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Neun Tote bei Anschlägen in Indonesien

In Indonesien gab es erneut einen Anschlag durch Terroristen. Am Freitag explodierten in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, zwei Bomben. Zeugen gaben an, die erste Explosion sein um 7.40 Uhr morgens zu hören gewesen und aus Richtung des JW Marriott gekommen. Zwei Minuten danach riss eine zweite Explosion ein Restaurant des Ritz Carlton Hotels in Stücke, das etwa 500 Meter vom Ort der ersten Explosion entfernt liegt. Das Restaurant war voller Menschen, die sich dort zum Frühstück trafen. Beide Luxushotels sind bekannt für die Beherbergung von Ausländern aus dem Westen.

Quellen vor Ort ließen verlauten, dass bei dem Anschlag neun Menschen ums Leben kamen und viele Indonesier verletzt wurden, die in den beiden Hotels arbeiteten.

Viele Menschen in Jakarta haben noch frische Erinnerungen daran, als ein Selbstmordattentäter 2003 eine hochexplosive Bombe vor dem JW Marriott Hotel zündete, wobei 14 Menschen getötet und 156 verletzt wurden. Dem Selbstmordattentäter wurden Verbindungen zu Jemaah Islamiyah (JI) nachgesagt, einer Splittergruppe von Al Qaeda in Südostasien.

Twitterer Andre Siregar wohnte im Ritz als sich die Explosion ereignete:

Ritz mega kuningan. Im 11. Stock. Gebäude wurde zwei Mal erschüttert

Er veröffentlichte auch ein Bild, das er aus seinem Zimmer im Ritz aufgenommen hatte, sowie ein weiteres Bild, das kurz nach der Explosion entstand.

Der vor Kurzem wiedergewählte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sagte, die Explosionen seien von denjenigen angezettelt worden, die dadurch Chaos nach den Präsidentschaftswahlen anrichten wollten, während Vize-Präsident Jusuf Kalla die Polizei und den indonesischen Geheimdienst (BIN) beschuldigte, nachlässig zu sein und den Fokus zu stark auf die Sicherung der Präsidentschaftswahlen gelegt, jedoch bei der Sicherung anderer Einrichtungen versagt zu haben.

Das örtliche Newsportal [id] detik.com zitiert Jusuf Kalla, der überall unter seinen Initialen JK bekannt und beliebt ist. Er sagte, bis es zu einem Anschlag komme, müsse dieser umfangreich vorbereitet werden, was Monate dauern und nicht innerhalb einer Woche realisiert werden könne.

BIN-Chef Syamsir Siregar, der zurzeit stark unter Druck steht, gab zu, seine Behörde sei nachlässig gewesen. Kompas [id] gegenüber sagte er, dass seiner Behörde keinerlei Anzeichen für einen Anschlag in Jakarta aufgefallen seien. Er fügte außerdem hinzu, dass diese Art von Verletzung der nationalen Sicherheit überall auf der Welt passieren könne, sogar den Supermächten.

Im Moment sind Hunderte Polizisten und die Anti-Terroreinheit Densus 88 im Einsatz, um die Gebäude zu sichern und Jakarta steht zurzeit unter Siaga 1 – der höchsten Sicherheitsalarmstufe. Das bedeutet, die Polizei verfolgt immer noch eine heiße Spur nach den Tätern und ermittelt, ob weitere Bombenanschläge zu erwarten sind.

Die Regierungen der USA und Australiens haben das Terrorattentat verurteilt und der indonesischen Regierung ihre Unterstützung zugesagt.

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