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Chile: Wiederaufbau nach dem Erdbeben

Mit seinem Aufruf am 27. März nach „nationaler Einheit“ auf dem Hauptplatz in Concepción, genau einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben, das Chile erschütterte, kündigte Präsident Sebastián Piñera den „Plan Manos a la Obra“ (Plan „Lasst uns anpacken“) [es] an, eine Initiative der chilenischen Regierung zum Wiederaufbau der Infrastruktur und des Wohnraums im Land. Zwei Tage später, am 29. März, kündigte Piñera außerdem einen Plan an, nach dem 195.950 Familien mit jeweils 2.543 US$ unterstützt werden sollen.

Video von YouTube-User EVRDIPUTADO44, aufgenommen auf dem Hauptplatz in Concepción am 27. März 2010.

Piñera erklärte in Concepción, dass die notwendigen Maßnahmen zum Wiederaufbau von Brücken, Straßen und Flughäfen bereits im Gange seien. Er kündigte außerdem an, dass Defizite im Gesundheitssystem durch Notstellen im Gesundheitswesen ab April ausgeglichen werden und der Transport schwerer Material- und Versorgungsladungen nach San Pedro de la Paz und Talcahuano durch Notfähren und –brücken am Fluss Bío-Bío ermöglicht werden wird. Der Präsident hob schließlich einen Spezialfond hervor, mit dem 8 Milliarden Chilenische Pesos (15.107.160 US$) mithilfe von Gutscheinen an mehr als 200.000 Familien vergeben werden sollen, um diese mit Baumaterialien zu versorgen.

Julio Segovia, ein Leser des Artikels in der Zeitung La Nación [es], der über die Ankündigungen informierte, kritisierten den Spezialfont für den Wohnungsbau:

¿8 mil millones de pesos que serán distribuido entre más de 200 mil familias? O sea, $40 mil por familia, ¿con eso van a reconstruir sus casas?. Parece que Piñera no está dando “el ancho ni el largo” como Presidente.

8 Milliarden [Chilenische] Pesos werden unter mehr als 200,000 Familien verteilt? Das sind 40.000 Pesos [ca. 75,50 US$] pro Familie [.] Mit diesem Betrag sollen sie ihre Häuser wiederaufbauen? Es sieht so aus, als ob Piñera „etwas kurz greift“ als Präsident.

Twitter-User Viviana Meneses (@vivipazz) reagierte [es] auf die Ankündigung des Präsidenten und stimmte den Aussagen von Senator Camilo Escalona der sozialistischen Partei zu, der zu einem früheren Zeitpunkte sagte, der Präsident habe eigentlich keinen strukturierten Plan:

Me carga Escalona, pero sus dichos son ciertos. Piñera no cuenta con un plan de reconstrucción efectivo. Ideas sueltas no sirven.

Ich mag Escalona nicht, aber seine Aussagen stimmen. Piñera verfügt über keinen effektiven Plan zum Wiederaufbau. Unscharfe Ideen sind nicht brauchbar.

Andere Chilenen unterstützen jedoch den Aufruf der Regierung zur Einheit und forderten die Oppositionsführer dazu auf, ihn ebenfalls zu unterstützen. Manuel Blanco (@manuelblancoc), „twitterte“ Folgendes [es] an Guido Girardi, ein bedeutender Oppositionsführer der Partei für Demokratie:

@guidogirardi Ojalá que todos, al igual que Guido, “estén” con el Pdte. Piñera en el proceso de Reconstrucción, sin polítiquería pequeña

@guidogirardi Hoffentlich „werden“ alle, genau wie Guido, mit Präsident Piñera beim Wiederaufbau sein, ohne kleinkarierte Politik
Mädchen spielen auf einer „Mediagua“ (Notbehausung) in einem Lager für Vertriebene in Lipimávida, Vichuquén, Maule Region. Foto von Rodrigo Alvarez und genutzt unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Mädchen spielen auf einer „Mediagua“ (Notbehausung) in einem Lager für Heimatlose in Lipimávida, Vichuquén, Region Maule. Foto von Rodrigo Alvarez und genutzt unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Die Pläne zum Wiederaufbau haben in Chile viele Debatten hervorgerufen, sogar schon vor den Ankündigungen Piñeras. Eines der in den sozialen Medien diskutierten Probleme ist das Problem, wer den Wiederaufbau vornehmen wird und wie diese Personen oder Unternehmen für diese Arbeit ausgewählt werden.

