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Dominikanische Republik: Die finanziellen Kosten illegaler haitianischer Einwanderer

Die Dominikanischen Republik und Haiti teilen sich dieselbe Insel, die seit ihrer Entdeckung durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 unter dem Namen Hispaniola bekannt ist. Damals war die Insel noch nicht geteilt und das blieb auch so bis 1697. Im Frieden von Frieden von Rijswijk trat Spanien auf den westlichen Teil der Insel an Frankreich ab, der daraufhin in Saint-Domingue umgetauft wurde.

Karte von Hispaniola. Von Traveling Man auf Flickr. Nutzung unter einer Creative Commons License. http://www.flickr.com/photos/travelingman/2816126909/

Karte von Hispaniola. Von Traveling Man auf Flickr. Nutzung unter einer Creative Commons License. http://www.flickr.com/photos/travelingman/2816126909/

Die Kolonie wurde nach und nach durch Sklaven aus Afrika besiedelt, die sich schließlich gegen die französischen Kolonialherren auflehnten. So entstand im Jahr 1804 Haiti, das zum ersten unanhängigen Land in Amerika wurde. 1822 kontrollierte Haiti die Insel und und besetzte Santo Domingo bis zum 27. Februar 1844, als der Geheimbund „La Trinitaria“, unter anderem angeführt von Juan Pablo Duarte, geschlossen wurde, um die Unabhängigkeit Haitis zu erreichen und das Land zu gründen, das heute der Dominikanischen Republik entspricht.

Seit diesem Tag sind die Dominikanische Republik und Haiti zwei unabhängige Nationen mit unterschiedlicher Kultur, unterschiedlichem Glauben und verschiedenen Systemen. Ihre wirtschaftlichen Entwicklungen unterschieden sich ebenfalls stark voneinander. Haiti ist heute das am wenigsten entwickelte Land in Amerika und die Dominikanische Republik eine der größten Volkswirtschaften in der Karibik und Zentralamerika.

Trotz dieser starken Kontraste ist es die Nähe der beiden Länder, die ihr Schicksal untrennbar miteinander verbindet. Viele Haitianer überqueren täglich die Grenze – in der Regel illegal -, um nach Arbeit auf Baustellen zu suchen oder als Straßenverkäufter Obst, Süßigkeiten oder andere kleine, geringwertige Güter anzubieten. Andere haben Sonderverträge auf Zuckerrohrplantagen.

Haitianische Obstverkäufer in der Dominikanischen Republik. Foto von Caymang. Nutzung unter einer Creative Commons License. http://www.flickr.com/photos/dlakme/2903770065/

Haitianische Obstverkäufer in der Dominikanischen Republik. Foto von Caymang. Nutzung unter einer Creative Commons License. http://www.flickr.com/photos/dlakme/2903770065/

Aufgrund der hohen Zahl illegaler Haitianern in der Dominikanischen Republik, arbeitet ein Großteil als Bettler auf der Straße. Solche sichtbaren Beispiele führen negativen, stereotypischen Meinungen bei den Dominikanern, die auf alle Haitianer angewendet wird. Es gibt jedoch eine geringere Anzahl Haitianer, die sich legal im Land auf halten, um zu studieren, oft finanziert durch Stipendien, die nicht dem typischen Profil eines Haitianers im Land entsprechen. José Rafael Sosa stellt seinen Lesern eine dieser erfolgreichen Studenten, Gessy [es], vor:

Cuando uno conoce a Gessy, el esquema prejuiciado que tenemos de “los haitianos”, se va a casa del carajo. Gessy Bellerive nació en Grande Riviѐre Du Nord, cerca de la ciudad de Cabo Haitiano, y voy directo a la historia: acaba de graduarse Magna Cum Laude en la Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra. Ahora regresa a Haití a servir a su pueblo.

Wenn man Gessy begegnet vergisst man schnell die vorurteilsbeladene Vorstellung der „Haitianer“. Gessy Bellervie wurde in Grande Rivière Du Nord in der Nähe von Cap-Haïtien geboren und ich fasse ihre Geschichte zusammen: Sie schloss vor Kurzem die Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra mit Magna Cum Laude ab. Nun kehrt sie nach Haiti zurück, um ihrem Volk zu dienen.

