.”

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