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Togo nach tödlichem Angriff vom Afrika Cup disqualifiziert

Nach dem tödlichen Angriff auf den Konvoi des Teams in Cabinda, einer Region in Angola, die schon seit Langem von separatistischen Gewalttätigkeiten beunruhigt wird, wurde Togos Fußball-Nationalmannschaft offiziell vom afrikanischen Cup der Nationen disqualifiziert.

Mitglieder der togolesischen Fußball-Nationalmannschaft vor einem Warm-up Spiel in Biberach / Riss ein paar Tage vor dem World Cup (Quelle: Wikipedia)

Der Co-Trainer und Medien Verbindungsmann wurden getötet und Torhüter Kodjovi “Dodji” Obilale schwer verletzt. Obilales Zustand soll stabil sein, nachdem er in Südafrika operiert worden ist, doch braucht er zum Atmen noch die Hilfe eines Beatmungsgerätes.

FLEC, die Rebellen-Gruppe, die die Verantwortung für den Anschlag beansprucht, gab in einer Erklärung an, dass die Polizei-Eskorte und nicht die togolesischen Spieler ihr Angriffsziel war. Die angolanische Regierung ihrerseits bezeichnete den Angriff als einen “Einzelfall” und hat die Sicherheit der anderen Teams garantiert. In Cabinda gehen die Spiele wie geplant weiter.

Gemäß Presseberichten wollten viele Spieler weiterspielen doch hatte die togolesische Regierung das Team am Sonnabend zurückgerufen. Als ihr Team nicht erschien, wurde Togo, das heute gegen Ghana spielen sollte, offiziell disqualifiziert.

Seit dem Angriff haben viele Togolesen schwierige Fragen darüber gestellt, was zu einer verhinderbaren Tragödie geworden war: Warum fuhr das Team im Bus und nicht im Flugzeug? Hat die angolanische Regierung die Spiele in Cabinda austragen lassen, um zu beweisen, dass der Aufstand vorbei war? Ist der Fußball die ganze Tragödie wert, die ihm zu folgen scheint? Sollte man den Cup annullieren?

Weiterspielen?

Direkt nach dem Angriff gab es eine große Online Debatte, ob Togo sich zurückziehen sollte. Rêve d'Afrique, der Blog von Togo Schriftsteller Gerry Taama, argumentierte, die Spiele sollten weitergehen:

A la seule condition que la CAN soit annulée (les autres équipes décidant de boycotter l’évènement), nous devons jouer ce match…Nous devons être à cette CAN, pour occuper notre place, pour honorer nos morts, leur dire combien nous les aimons, et combien nous leur montrons que refusons que leur mort soit vaine. Jouer pour ne pas laisser les terroristes nous vaincre, pour ne pas laisser la Barbarie l'emporter sur le droit et nos valeurs. Refuser de jouer, c'est capituler …

Wenn CAN (African Cup of Nations) nicht annulliert wird (die anderen Teams entscheiden, die Veranstaltung zu boykottieren), dann sollten wir an diesen Spielen teilnehmen … Wir müssen bei diesem CAN dabei sein, unseren Platz einnehmen, unsere Toten ehren, unsere Liebe für sie ausdrücken und um ihnen zu zeigen, dass wir uns weigern, ihren Tot als vergeblich hinzunehmen. Spielen, sodass die Terroristen nicht gewinnen, Grausamkeiten dürfen nicht über das Gesetz oder unsere Werte triumphieren. Sich weigern zu spielen, heißt aufzugeben …

Yipka-Au Village ist anderer Ansicht:

Comment est-ce qu’ont espere qu’ils jouent au foot apres avoir echappe belle a la mort en essayant d’aller jouer au foot, et aussi avec deux joueurs et des entraineurs et medecins gravement blesses??

Wie können wir glauben, dass sie spielen wollen, nachdem sie gerade bei dem Versuch Fußball zu spielen knapp dem Tod entkommen sind, mit schwerverletzten Trainern, zwei Spielern und Ärzten??

Kangi Alem stimmt zu und geht noch einen Schritt weiter und argumentiert, dass der Afrika-Cup 2010 abgesagt werden sollte:

La CAF porte une responsabilité dans le fait d’avoir fait passer les joueurs togolais dans une enclave réputée dangereuse, elle doit maintenant prendre ses responsabilités en annulant la CAN 2010! C’est mon sentiment, antisportif peut-être, mais c’est mon sentiment.

CAF [Confederation of African Football] trägt eine Verantwortung. Sie lies die Spieler durch ein als gefährlich bekanntes Gebiet fahren. Jetzt sollte sie das Richtige tun und CAN-2010 absagen! Das ist meine Meinung, vielleicht etwas unsportlich, aber das ist meine Meinung.

CAF behauptet, die Reise-Route des Teams wäre unbekannt gewesen und dass den Teams geraten wurde, per Luft zu reisen. Alem findet das “bizarr”, denn das Team wurde ja, dank der angolanischen Regierung, von einem bewaffneten Konvoi begleitet.

Warum wird in Cabinda gespielt?

