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Japan: Kampf der HCV-Opfer

Geschichten von verseuchten Blutprodukten gibt es in Japan nicht zum ersten mal. In den 80ern infizierten sich Bluter über verseuchte Blutprodukte mit dem HI-Virus, weil die Regierung und Pharmaunternehmen eine Entscheidung, die Zulassung zurückzuziehen, vernachlässigten.

1987 wurde schwangeren Frauen in Aomori Fibrinogen gegeben (deren Zulassung 1977 zurückgezogen worden war). Sie infizierten sich mit Hepatitis C und die Öffentlichkeit wurde auf HCV-Übertragung über verseuchte Blutprodukte aufmerksam. Von 1969 bis 1994 blieb die Zunahme der HCV-Infektionen nach Operationen und Entbindungen unbemerkt.

Green Cross Corporation (heute Mitsubishi Tanabe Pharma Corporation) war in beide Fälle involviert und vcccttea schreibt:

Die Green Cross Corporation wurde von Naito Ryoichi (vormals Oberstleutnant), Mitglied der Einheit 731 der Kwantung Armee, als private Blutbank kurz nach den Krieg gegründet. Viele der Mitglieder und Führungskräfte waren Ehemalige der Einheit 731, und das Unternehmen war in zahlreiche Medikamenten-Desaster verwickelt, darunter das HIV-verseuchte Blut. Und dieses mal waren es die Hepatitis Infektionen.

Im Jahr 2002 klagten Hepatitis C Patienten, die sich über die Blutprodukte infiziert hatten gegen die Regierung und Pharmakonzerne in Tokyo und Osaka. Im folgenden Jahr folgten Klagen in Fukuoka, Nagoya und Dendai. Vier Gerichte hielten die Pharmaunternehmen für schuldig an den HCV Infektionen, aber das Gericht in Dendai verneinte eine Verantwortung des Staats. Anfang des Monats schlug das Gericht einen Vergleich vor, in dem die Kläger, die sich zwischen 1986 und 1988 angesteckt hatten, entschädigt werden sollten – die Deadline für die Regierung war der 20. Dezember.

Kawada in front of Health Ministry

Kawada Ryuhei,Parlamentarier und früherer HIV-Kläger, vor dem Gesundheitsministerium am 19. Dezember 2007.

Fukuda Eriko, eine der Kläger von Fukukoka, drückt ihre Unzufriedenheit mit dem Angebot der Regierung in ihrem Blog aus:

Absolut inakzeptabel.

Wir haben klargestellt, dass wir nicht nur für die Kläger kämpfen. […] Die Gesundheit der Hepatitis-infizierten Opfer ist beeinträchtigt, und auch die Menschen um sie herum hatten schwere Zeiten – unabhängig davon, wann und welche Medizin verabreicht wurde, ob sie geklagt haben oder nicht, und ob sie Beschwerden haben. Ihre Leben haben Schaden genommen. Sie sollten alle die gleiche Hilfe bekommen. […]

Ferner muss der Premierminister gedacht haben, wir würden das Angebot annehmen.

Er sagte: “Ich würde gerne das Vergleichsangebot vom 13. Dezember ansehen und bedenken”.

Aber der Vorschlag war schon an ihn weitergegeben worden. Ich kann nicht hinnehmen, dass er dachte, wir würden einen Vorschlag annehmen, der nur den Klägern Hilfe verspricht. Sie versuchen, einige der Opfer zu vernachlässigen.

Protesters at health ministry

Unterstützer vor dem Gesundheitsministerium.

Der Skandal erfährt nun große Aufmerksamkeit von Seiten der Medien und der Öffentlichkeit. Kokoro schreibt bei Wanbalance:

Weil der Staat weiterhin solch furchtbare Medikamente zuließ, muss er nun entschädigen. Dies ist nicht das einzige Problem. Das Problem ist, dass sie nicht wegen ihrer Verbrechen angeklagt werden, dass sie einfach so davon kommen. Wer hat in dieser Zeit entschieden, dass die Medikamente weiterhin verkauft werden durften? Ist dies die gleiche Struktur von Korruption wie im Falle des Verteidigungsministeriums? Würde das andernfalls nicht bedeuten, dass es ein Korruptionsgeflecht gab zwischen dem Staatsapparat und dem Unternehmen, dass die Medikamente weiterhin verkaufte, die in den USA schon als gefährlich erkannt und zurückgezogen worden waren?

Der Blogger pochi verweist auf zwei japanische Zeitungsartikel über Entschädigungen für die HCV-Kranken und eine 800 Milliarden Yen teure Raketenabwehr.

Sind also 180 oder 570 Milliarden Yen so ein großer Betrag [Es liegt eventuell ein Fehler in der engl. Übersetzung bezüglich der Dimension der Beträge vor. Der Übersetzer]? Vergleichen Sie die beiden Artikel.

Auf der einen Seite sollen in den nächsten fünf Jahren zwischen 800 und 1000 Milliarden Yen ausgegeben werden, und der Betrag könnte sich noch mehr als verdoppeln. “Es besteht die Möglichkeit, dass [das System] nutzlos ist”. Puh …

Auf der anderen Seite sollen den Menschen, die unschuldig sind an den Leiden, die sie wegen des Staates und der Pharmakonzerne haben, 1800 oder 5700 Milliarden Yen gezahlt werden. […]

Ich möchte alle noch einmal fragen: Sind 180 Milliarden Yen oder 5700 Milliarden Yen zu viel Geld? Ist es wirklich nötig, die zu Entschädigenden zu spalten?

 Geschrieben von Hanako Tokita.

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