In einem Artikel für Revista La Página [es] mit dem Titel „Wiederaufbau in Chile: Nicht alle haben beim Erdbeben verloren [es]“ drückt Journalismus-Studentin Martina Orrego ihre Sorge über die Verträge aus, die bei öffentlichen Ausschreibungen vergeben werden:

Una cosa sí debería estar clara para todos: mucha gente perdió todo lo que tenía, incluso a seres queridos, pero sólo unos pocos comenzarán a ganar con este desastre.El negocio para quienes serán los encargados de poner a Chile de pie es enorme. Los 30 mil millones en contratos de reconstrucción (o tal vez calza mejor “construcción” sencillamente) es plata que a alguien se le debe pagar […] Pero vivimos en Chile, donde sólo algunos “califican” y tienen los “méritos” necesarios para ganarse este tipo de concursos públicos.

Eines sollte jedem klar sein: viele Menschen haben alles verloren was sie hatten, sogar ihre Angehörigen, aber nur wenige werden bei dieser Katastrophe verdienen. Das Geschäft für diejenigen, die damit beauftragt werden, Chile wieder auf die Beine zu stellen, ist enorm. Die 30 Milliarden Pesos [56.651.874 US$] an Verträgen für den Wiederaufbau (oder vielleicht ist „Bau“ ein besseres Wort) ist Geld, das an jemanden gezahlt werden muss […] Aber wir leben in Chile, wo nur einige „die Anforderungen erfüllen“ und die nötigen „Qualifikationen“ besitzen, um in dieser Art von öffentlichem Wettbewerb zu bestehen.

Sie erinnert sich an einige Korruptionsskandale in Chile, um die Chilenen davor zu warnen, was folgen könnte.

Pero hagamos algo de historia para entender lo que podría venir. Cuántos casos de irregularidades en la adjudicación de licitaciones hemos escuchado este último tiempo. Transantiago y sus deficiencias […] y como dejar pasar el escandaloso caso Mirage donde se compraron aviones por más de 100 millones de dólares, los que resultaron ser defectuosos y sólo habrían sido adquiridos debido a que altos mandos de la Fuerza Aérea, e incluso dos ministros de Defensa, fueron receptores de “comisiones”. Esto es el ejemplo de lo que NO queremos que pase, pero que podría pasar, cuando se habla de adquisición de implementación para una nación.

Aber erinnern wir uns an die Geschichte, um zu verstehen, was uns bevorstehen könnte. Wir haben von vielen Betrugsfällen bei der Vergabe von öffentlichen Ausschreibungen gehört. Transantiago und seine Mängel […] und wie könnte man den skandalösen Mirage-Fall ignorieren, bei dem Flugzeuge, die sich als defekt herausstellten, die für 100 Million Dollar gekauft wurden und die angeblich nur deshalb geordert wurden, weil hochrangige Mitarbeiter der Luftwaffe, und sogar zwei Verteidigungsminister, Schmiergeldzahlungen erhalten hatten. Dies ist ein Beispiel dafür was wir NICHT wollen, was aber passieren könnte, wenn wir über Einkäufe für eine Nation sprechen.

Ein weiteres Problem, das durch die Pläne zum Wiederaufbau aufgeworfen wird, ist die Dezentralisierung von Chile. Blogger Pablo Monje schlägt in einem Artikel mit dem Titel „Wiederaufbau in Chile: Eine Chance für die Dezentralisierung? [es]“ vor, dass der Wiederaufbau Chiles unter dem derzeit zentralistischen System sehr schwierig sein wird und dass dies teilweise die Ursache für die seiner Meinung nach langsame Reaktion auf die Notlagen ist, die sich in der Region ergeben:

Aprender de este fracaso exige avanzar a un Estado que se conforme por comunidades, regionales y locales, autónomas en sus formas de gobierno con respecto al gobierno central. Solo así se podrá enfrentar una nueva emergencia y el actual proceso de reconstrucción, ya que las comunidades contarán recursos y competencias institucionales propias, pudiendo responder con mayor velocidad a este tipo de crisis.

Die Lehre aus diesem Scheitern ist das Bedürfnis der Entwicklung eines Staats, in dem autonome Gemeinden akzeptiert werden – regional und lokal – in ihren Regierungsformen unter Anerkennung der zentralen Regierung. Nur auf diese Weise könnten wir mit einer neuen Notlage und dem anlaufenden Wiederaufbau fertig werden, da die Gemeinden über eigene Ressourcen und institutionelles Wissen verfügen werden, [wodurch] sie schneller auf diese Art von Krise reagieren können.

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