Eine große Frage ist natürlich, warum die Spiele überhaupt in Cabinda ausgetragen wurden. Yikpa schreibt:

“Je pense que c'était une politique Entscheidung de l'Etat Angolais cautionne par la CAF d'Veranstalter des Matchs dans cette région de la Cabinda pour prouver qu'il ya securite dans cette région riche en petrole afin d'attirer les investisseurs etrangers dans cette Region. Alors cette attaque viens de prouver le contraire.

Ich glaube, es war eine politische Entscheidung der angolanischen Regierung, unterstützt von CAF, die Spiele in Cabinda abzuhalten zum Beweis, dass die Region, reich an Öl, sicher genug war, um Investoren anzulocken. Der Angriff beweist jedoch das Gegenteil.

Paul Archer, in einem Kommentar zu Alems Beitrag, schreibt:

Il faut jouer, c’est la vie! les rebelles sont chez eux,je ne les approuve pas mais un terrain de guerre est un terrain de guerre.

Es muss gespielt werden, so ist das Leben nun mal! Die Rebellen waren auf ihrem eigenen Gebiet. Ich bin nicht damit einverstanden, aber ein Kriegsgebiet ist nun mal ein Kriegsgebiet.

Sport & Tragödien

David Kpelly schreibt zu Alems Blog, dass es nicht das erste Mal sei, dass der Sport, insbesondere der Fußball, mit Gewalttätigkeiten in Verbindung gebracht wird. In 2007 wurden in Sierra Leone bei einem Hubschrauberabsturz 13 Sportfunktionäre und Anhänger, einschließlich des Ministers für Sport, getötet. Er bemerkt ferner, dass nach dem Togo-Mali Spiel für den Afrika-Cup in 2006, mehrere Togolesen in Bamako getötet wurden. Er bezieht sich weiterhin auf den Vorfall im Kegue Stadion in Lome, bei welchem mehrere Fußballanhänger starben, ganz abgesehen von der Tragödie, die sich erst kürzlich in der Elfenbeinküste zugetragen hat, wo 19 Zuschauer bei einer Massenflucht getötet wurden. Er schließt:

Sur le plan africain, le foot, toujours lui, ne fait pas moins de victimes…Bon Dieu! le foot fait trop de victimes!

In Afrika, Fußball, immer Fußball, er verursacht nicht wenige Opfer … Mein Gott! Fußball bringt zu viele Opfer!

In ähnlicher Weise wundert sich ein anderer Leser, Sami, in Anbetracht dessen, was die Spiele manchmal umgibt: “volkstümliche Sportarten, die beinah primitive nationalistische Gefühle anregen, sind keine verkleideten Schlachtfelder” [Fr].

Das Spiel geht weiter
Felix Makayaba, in einem Kommentar bei Reve d'Afrique bedauert, dass, beim Weiterspiel des African Cups, die Welt und sogar die Zuschauer in Togo die Tragödie bereits vergessen haben.

En effet, tant que la CAN continue, il y'aura une ambiance festive partout au Togo. Ala douleur et de la mort des nôtres rique d'être occulte pour laisser la place au football. J'ai pour preuve les cris qde joie qui fusent de tout seul de Lomé du fait de l'Egalisation des 4 buts par l'équipe du Mali. Déjà les Loméens se mettent dans la peau de leurs frères Maliens…Déjà nos morts d'Angola, sans avoir encore été inhumés nous occupent de plus en plus moins.

CAN geht weiter und bereits jetzt gibt es eine festliche Ambiente rund um Togo. Und der Schmerz über den Tod einiger Mitmenschen riskiert, vom Fußball überschattet zu werden. Ich habe Beweise: die Jubelschreie, die sich über das gesamte Lome verbreiteten, als das 4. Ausgleichstor des Teams von Mali geschossen wurde. Bereits jetzt fühlen sich die Menschen in Lome in der Haut ihrer malischen Brüder … Schon machen wir uns immer weniger Sorgen um die Toten in Angola, noch bevor sie begraben sind.

Vielleicht ist das nur die menschliche Natur, dass trotz des fürchterlichen Verlustes das Leben weitergeht. Fasokan beschreibt die festliche Stimmung gestern in Bamako kurz vor dem Mali-Angola Spiel (das 4:4 endete).

Ce soir, le Mali joue contre l’Angola, C’est un grand évènement aujourd’hui au Mali et on le sent partout à travers le drapeau malien accroché aux motos, aux vélos, aux voitures, sur les hangars et les toits par les supporteurs. C’est le seul grand sujet à la Une partout à Bamako.
On voit des hommes habillés en vert, jaune, rouge et certaines femmes attacher le drapeau malien autour de la tête comme foulards pour dire aux Aigles du Mali que tout le monde est derrière eux.

Heute Abend spielen wir in Mali gegen Angola. Das ist hier in Mali ein ganz großes Ereignis und man merkt das überall: malische Flaggen hängen an Motorrädern, Fahrrädern, Autos und an den Schuppen und Dächern der Anhänger.

Sie können Männer sehen, die grün, gelb und rot gekleidet sind und einige Frauen haben sich die malische Flagge um ihre Köpfe gewickelt, wie ein Schleier, nur um den ‘Mali Eagles’ zu zeigen, dass alle hinter ihnen stehen.

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