Trotz positiver Beispiele wie diesem, bei dem Haitianer in ihren Nachbarländern Hervorragendes leisten, haben viele Dominikaner das Gefühl, dass die Einwanderung außer Kontrolle geraten ist. Obwohl viele aus freiem Willen kommen, gibt es eine hohe Anzahl Haitianer, die durch Menschenhandel in die Dominikanische Republik gebracht werden und mithilfe eines Bettlernetzwerks ausgebeutet werden. Schätzungen zufolge leben etwa eine Million illegaler Haitianer in der Dominikanischen Republik, viele davon Kinder, die auf der Straße als Fenster- oder Schuhputzer arbeiten. Manuel Vólquez of Diario Digital Dominicano [es] fasst die Situation folgendermaßen zusammen:

Los haitianos se desplazan por el país como hormigas y han desplazado a nuestros obreros en sectores importantes de la economía como son la construcción y los negocios informales. Han llegado tan lejos que hasta usan niños en las avenidas para mendigar, han asimilado nuestra cultura y nuestras costumbres. ¿Cosas de la transculturización y la globalización?

Die Haitianer bewegen sich im Land wie Ameisen und haben unsere Arbeiter in wichtigen Wirtschaftsbereichen ersetzt, z.B. im Baugewerbe und im informellen Sektor. Sie sind schon so weit, dass sie sogar Kinder zum Betteln schicken, sich unserer Kultur und unseren Gebräuchen angepasst haben. Ist das Transkulturalität und Globalisierung?

Es sind die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Dominikanischen Staat, was vielen Sorge bereitet, aufgrund der Beträge, die für die kostenlose Gesundheitsversorgung der illegalen Einwanderer aufgewandt werden müssen. Es gibt Fälle, bei denen sich die Anzahl verfügbarer Betten für Patienten verringert, weil sie oft schon durch Einwanderer belegt sind [es]. Dr. Bolívar Matos zufolge, dem Gesundheitsdirektor der südlichen Region, erreichen die Kosten 55 Millionen Pesos (ca. 1,5 Millionen Dollar), die für die medizinische Versorgung der Einwanderer in den Provinzen San Juan und Elías Piña [es] nötig sind.

In den Kommentaren des Hoy-Artikel schreiben viele über diese gestiegen Kosten. Rosado320 fragt sich, wie hoch die Gesamtkosten auf der ganzen Insel ausfallen, da sich die Schätzungen nur auf zwei Provinzen beziehen. Oscar Caceres glaubt, dass möglicherweise Steuererhöhungen nötig sein werden, um den gestiegenen Bedarf zu decken, und schlägt sogar vor, internationale Hilfe bei der Deckung der Kosten anzufordern. Davidlebron hat jedoch etwas mehr Mitleid und schreibt:

A nosotros los dominicanos ausentes, no se nos niega la atencion medica por estos paises tampoco…asi que estoy un poco sorprendido porque hay gente que considera que tratar a los hermanos haitianos es un problema. Claro que es costoso…pero a ninún humano se le debe negar el derecho a comer y ser atendido por probemas de salud…a muchos de nuestros niños se les atiende en hospitales del extranjero y nadie sale a relucir esto como si de algo negativo se tratara.

Uns Dominikanern im Ausland wird in diesen Ländern medizinische Hilfe auch nicht verwehrt… ich bin also etwas von den Leuten überrascht, die die medizinische Versorgung unserer haitianischen Brüder als Problem ansehen. Natürlich ist es teuer… das Recht auf Essen und Behandlung von Gesundheitsproblemen darf jedoch keinem Menschen verwehrt werden… viele unserer eigenen Kinder werden in ausländischen Krankenhäusern behandelt und keiner äußert sich negativ dazu.

Themen wie diese stehen oft im Mittelpunkt der Diskussionen über die Haitianer in der Dominikanischen Republik. Aufgrund dessen werden Dominikaner oft auf internationaler Ebene des Rassismus, Missbrauchs und der schlechten Behandlung der Haitianer beschuldigt, besonders in der Zuckerindustrie. Es gibt außerdem Protestwellen für die Rechte der Haitianern, wenn die Dominikanische Republik ihre Hoheitsgewalt, z.B. durch Deportationen, ausübt. Nicht-Regierungsorganisationen sind mit Kampagnen dieser Art aktiv, was im nächsten Artikel erörtert werden wird.

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