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Ägypten: Besuch in einem Altenheim

Ramadan ist der Monat, in dem man Gutes tut. So zelebrieren es die Muslime auf der ganzen Welt. Wundern Sie sich also nicht, wenn hier und da die Jugendlichen verschiedene ‘guten Taten’ vollbringen. Es gibt Organisationen, die “Ramadan Taschen” (mit unverzichtbaren Ramadan-Speisen wie Reis, Öl, Mehl …) zusammenstellen und an die bedürftigen verteilen. Manche besuchen auch die Waisenhäuser und Altenheime – so wie BlueRose, eine junge ägyptische Doktorin und Blogger. Nach seinem Besuch im Altenheim berichtet sie:

Vor ein paar Tagen habe ich meine Fast mit den liebenswürdigsten Menschen gebrochen, die ich je erlebt habe – den Bewohnern eines Altenheims. Es war das erste mal, dass ich mit ihnen ausgegangen bin, normalerweise sehe ich sie nur im Heim. Das größte Problem für die Arbeit mit den Alten ist der Mangel an Freiwilligen und Spendengeldern.

Weiter erklärt sie, dass es vor allem zwei Gründe gibt, warum es so schwierig ist, in einer östlichen Gesellschaft wie Ägypten Freiwillige zu finden:

… Zum einen liegt es daran, dass die meisten Bewohner der Altenheime unter Depressionen leiden, und somit gegenüber allem gleichgültig sind. Freiwillige empfinden es als frustrierend, sie aufzumuntern.

… Zum anderen denken einige Leute, es sei unmoralisch die Heime zu besuchen (oder dass es die Heime überhaupt gibt), weil das Söhnen und Töchtern helfe, ihre Eltern wegzugeben.

Dann erzählt Blue Rose von persönlichen Erlebnissen:

Früher dachte ich ganz ähnlich, war sauer auf Familien, die Alte in Heime steckten. Das änderte sich, als ich bei einem Besuch fragte, ob noch mehr Decken für den Winter gebraucht würden. Der Mitarbeiter sagte, das schon andere Helfer Decken angeboten hatte, aber die Alten hätten die Decken lieber an ihre Kinder weitergegeben.

Ich wusste nicht, ob ich nun lachen, mich ärgern oder weinen sollte.

Seit dem habe ich mich entschlossen, die Söhne nicht zu verurteilen, und wenn auch nur zu Ehren der Eltern, die ihre Kinder noch immer lieben. Ich konzentriere meine Arbeit jetzt nur noch auf diese wunderbaren Menschen.

Geschrieben von Eman Abd Al Rahman.

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