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Argentinien: Problemzüge

Hinweis des Redakteurs: Dieser Artikel über Probleme mit Zügen in Argentinien stammt von Alejandro Lezcano, der den Blog Hacerse Cargo [ES] betreibt. Der Blog behandelt die Beschwerden über den öffentlichen Nahverkehr in Buenos Aires.

Am Montag, den 1. Oktober, hat Präsident Nestor Kirchner den Gewinner der Ausschreibung für den dritten Hochgeschwindigkeitszug in Argentinien bekannt gegeben. Der Zug wird Buenos Aires mit der beliebten, 500 Kilometer entfernten Touristenstadt Mar del Plata verbinden. Vergangene Woche endete eine weitere Ausschreibung über eine Verbindung zwischen Buenos Aires und Mendoza, einem populären Weinanbaugebiet (1000 km).

Der erste Hochgeschwindigkeitszug in Argentinien war die Strecke zwischen Buenos Aires und den anderen beiden bedeutenden Städten des Landes: Rosario und Cordoba. Der Zug erreicht eine Geschwindigkeit von 120 km/h, doch auf seiner Jungfernfahrt war die Durchschnittsgeschwindigkeit weit geringer als angekündigt. TBA Me Mata [ES] beschreibt diese Fahrt:

Die ‘inaugural’-Fahrt verließ den Retiro Bahnhof am 1. Oktober. Sechs Stunden später erreichte er Rosario!!! Immerhin schlug er die bisherige Bestmarke: 8 Stunden für die 300 Kilometer zwischen den beiden wichtigsten Städten des Landes. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,5 km/h! In der gleichen Zeit hätten wir mit dem Bus hin- und wieder zurück fahren können – und hätten noch Zeit gehabt, das ‘Monumento a la Bandera’ zu besuchen, dort spazieren zu gehen und einen Kaffee zu trinken.

Die Verlässlichkeit der Züge ist für viele Argentinier ein heikles Thema. Vor allem wird kritisiert, dass die Züge kaum gepflegt werden, immer zu spät kommen, die Abfahrtszeiten nie eingehalten werden und dass es viele Unfälle gibt. Die Menschen sagen, sie würden wie Tiere reise, weil es nicht genug Wagons gäbe und der Service weit vom Idealzustand entfernt ist.

Es gibt Blogbeiträge aus Sicht der Angestellten und der Kunden der Bahn. Einige nutzen die Blogs zur Dokumentation ihrer Erfahrungen. Un Grano en El Orto [ES] wird von einem Arbeiter der Sarmiento Railway Line geschrieben.

Die Nutzer der General Roca Linie führen den Blog Usuarios del Ferrocarril Roca (UdFR) [ES], wo der Blogbetreiber die Besucher einlädt, sich mit Anekdote, Fallbeispielen oder Erfahrungen am Blog zu beteiligen. Er fügt hinzu, “gemeinsam können wir etwas verändern”. In einigen der Beiträgen geht es um die langen Schlangen vor den Ticketschaltern, Freifahrten und Fotos der Stationen und der Sitze im Zug.

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Fotos mit freundlicher Genehmigung von UdFR.

Die Kauf des Tickets glich einer Odyssee. Die Kunden sollten nicht über eine halbe Stunde warten müssen. Wir sind müde von der Arbeit, müssen dann in langen Schlangen anstehen und in den Zügen wie Tiere reisen. Das ist doppelte Erschöpfung für die Nutzer. Dazu kommt, dass alle Argentinier die Fördergelder für die Züge finanzieren, und wir am Ende das Doppelte für die Tickets zahlen. Viele wollen nicht bezahlen, und sie haben jeden Grund zur Beschwerde. Wenn man sehen könnte, dass die Bahn mit dem Geld verbessert werden würde, gäbe es keine Proteste. Aber wir wissen, dass sich bislang noch nichts geändert hat.

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