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Korea: Allein essen gehen und Einsamkeit

In einer großen Tageszeitung gab es eine Kolumne über das “alleine Essen”.

“Zum einsamen Essen solltest du stark sein”.

Der Kolumnist saht, wie schwer es gerade in Korea ist, alleine zu essen, und zitiert dabei aus einem Fil, Hope Floats.  nach der Kolumne kommt eine Sammlung der Meinungen der Blogger zu diesem Thema. Eine japanische Bloggerin, die in Korea lebt, schreibt über ihre Erfahrungen:

 … Ich habe eine seltsame Situation erlebt: In den Restaurants sind so viele Menschen, aber keiner von ihnen isst allein. Es sind immer 2 bis 8 Menschen zusammen. In einigen Restaurants traf ich auch westliche Leute, aber selbst die aßen und plauderten mit den Koreanern.

‘Ok, … ich bin allein, und möchte Budea-Suppe essen …’ (normalerweise teilt man sich so eine Suppe mit mehreren Menschen). Ich vergaß vor Hunger völlig, dass ich allein war. ‘dann … esse ich wohl besser Brot.’

Ich kaufte Brot in einer Bäckerei, und aß allein auf einer Bank. Es fühlte sich noch immer seltsam an. Ich hätte gutes leckeres Brot schmecken sollen, aber es schmeckte nicht so besonders gut, und ich fühlte mich sogar Einsam und traurig. Ich gab es auf, dass Brot aufessen zu wollen, und beeilte mich nach Hause zu kommen.

Ich bemerkte erst, nachdem ich allein gegessen hatte, wie schön es ist, in einer Gruppe zu essen. Nachdem ich eine Zeit lang in Korea gelebt hatte, verspottete ich koreanische Freunde hochnäsig, ‘Warum könnt ihr Erwachsenen es nicht allein tun?’. Zu dieser Zeit ging ich nicht gerne ins Restaurant, weil ich den Laden nicht auswählen konnte, und von anderen Menschen überzeugt werden musste. Heute will ich nicht mehr allein essen. ‘Hm … vielleicht ist gemeinsames essen viel eher… yummie, wie die Koreaner sagen.’ Vor meiner Zeit in Korea habe ich nie darüber nachgedacht, aber heute schätze ich das gemeinsame Essen mit Freunden und der Familie.

Woran denkt man, wenn man alleine isst? Hier spricht ein Blogger über das Leben:

 Eie Mahlzeit ganz alleine essen…

Gemeinsam essen bedeutet, ein gemeinsames Leben zu haben. Menschen, die sich auseinander gelebt haben, wollen kein gemeinsames Leben mehr haben. Ohne die Hoffnung, zu teilen und sich gegenseitig aufzumuntern, essen die Leute nun allein, um ihren Magen zu füllen. Das Essen hat keinen Geschmack mehr. Das Leben hat keinen Geschmack mehr.

Man wächst in einer Familie auf und wird als Erwachsener unabhängig… das ist wie ein Übergangs-Ritus: Man kann die Veränderungen im Leben daran Ablesen, wie viele Schüsseln auf dem Tisch stehen.

 Es gab eine Zeit, in der ich gerne allein gegessen hätte. Ich mochte keinen kalten Reis, so wie die Familie meiner Frau. Ich wollte dann essen, wenn mir danach war, mit heißer Bohnensuppe, Schellfisch und warmen Reis. Es gab sogar eine Zeit, in der ich meinen Freund beneidete, der seit drei Jahren allein aß.

Eine Schüssel trockener Reis, eine heiße Tasse Tee, ein saures Stück Kimchi.

Auf die Frage meines Freundes, wie es für mich sei, nun allein zu essen, schrieb ich ihm, dass es mir gefiehle, und dass ich nicht darauf achten müsse, was ich esse – ich schlang eine Tasse heißen Tees nach der nächsten hinunter.

Seit ich nun immer allein esse, realisiere ich erst, wie ich mich dabei wirklich fühle.

man kann durch solche Erfahrungen auch auf philosophische Gedanken kommen.

