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Angola: Sechsjährige Kinder wurden der Hexerei bezichtigt

Schreckliche Nachrichten von misshandelten, gefolterten und getöteten Kindern erschütterten in der letzten Zeit Angola. Sie waren der Hexerei bezichtigt worden. Einer dieser letzten Vorfälle der ereignete sich in Sambizanga einem Stadtteil von Luanda. Wie Zeitungen berichten, rettete die Nationalpolizei Dutzende von Kindern, die in einem Raum eingesperrt waren, in dem in einem Feuer Jindungo (eine Art Chili) brannte. Eines der Kinder wird möglicherweise wegen eines durch Schnitte verursachten Gangräns einen Arm verlieren. Mit dieser Methode – war die Hoffnung – könne das in den Kindern lebende Böse entweichen. Diese Praxis wird gemeinhin von den Angehörigen gewisser “Kirchen” propagiert, die meistens illegalerweise gegründet wurden.

Durchdrungen von einem mystischen, bösartigen, ahnungslosen Geist oder einfach nur von dem Wunsch, einen Mund weniger füttern zu müssen, sind die Familienmitglieder die Hauptverantwortlichen für diese Art Einstellung. Wegen des Glauben an Hexerei verdammen sie ihre Kinder, Nichten, Neffen, oder Stiefkinder dazu, auf diese grausame Weise zu leiden, wenn irgendetwas zu Hause danebengeht.

Im Blog Angola Saudades findet sich ein trauriges Beispiel dieser Fälle

“Makiesse é sobrevivente de um fenómeno perturbante que surge em Angola nos ultimos anos: acusações de feitiçaria contra crianças acompanhadas de maus tratos, abandono e nalguns casos, a morte. A madrasta acusou Makiesse de ser feiticeiro e ter provocado a doença que matou o seu pai. Não podia comer com a família, dormia na latrina, levava porrada diariamente e era forçado a rituais de purificação que mais parecem tortura – jejum, golpes e reclusão. Makiesse tinha seis anos. “Eu dizia que eu não sou feiticeiro, que talvez o feiticeiro usa a minha cara à noite. Mas ninguém acreditava”, conta Makiesse ao PlusNews. Um dia os familiares deitaram-lhe petróleo. O tio impediu que o queimassem vivo. Cedo, tirou-o sorrateiramente do Uíge para a capital Luanda a 345 quilómetros. Deixou-o num centro da igreja católica que abriga crianças de rua. Isso foi há três anos. Makiesse apenas foi visitado duas vezes pelo irmão mais velho”.

“Makiesse ist Überlebender eines beunruhigenden Phänomens, das in Angola in den letzten Jahren aufgetaucht ist: Kinder werden der Hexerei bezichtigt und schlecht behandelt, ausgesetzt, und in einigen Fällen getötet. Makiesses Stiefmutter bezichtigte ihn, ein Hexerer zu sein und die Krankheit verursacht zu haben, an der sein Vater gestorben war. Er konnte nicht [mehr] mit seiner Familie zusammen essen, schlief in der Toilette, wurde jeden Tag verprügelt und wurde zu Reinigungsritualen gezwungen, die mehr einer Folter glichen – Fästen, Schläge und Einsperren. Makiesse war sechs Jahre alt. „Ich sagte, das ich kein Hexer sei, dass vielleicht der Hexer nachts mein Gesicht benutzt hätte. Aber niemand glaubte mir“, erzählt Makiesse PlusNews. Eines Tages übergoss ihn seine Familie mit Öl. Sein Onkel hinderte sie, ihn bei lebendigen Leibe zu verbrennen. Er nahm ihn gleich heimlich aus Uige mit in die 345km entfernte Hauptstadt Luanda. Er überließ ihn einem Zentrum der katholischen Kirche, das Straßenkinder beherbergt. Das war vor drei Jahren. Makiesse bekam nur zweimal Besuch von seinem großen Bruder.”

Vor einigen Jahren erschien eine Studie des Nationalen Instituts für Kinder (Instituto Nacional da Criança – INAC) über die Auswirkung von Praktiken dieser Art auf Kinder aus der Perspektive des Schutzes der Menschenrechte durch. Die Studie zeigte, dass die Bezichtigungen von Kindern Ende der neunziger Jahre zunahmen, ohne irgendeinen Zusammenhang mit früheren Traditionen der Menschen am Ort. Nach der Studie ist das Auftreten von Bezichtigungen der Hexerei bedingt durch die Veränderung der Familienstrukturen und der Bedeutung der Verwandtschaftsbeziehungen, wie der Bindung an die Mutter und an diejenigen, die auf die Kinder achtgeben.

