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Simbabwe: Anzahl der Choleraopfer steigt stark an

Der Ausbruch der Cholera in weiten Teilen Simbabwes fordert weiterhin Opfer. Die Vereinten Nationen berichteten gestern, dass die Krankheit, die hauptsächlich durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen wird, seit ihrem Ausbruch im August fast 1000 Todesopfer (978 ist die genaue Zahl) gefordert hat. Diese neue Opferzahl liegt 25 % über der letzte Woche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen Zahl.

Die UN berichtet außerdem über 18.413 über das Land verteilte Cholera-Verdachtsfälle. Die Krankheit trat bisher in 9 der 10 Provinzen Simbabwes auf, wobei die Hälfe dieser Fälle in Budiriro, einem eng besiedelten Vorort der Hauptstadt Harare, festgestellt wurde. Für die schnelle Verbreitung der Krankheit wird die Verschlechterung der Wasserversorgung in Simbabwe verantwortlich gemacht, durch die nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung steht und Hygienestandards nicht mehr ausreichen, sowie der Zusammenbruch des Gesundheitssystems.

Nancy Reyes schreibt auf Blogger News Network, die Probleme mit der Wasserversorgung seien nichts Neues in Simbabwe.

“Die Probleme mit der Wasserversorgung in Harare sind in Simbabwe seit über einem Jahr bekannt und es gingen darüber Beschwerden ein. Im Januar 2007 gab es Berichte über die Verschmutzung des Trinkwassers durch Abwässer. Vor ein paar Monaten folgten Berichte, die für Wasser zuständigen Stellen hätten nicht die Mittel, Chemikalien für die Reinigung des Wassers einzusetzen. Es ist also nicht so, dass die Epidemie nicht vorhersehbar gewesen wäre. Die Wasserversorgung ist in Harare nun so gut wie nicht mehr vorhanden: Sie wurde abgestellt.”

Andere sind wiederrum doch überrascht über das Ausmaß des Ausbruchs. PUMA Pundit sagt auf P.U.M.A.:

“Es macht absolut keinen Sinn, dass ein Land im Jahr 2008 eine Choleraepidemie erlebt. Cholera, verdammt noch mal!

In genau diesem Land streiten sich Menschen mit Tieren um wilde Früchte und Gemüse.

Als Weltgemeinschaft dürfen wir nicht zulassen, dass Simbabwe bis zum Staatszusammenbruch verkommt, obwohl es sich rasend schnell genau darauf zubewegt.”

Der Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, behauptete letzte Woche, seine Regierung hätte das Choleraproblem mit Hilfe internationaler Behörden im Griff. Dieses Video zeigt seine Rede. Die Regierung von Simbabwe beschuldigte außerdem das Vereinigte Königreich und die USA einen Krieg mit biologischen Waffen zu führen und die Choleraepidemie im Land ausgelöst zu haben.

Omotaylor glaubt, wie er in einem Kommentar auf AfricanLoft schreibt, dass Mugabe mit diesen Bemerkungen zu weit gegangen ist.

“Mugabe ist tatsächlich ein tollwütiger Hund. Was haben Anzeichen biologischer oder chemischer Kriegsführung mit der Cholera zu tun? Glaubt er wirklich, sein Volk sei so dumm? Nun, gut, dass er der Welt zeigt, in welchem Stadium seines WAHNSINNS er sich bereits befindet.”

CM fügt auf Zimbabwe Review hinzu, dass sich diese Krise langfristig auf Mugabes Präsidentschaft auswirken könnte:

“Die Choleraepidemie, die Simbabwe überzieht, ist hauptsächlich eine humanitäre Katastrophe. Sie wird jedoch auch nachhaltige Auswirkungen auf die chaotische politische Situation des Landes haben… Während Mugabe seinen Kritikern wegen gestohlener Wahlen meisterhaft den Wind aus den Segeln nahm und Gewalt gegen seine Unterstützer dadurch beendete, dass er sie in einen anti-imperialistischen Mantel hüllte, ist es dagegen mit der Cholerakrise nicht so einfach. Menschen, die an Cholera sterben, können nicht so einfach als Handlanger Großbritanniens hingestellt werden, das darauf erpicht ist, Simbabwe wieder zu kolonisieren.”

Dieser Gesundheitsnotstand hat mit der Ausbreitung der Krankheit über die Landesgrenzen hinaus auch ernst Auswirkungen auf die Nachbarländer Simbabwes. Bestätigte Fälle von Cholera traten in Südafrika, Botswana und Mozambik auf. In ihrem Blog rät Karen Grepin, diese Gefahr ernst zu nehmen.

“Im Herzen des südlichen Afrikas braut sich eine große Gefahr für die globale Sicherheit zusammen. Aufgrund sich verschlechternden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen in Simbawe verbreitet sich die Cholera schnell im südlichen Afrika. Obwohl die Krankheit hier und da immer wieder im gesamten Kontinent auftritt, spricht die Tatsache, dass das Epizentrum – oder der Ground Zero – dieser Epidemie in Simbabwe liegt, dafür, dass die Krankheit dort nicht auf viel Widerstand trifft.”

Mike Trapido fügt dem auf Thought Leader hinzu, dass die Maßnahmen durch die Regierung Mugabe extrem unverantwortlich sind und waren:

“Wie sich die meisten von euch, die dieses Debakel verfolgt haben, erinnern können, haben die Genies um Mugabe zuerst versucht, den Ausbruch der Cholera zu vertuschen. Das bedeutete, dass die Bürger dieses Landes nicht nur keine Ahnung über die lauernde Gefahr hatten, wodurch sie keine Maßnahmen zu deren Vermeidung ergriffen, sondern sie wussten auch nicht, wie sie mit einer Krankheit umzugehen hatten, die ihre Opfer innerhalb von 10-12 Stunden tötet, wenn sie nicht behandelt werden.

Durch die Vertuschung der Gefahr gefährdete Mugabe nicht nur die Menschen in Simbabwe, sondern die gesamte Region und das Ergebnis dessen sehen wir jetzt in Südafrika.”

Die WHO warnt, dass sich die Cholera mit Beginn der Regenperiode und verstärktem Transitverkehr während der Weihnachtszeit wahrscheinlich weiter ausbreiten wird und die Anzahl der Cholerafälle 60.000 erreichen könnte. Viele Blogger, wie PUMABydesign001, fordern die Absetzung Mugabes, um dies zu verhindern. Sie sagt:

“Genug ist genug, Mugabe muss gehen. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die UN tun nicht genug oder arbeiten nicht schnell genug, um die Welt von diesem Tier zu befreien. Mugabe verschwindet besser gestern als morgen.”

Foto “Trinkwasser” von Julien Harneis auf Flickr.

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