Ich gehe gerne ich kleine Lokale und setz mich allein an einen Tisch. An einem vernieselten Tag oder einer angsterfüllten Nacht, ist es angenehm in ein Restaurant zu gehen, um eine Tasse Soju und Reis zu bekommen. Auch wenn meine Freunde diese Angewohnheit nicht verstehen können, ist es nicht schlecht einfach da zu sitzen, und zu essen. Gedankenverloren blättere ich durch die Zeitung oder sehe auf den Fernsehr des Ladenbesitzers. Der Autor Kwar Jea-Gu
schreibt in seinem Buch, dass Menschen, die den Geschmack von einsam gegessenem Essen kennen, entweder Künstler oder Arbeiter sind… In dieser Nacht habe ich eine Ahnung davon bekommen, wie einsam gegessenes Essen schmeckt.

Eine Erfahrung, die jeder einmal macht:

 Als ich anfing zu arbeiten, war das größte Thema für mich ‘mit wem soll ich zu Mittag essen?’, wo andere sich fragten was sie essen sollten. Ich abreite in einer Firma, die ausgelagerte Aufträge übernimmt, und ich sitze etwas abseits, so dass mein Problem programmiert war. Ein Freund, dem ich meine Lage schilderte, sagte: “Wenn die anderen in die Mittagspause gehen, folge ihnen einfach … sie werden dich nicht abweisen.” Das stimmt natürlich. Aber ich bin ein Mann, und will mich nciht danach richten, was andere Menschen denken. Lieber bleibe ich hungrig …

Was tun andere Menschen, während sie essen? So viele Gerüchte machen die Runde. Ich habe einen anderen Job als diese Menschen, also kann ich mich nicht an ihren Gesprächen beteiligen. Das macht es für mich viel schwieriger. Ohne Rücksicht darauf, ob ich schon aufgegessen haben, stehen sie nicht auf und gegen, sondern beginnen sich zu unterhalten. Es gibt so viele Szenarien, in denen ich zuerst gehen muss, und dann nicht weiß, wie ich bezahlen soll. Was tue ich hier eigentlich? Wenn es keinen besonderen Anlass gibt, esse ich allein. Es ist nicht einfach, in Restaurants in der Nähe von Unternehmen allein zu essen. Nicht einmal die Restaurantbesitzer mögen es. Daher ging ich um 13.00 Uhr ins Restaurant, eine Stunde nach der normalen Mittagszeit…

Ich erinnere mich da an ein Buch … ‘Wer nicht allein ist, wird keinen Erfolg haben'…

Aber manche Blogger wollen einen einen Vorteil in all dem finden:

… In unserem Land werden Menschen, die allein Essen, schräg angesehen. Viele sagen sogar, sie würden lieber hungrig sein, als allein zu essen (eigentlich war ich auch mal so, aber seit einiger Zeit esse ich auch allein).Mit dieser Einstellung kann man drei Nächte und viert Tage hungrig sein. Aber das ist natürlich unmöglich. Das einsame Essen hat ja auch Vorteile: man kann langsam essen, ohne an andere zu denken. Auch wenn man schlechtes Essen ausgewählt hat, muss man sich nicht wegen anderer schlecht fühlen. Wenn einem das gewählte Restaurant nicht gefällt, steht man einfach auf und geht.

natürlich ist es unterhaltsamer, wenn man mit Begleitung essen geht. Aber manchmal funktioniert das einfach nicht. Dann kann man einfach allein essen, ohne sich schlecht zu fühlen. Man muss keine Angst bekommen und sich dagen, man hätte keine Freunde …

Nehmt das einsame Essen nicht so ernst, genießt einfach die Mahlzeit!

Ps: Warum ich glaube, dass man schief angesehen wird, wenn man allein essen gehen will? Wenn der Kellner nach dem Betreten des Restaurants fragt, ‘wie viele?’ und man antwortet ‘einer’, haben die einen komischen Blick …

 Geschrieben von Hyejin Kim.

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