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Puerto Rico: Inmitten von Protesten ergreifen Studenten im Internet das Wort

Die Universität von Puerto Rico (UPR) ist seit letzter Woche lahmgelegt. Studenten, Professoren und Personen, die nicht der Fakultät angehören, bringen seit Monaten ihre Sorge über die drohenden Budgetkürzungen für die UPR zum Ausdruck. Bei einer Versammlung stimmten Studenten schließlich für eine 48-stündige Lahmlegung des Hauptcampus der UPR in Río Piedras als Protestakt gegen eine Budgetkürzung von 100 Millionen $ und die angekündigte Abschaffung von bestimmten Anmelde- und Gebührenverzichten. Nachdem jedoch die Hauptverwaltung der Universität die Verhandlungen mit dem studentischen Verhandlungskomitee nicht aufrechterhalten konnte, entschlossen sich die Studenten zu einer unbefristeten Sperre des Hauptcampus [ES], an dem etwa 20.000 Studenten eingeschrieben sind.

Im Zuge einer Wende der Ereignisse beschloss die Leiterin der Hochschule, Ana Guadalupe, den Campus zu schließen. An allen Toren sind Polizeibeamte aufgestellt, die verhindern, dass Personen das Gelände betreten oder verlassen. Die Studenten bleiben drinnen. Probleme in Bezug auf das Recht auf freie Meinungsäußerung werden zurzeit vor Gericht verhandelt. Die UPR hat Berufung gegen eine Entscheidung zu Gunsten der Studenten eingelegt. Der Fall befindet sich nun in den Händen des Obersten Gerichtshofs. Seit Río Piedras mit dem Protest begann, haben sich mindestens vier weitere Einheiten dazugesellt [ES]. Die UPR verfügt über insgesamt 11 Standorte auf der Insel.

Stundenten demonstrieren auf dem Campus Río Piedras. Foto von Ricardo Alcaraz. Ursprünglich auf Diálogo unter einer CC-Lizenz veröffentlicht.

Die Studenten von Río Piedras haben seit Beginn der Proteste ein hohes Niveau an Organisation bewiesen. Sie haben eine Reihe von künstlerischen, politischen und akademischen Aktivitäten, wie Konzerte, Workshops und Dialoge organisiert. Zahlreiche Gruppen von Künstlern nahmen an dem 12-stündigen Konzert Qué vivan los estudiantes teil, das am 28. April vor dem Campus stattfand. Der Sänger René Pérez -AKA Residente-, vom Duo Calle 13, zeigte ein Video mit Unterstützungsnachrichten von internationalen Künstlern wie Ricky Martin, Alejandro Sanz, Andrés Calamaro, Bebe, Juanes und Rubén Blades. Eine Gruppe von Schauspielern bildete die Gruppe „Die Spezialeinheit aus Polizeiclowns“ [ES], die auf dem Gelände auftrat.

Studenten bewerfen Polizisten mit Blumen. Foto von Ricardo Alcaraz. Ursprünglich auf Diálogo unter einer CC-Lizenz veröffentlicht.

Eine der originellsten Aktiviäten der Studenten war der Beginn des Blogs Desde adentro [ES]. Eine komplette Belegschaft aus studentischen Reportern, Redakteuren und Fotografen bloggen über viele der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme, von denen die UPR betroffen ist. Sie berichten über die Aktivitäten, die sie organisiert haben, und erfüllen außerdem eine wichtige Aufgabe, indem sie die Fakten über Aussagen und Kommentare durch Politiker prüfen. Das Studentische Pressekollektiv hat auch einen Kanal auf YouTube eröffnet. Die Chefredakteurin des Blogs, Aura Colón Solá, erklärt die Mission des Blogs:

El derecho a la información y la libertad de prensa son básicos para el desarrollo de la educación del Pueblo y la creación de este colectivo tiene como base este objetivo. Necesitamos crear espacios de información libres de mediadores donde todos y todas tengamos un acceso directo a la información. La creación de este canal por Youtube y este blog le brinda al estudiantado en lucha una herramienta para publicar sus reclamos, informar sobre las negociaciones con la administración, denunciar prácticas lesivas y documentar todo este proceso formativo.

Die Rechte auf Zugang zu Informationen und auf Pressefreiheit sind grundlegende Rechte in Bezug auf die Bildung eines Landes. Das ist das Ziel hinter der Bildung dieses Kollektivs. Wir müssen Räume schaffen, in denen Informationen sich frei bewegen können: Wo jeder von uns Zugang zu Informationen hat. Die Schaffung des YouTube-Kanals und dieses Blogs gibt Studenten in diesem Kampf ein Werkzeug, mit dem sie ihre Forderungen veröffenlichen, über die Verhandlungen mit der Verwaltung berichten, schlechte Gepflogenheiten verurteilen und diesen nachhaltig prägenden Prozess dokumentieren können.

Paro de 48 horas desde dentro de la Universidad de Puerto Rico von Noelia González Casiano auf Vimeo.

Video der Proteste an der UPR von Noelia González Casiano.

Erinnerungsposter des Konzerts „Qué vivan los estudiantes“.

Die Studenten haben außerdem einen Live-Stream aus dem Campus über Radio Huelga. Die Hashtags #paroUPR und #huelgaUPR werden benutzt, um die Studentenproteste auf Twitter zu besprechen und zu diskutieren. Studenten vom Campus Mayaguez (an der Westküste der Insel) informieren mit @luchasrum über ihre Veranstaltungen. Die monatlich erscheinende Zeitung der UPR Diálogo berichtet über tägliche Ereignisse, Aktivitäten und Verhandlungen. Die Massenmedien in Puerto Rico, wie Primera Hora und El Nuevo Día,  veröffentlichen minütlich Änderungen bezüglich der Situation an der UPR.

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