In Angola werden Bezichtigungen der Hexerei Kindern gegenüber ernst genommen, was das Gewicht grausamer Taten, die die Familie verübt, der Gesellschaft gegenüber minimal werden lässt. Nachdem sie bezichtigt wurden, integrieren sich die Kinder aufgrund des Stigmas und der Diskrimination nur schwer wieder in die Familie. Das führt uns zu einem anderen Faktor: der Zunahme [der Anzahl] der Straßenkinder. [Da sie sich die Kinder] angesichts der anklagenden Blicke trostlos [fühlen], entscheiden sie sich, auf eigene Rechnung und Risiko auf den Straßen dieses Landes zu leben.

Der BlogNoticias Cristãs [pt] beklagt einen anderen Fall:

“Doze crianças acusadas de feitiçaria e abandonadas pelos seus familiares foram retiradas das ruas de Luanda pelas Irmãs da Congregação do Bom Pastor. As histórias contadas pelas crianças que fizeram das ruas da capital a sua morada durante algum tempo, comoveram as freiras que decidiram começar um processo de nova vida para os menores. O caso mais recente é de uma menina de 11 anos acusada de ter morto a própria mãe usando feitiço. A superiora da congregação conta a história: “O pai abandonou a criança na rua e na altura foi interceptado pela polícia porque batia nela e ele disse que a filha tem 11 anos e é feiticeira. Disse que comeu a mãe e que recebeu o feitiço do Congo e que ele poderia ter a mesma sorte e então decidiu abandonar a menina. A criança foi levada para casa das irmãs no Palanca, por alguém que a encontrou a chorar na rua. Fui ter à casa onde eles moravam e encontrei alguns familiares, mas todos eles confirmaram que a menina é feiticeira. Conversei com eles, tentei convencê-los mas não houve maneira e disseram que era melhor não deixar a menina com eles porque estava reconhecida como feiticeira”.

“Zwölf der Hexerei bezichtigte und von ihren Familien verlassene Kinder wurden von den Schwestern der Congregação do Bom Pastor [Kongegration des Guten Hirten] von den Straßen Luandas geholt. Die Geschichten, wie sie diese Kinder erzählten, die für einige Zeit die Straßen der Hauptstadt zu ihrem Zuhause gemacht hatten, bewegten die Nonnen, und sie entschieden sich, den Kindern den Weg in ein neues Leben zu ermöglichen. Der letzte Fall ist der eines elfjährigen Mädchens, die bezichtigt wurde, ihre eigene Mutter durch Hexerei getötet zu haben. Die Oberin der Kongregation erzählt ihre Geschichte: „Der Vater setzte das Kind auf der Straße aus und damals wurde er von der Polizei angehalten, weil er sie geschlagen hatte und er sagte, dass das Kind 11 Jahre alt sei und eine Hexe. Er sagte, dass sie ihre Mutter gegessen habe, und dass sie von einem kongolesischen Zauber befallen sei, und dass ihn dasselbe Schicksal ereilen könne, und dass er deshalb beschlossen habe, das Mädchen auszusetzen. Das Kind wurde in das Haus der Schwestern in Palanca gebracht von jemandem, der es weinend auf der Straße fand. Ich ging zu dem Haus, wo [die Angehörigen] wohnten und traf ein paar Angehörige, aber sie bestätigten alle, dass das Mädchen eine Hexe sei. Ich sprach mit ihnen, versuchte sie zu überzeugen, aber es ging nicht, und sie sagten, dass es besser sei, das Kind nicht bei ihnen zu lassen, weil sie als Hexe bekannt sei.”

Die Regierung und die Organisationen der Zivilgesellschaft haben Kampagnen gestartet, um die Sensibilität und Aufmerksamkeit zu erhöhen, damit die Misshandlung von Kindern vermieden werden kann. Andere Projekte, wie die Eröffnung von Aufnahmezentren, und die Zuweisung der juristischen Verantwortung für solche Misshandlungen sind zwei weitere wichtige [Planungs-]Punkte, die von den Behörden durchgeführt werden.

Wir hoffen, dass die Situation sich vollständig ändert; dass die angolanischen Kinder ihre Kindheit in Ruhe genießen mögen, ohne die Hoffnung auf ein besseres Leben zu verlieren. Wir hoffen, dass die angolanische Gesellschaft sich entschieden in diesem Kampf engagieren wird, der schon die Landesgrenzen überschritten hat; dass die Eltern und Angehörige der Kinder, die Opfer von Misshandlungen wurden, zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gebracht werden als Signal der Warnung für andere.

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