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Myanmar: Blogger erinnern an 8888

Die Menschen aus Myanmar kennen den 8. August 1988 unter dem Namen „8888“. Es war der Tag, an dem die Menschen anfingen, für die Demokratie zu demonstrieren. Die Proteste gingen von den Studenten aus, die eine neue demokratische Regierung forderten. Beamte, Mönche und ganz gewöhnliche Bürger schlossen sich den Protesten an. Die Diktatur unter General Ne Win kam zu Fall, aber das Militär riss sofort die macht an sich, und machte der Bewegung unbarmherzig ein Ende.

Eccentric Ghost erinnert an den Start der Proteste und denkt daran, wie er selbst hineingezogen wurde:

Die Erinnerung an 8888 sind noch lebendig. Ich war ein Junge auf der Middle School. Als ich erfuhr, dass die ganze Schule demonstrieren sollte, fragte ich meine Mutter um Erlaubnis. Meine Mutter meinte, dass ich noch jung sei, und fragte nach einem guten Grund, warum ich zu der Demonstration gehen sollte. Ich antwortete dass ich – sollte Burma eine Demokratie werden – stolz sein würde, Teil der Bewegung gewesen zu sein.

Der Blogger schreibt noch mehr über die Ereignisse dieser Zeit. Er schreibt über die Demonstranten, die von der Armee getötet wurden:

Es gab ein Blutbad, als das Militär begann auf friedliche Demonstranten zu schießen, vor allem in Yangon und Sagaing. Wir, die Menschen von Burma, werden diejenigen nicht vergessen, die sich für den Widerstand geopfert haben. Wir werden nie Aufgeben, für die Freiheit zu kämpfen.

Der viel jüngere Auswanderer Fifty Viss erzählt von dem Tag, an dem er als kleines Kind von den 8888-Protesten erfuhr.

Ich berichte von dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von den 1988er Aufständen hörte. Das war 1996, und ich war etwa sieben Jahre alt. Ein Studienfreund meines Vaters […] kam zu Besuch und zeigte ein selbstgemachtes VHS-Band der Proteste und Gewalt vom 8.8.88. Die Menschen, die diese furchbaren Szenen mit der billigen Schwarz-Weiß-Kamera dokumentierten, müssen unfassbar mutig gewesen sein. Die ersten paar Minuten zeigte das Video viele Demonstranten auf einer breiten Straße. Dann befahl meine Mutter, dass ich mir die Augen zuhielte, falls es zu brutal werden sollte. Ich gehorchte, aber konnte die Gewehrschüsse, Messerstiche, Schreie und das Jammern hören. Ich habe mir bis heute nicht das ganze Band angesehen. Vielleicht kann ich das ganze Trauerspiel von damals noch gar nicht fassen.

In Fifty Viss‘ Beitrag erfährt man mehr über die Rolle des Militärs in der jüngeren Geschichte Myanmars.

The Burma Review vergleicht die Ereignisse von 8888 mit der Quit India Bewegung, die Gandhi 1942 initialisierte um die Britische Herrschaft zu beenden. Der Blogger schließt seine Analyse mit den Worten:

[Die 8888-Proteste] widerlegen auch die Theorie, dass es den Burmanesen an demokratischen Werten mangelt, und sie eher zu totalitären Regimen neigen. Sie beweisen die Bedeutung der 8888 Revolution in der jüngsten Geschichte von Burma.

Geschrieben von Preetam Rai.

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